Wer kennt es nicht? Die Soße ist fast perfekt, aber noch zu flüssig. Für mich ist in solchen Momenten Kartoffelstärke der heimliche Held in der Speisekammer. Dieses unscheinbare weiße Pulver ist ein w...

Auf den ersten Blick ist es nur ein feines, quietschendes, weißes Pulver. Aber in diesem Pulver steckt die geballte Kraft der Kartoffel! Kartoffelstärke ist, wie der Name schon verrät, die reine Stärke, die aus Kartoffeln extrahiert wird. Dafür werden die Knollen gerieben, der Saft wird ausgewaschen und die darin enthaltenen Stärkekörner setzen sich ab. Nach dem Trocknen bleibt dieses neutrale, vielseitige Pulver übrig, das ich in meiner Küche für so viele Dinge schätze.
Im Gegensatz zu Mehl, das auch Proteine und andere Bestandteile enthält, ist Kartoffelstärke fast zu 100 % reine Stärke. Das macht sie zu einem unglaublich effizienten Bindemittel. Geschmacklich ist sie dabei ein Chamäleon – also komplett neutral. Sie nimmt den Geschmack der Speisen an, in denen sie verwendet wird, ohne einen eigenen Beigeschmack zu hinterlassen. Das ist ein riesiger Vorteil gegenüber manch anderen Stärken, die manchmal einen leicht mehligen oder getreideartigen Ton mitbringen können. Ihre Textur ist seidig und fast schon samtig, was man spürt, wenn man sie zwischen den Fingern verreibt.
Kartoffelstärke ist in erster Linie ein Energielieferant in Form von Kohlenhydraten. Man verwendet sie aber meist in so kleinen Mengen, dass sie in der Nährwertbilanz eines Gerichts kaum ins Gewicht fällt. Dennoch ist es gut zu wissen, was drinsteckt.
| Nährwert | pro 100g (trocken) |
|---|---|
| Energie | ca. 330 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 82 g |
| davon Zucker | 0 g |
| Eiweiß | < 0,5 g |
| Fett | < 0,1 g |
| Ballaststoffe | ca. 1 g |
Über die reinen Nährwerte hinaus gibt es ein paar spannende Aspekte:
Oh, wo soll ich da nur anfangen? Kartoffelstärke ist für mich einer der unbesungenen Helden der veganen Küche. Ihre Fähigkeit, Flüssigkeiten zu binden, ohne einen Eigengeschmack zu haben, macht sie unglaublich vielseitig. Auch wenn du hier auf der Seite *noch* keine konkreten Rezepte findest, möchte ich dir schon mal Appetit machen, wofür wir sie bald einsetzen werden.
Ihr Haupteinsatzgebiet ist natürlich das Andicken von Flüssigkeiten. Denk an:
Aber das ist längst nicht alles! Ich nutze sie auch, um Texturen zu erzeugen. Eine dünne Schicht Kartoffelstärke auf Tofuwürfeln oder Tempeh, bevor sie in die Pfanne kommen, sorgt für eine unglaublich knusprige Kruste. Das ist ein Trick aus der asiatischen Küche, den ich mir abgeschaut habe und nicht mehr missen möchte. In manchen veganen Käsealternativen hilft sie, eine leicht schmelzende und ziehende Konsistenz zu erreichen. Und in glutenfreien Backmischungen sorgt sie für eine bessere Bindung und eine zartere Krume. Du siehst, die Möglichkeiten sind riesig!
Kartoffelstärke findest du in jedem gut sortierten Supermarkt, meist im Backregal in der Nähe von Mehl und anderen Stärken. Achte beim Kauf einfach darauf, dass die Verpackung unbeschädigt ist. Es gibt keine großen Qualitätsunterschiede zwischen den gängigen Produkten, solange es sich um reine Kartoffelstärke handelt.
Die Lagerung ist denkbar einfach und das liebe ich so an ihr. Fülle sie am besten in ein luftdichtes Gefäß um – ein Schraubglas oder eine Vorratsdose sind perfekt. So ist sie vor Feuchtigkeit und fremden Gerüchen geschützt. Lagere sie an einem kühlen, trocknen und dunklen Ort, zum Beispiel in der Speisekammer oder einem Küchenschrank. Direktes Sonnenlicht oder die Nähe zum Herd mag sie nicht so gerne. Richtig gelagert, hält sich Kartoffelstärke praktisch ewig. Selbst wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist, ist sie meist noch jahrelang gut. Sollte sie mal feucht geworden sein, klumpen oder komisch riechen, dann ist es Zeit, sie zu entsorgen. Aber ehrlich gesagt, ist mir das in 15 Jahren Küche noch nie passiert.
Damit du von Anfang an perfekte Ergebnisse erzielst und nicht die typischen Anfängerfehler machst, habe ich hier meine wichtigsten Praxistipps für dich zusammengefasst: