Rezepte mit Backkakao, ungesüßt
Wer liebt ihn nicht, diesen intensiven, fast schon magischen Duft, der aus einer frisch geöffneten Dose Backkakao strömt? Für mich ist ungesüßter Kakao das schwarze Gold in meiner Backstube. Er ist di...


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Was ist Backkakao, ungesüßt?
Stell dir vor, du nimmst eine Kakaobohne und entlockst ihr die reinste, konzentrierteste Schokoladen-Essenz. Genau das ist ungesüßter Backkakao. Nach der Ernte werden die Kakaobohnen fermentiert, getrocknet und geröstet – ein Prozess, der die komplexen Aromen erst so richtig zum Leben erweckt. Anschließend wird die Kakaomasse stark gepresst, um einen Großteil der fetthaltigen Kakaobutter abzutrennen. Der feste „Kuchen“, der übrig bleibt, wird dann zu einem feinen, dunklen Pulver zermahlen. Das Ergebnis? Purer, unverfälschter Kakaogeschmack.
Im Gegensatz zu den süßen Trinkkakaomischungen, die oft an erster Stelle Zucker listen, enthält Backkakao eben diesen nicht. Sein Geschmacksprofil ist daher kräftig, intensiv bitter und hat erdige, fast schon herbe Noten. Das klingt vielleicht erstmal abschreckend, aber genau diese Eigenschaft macht ihn zur perfekten Zutat beim Backen. Er liefert die tiefgründige Schokoladenbasis, während du die Süße und die Art des Süßungsmittels selbst in der Hand hast. Er ist also kein Snack für zwischendurch, sondern ein mächtiges Werkzeug für jeden, der echte Schokoladenaromen kreieren will.
Nährwerte und gesundheitliche Vorteile
Backkakao ist nicht nur eine Geschmacksbombe, sondern auch ein kleines Kraftpaket. Da er so konzentriert ist, stecken in ihm auch jede Menge wertvoller Inhaltsstoffe der Kakaobohne. Aber Achtung: Die Dosis macht das Gift – oder in diesem Fall den Genuss. Man verwendet ja meist nur wenige Esslöffel.
| Nährwert | pro 100g (Durchschnittswerte) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 350 kcal |
| Fett | 11 g |
| Kohlenhydrate | 19 g |
| - davon Zucker | < 1 g |
| Ballaststoffe | 35 g |
| Eiweiß | 22 g |
| Magnesium | 500 mg |
| Eisen | 12 mg |
Was bedeutet das für dich und deine Gesundheit? Hier sind ein paar der bemerkenswertesten Vorteile:
- Reich an Antioxidantien: Kakao ist eine der besten Quellen für Flavonoide, pflanzliche Antioxidantien, die unsere Zellen vor Schäden schützen können. Sie sind der Grund, warum dunkle Schokolade oft als gesundheitsfördernd bezeichnet wird – und im reinen Kakao stecken sie in noch höherer Konzentration.
- Stimmungsaufheller: Kennst du das Gefühl, dass Schokolade glücklich macht? Das ist nicht nur Einbildung. Kakao enthält Stoffe, die die Produktion von Endorphinen und Serotonin im Gehirn anregen können, was zu einem Gefühl des Wohlbefindens beiträgt.
- Pflanzliche Nährstoffquelle: Besonders in der veganen Ernährung ist Backkakao ein toller Lieferant für Mineralstoffe. Der hohe Gehalt an Magnesium ist super für Muskeln und Nerven, und das pflanzliche Eisen trägt zur Blutbildung bei.
- Ballaststoff-Power: Mit über 30g Ballaststoffen pro 100g ist Kakao eine echte Wohltat für deine Verdauung und sorgt für eine langanhaltende Sättigung.
Backkakao, ungesüßt in der veganen Küche
In meiner veganen Küche ist Backkakao ein absolutes Muss. Seine Einsatzmöglichkeiten sind schier endlos und er verleiht so vielen Gerichten das gewisse Etwas. Auch wenn wir hier bald konkrete Rezepte für dich haben werden, möchte ich dir schon mal ein paar Ideen mit auf den Weg geben, die meine Kreativität immer wieder anregen.
Die klassische Anwendung ist natürlich in Backwaren. Denk an saftige vegane Brownies, einen tiefschwarzen Schokoladenkuchen oder fluffige Muffins. Hier sorgt der Kakao für die intensive Farbe und den Geschmack, den du mit einer pflanzlichen Ganache oder einem Guss noch unterstreichen kannst. Aber es geht weit darüber hinaus:
- Desserts ohne Backen: Eine vegane Mousse au Chocolat auf Basis von Aquafaba (dem Kichererbsenwasser) oder Seidentofu wird mit einem guten Backkakao unglaublich cremig und intensiv. Auch in einem Avocado-Schoko-Pudding oder selbstgemachten Energiekugeln ist er die Hauptattraktion.
- Heiße Schokolade 2.0: Vergiss Fertigmischungen! Rühre einfach einen oder zwei Teelöffel Backkakao mit etwas heißem Wasser zu einer Paste an und gieße das Ganze dann mit deiner liebsten Pflanzenmilch auf. Nach Geschmack süßen – fertig ist ein echter Seelenwärmer.
- Herzhafte Gerichte: Ja, du hast richtig gelesen! Eine Prise Backkakao kann in einem veganen Chili sin Carne Wunder wirken. Er verleiht der Sauce eine unglaubliche Tiefe und Komplexität, ohne dass es nach Schokolade schmeckt. Auch in dunklen Saucen zu Linsenbraten oder in Marinaden für Tofu kann er eine spannende Note sein.
- Tolle Geschmackspartner: Kakao liebt Gesellschaft. Kombiniere ihn mit einer starken Tasse Kaffee für ein Mokka-Aroma, mit der Schärfe von Chili, der Wärme von Zimt oder Kardamom, der Fruchtigkeit von Himbeeren, Kirschen oder Orangen oder der nussigen Note von Walnüssen und Pekannüssen.
Einkauf und Lagerung
Beim Kauf von Backkakao gibt es ein paar Dinge, auf die ich immer achte. Zuerst werfe ich einen Blick auf die Zutatenliste: Da sollte idealerweise nur „Kakaopulver“ oder „stark entöltes Kakaopulver“ stehen. Keine Zusätze, kein Zucker, keine Trennmittel. Du wirst oft die Begriffe „stark entölt“ und „schwach entölt“ finden. Für die meisten Backrezepte ist stark entölter Kakao die beste Wahl. Er hat einen geringeren Fettanteil (ca. 10-12%), ist dunkler, löst sich besser in Flüssigkeiten und hat ein intensiveres Aroma. Schwach entölter Kakao (über 20% Fett) ist milder und eignet sich eher für Konfekt oder Trinkschokolade.
Achte, wenn möglich, auch auf Bio- und Fair-Trade-Siegel. Der Kakaoanbau ist leider oft mit problematischen Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung verbunden. Mit einer bewussten Kaufentscheidung kannst du einen kleinen, aber wichtigen Beitrag leisten.
Die richtige Lagerung ist entscheidend, damit dein Kakao lange frisch und aromatisch bleibt. Das A und O ist ein luftdichtes, lichtundurchlässiges Gefäß. Ich fülle meinen Kakao immer direkt nach dem Öffnen der Pappschachtel in ein Schraubglas oder eine Metalldose um. Lagere ihn an einem kühlen, trockenen Ort – der Küchenschrank ist perfekt, der Kühlschrank hingegen tabu. Die Feuchtigkeit dort lässt den Kakao verklumpen und fremde Gerüche annehmen. Richtig gelagert, hält sich Backkakao locker ein bis zwei Jahre, auch wenn er mit der Zeit langsam an Intensität verlieren kann. Ein kurzer Geruchstest verrät dir aber schnell, ob er noch gut ist.
Tipps für die Zubereitung
Über die Jahre habe ich ein paar Tricks gelernt, die den Umgang mit Backkakao deutlich einfacher und das Ergebnis noch leckerer machen. Diese möchte ich dir natürlich nicht vorenthalten:
- Immer sieben! Das ist mein wichtigster Tipp. Backkakao neigt dazu, winzige, hartnäckige Klümpchen zu bilden. Wenn du ihn nicht siebst, findest du diese später als trockene Nester in deinem fertigen Kuchen. Also: Immer zusammen mit dem Mehl durch ein feines Sieb geben. Das ist ein kleiner Schritt mit riesiger Wirkung.
- Lass den Kakao „aufblühen“ (Blooming): Ein echter Profi-Trick! Rühre das Kakaopulver mit einer heißen Flüssigkeit (z.B. heißem Wasser, Kaffee oder Pflanzenmilch) zu einer dicken Paste an, bevor du es zum Teig gibst. Die Hitze löst die festen Partikel auf und setzt die Geschmacksstoffe frei. Das Ergebnis ist ein viel tieferes, runderes Schokoladenaroma. Probiere es aus, der Unterschied ist gewaltig!
- Die Balance finden: Da