Ah, der Kohlrabi! Für mich ist diese knackige Knolle eine echte Kindheitserinnerung. Ob roh direkt aus dem Garten geknabbert oder als cremiges Gemüse von Oma – sein mild-süßer Geschmack ist einfach un...

Kohlrabi, dieser seltsam geformte Sputnik der Gemüsewelt, ist für mich ein absoluter Alleskönner in der Küche. Sein Name verrät schon viel über seine Herkunft: Er ist eine deutsche Züchtung und der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern für Kohl ("caulis") und Rübe ("rapum") ab. Botanisch gesehen ist er aber gar keine Rübe, die unter der Erde wächst, sondern eine verdickte, oberirdische Sprossachse. Er gehört, wie sollte es auch anders sein, zur großen Familie der Kreuzblütengewächse, also ein enger Verwandter von Brokkoli, Blumenkohl und Grünkohl.
Schon im 16. Jahrhundert wurde er in Europa angebaut und hat sich von dort aus verbreitet. Was ich am Kohlrabi so schätze, ist sein einzigartiges Geschmacksprofil. Stell dir vor, du beißt in etwas herrlich Knackiges, fast wie ein Apfel, aber mit einem milden, leicht süßlichen und nussigen Aroma. Er hat eine zarte Kohlnote, aber ohne die manchmal strenge Bitterkeit, die man von anderen Kohlsorten kennt. Roh schmeckt er erfrischend und saftig, gekocht wird er butterweich und nimmt Aromen wunderbar auf. Es gibt übrigens nicht nur den bekannten blassgrünen Kohlrabi, sondern auch violette Sorten. Die Farbe sitzt nur in der Schale, das Fruchtfleisch ist bei beiden weiß. Die violetten Sorten sind oft einen Hauch würziger – probier es mal aus!
Lass dich von seiner unscheinbaren Erscheinung nicht täuschen! Der Kohlrabi ist ein kleines Kraftpaket, das perfekt in eine ausgewogene, pflanzliche Ernährung passt. Er ist kalorienarm, aber reich an wichtigen Nährstoffen. Besonders bemerkenswert ist sein hoher Gehalt an Vitamin C.
| Nährwert | pro 100g (roh) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 27 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 6 g |
| davon Zucker | ca. 2,6 g |
| Ballaststoffe | ca. 3,6 g |
| Eiweiß | ca. 1,7 g |
| Fett | ca. 0,1 g |
| Vitamin C | ca. 62 mg |
| Kalium | ca. 350 mg |
Was bedeuten diese Werte für dich und deine Gesundheit? Eine ganze Menge!
Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsthema: Was stellen wir mit dieser tollen Knolle an? Die Antwort: fast alles! Kohlrabi ist ein wahrer Verwandlungskünstler und fühlt sich in den unterschiedlichsten Gerichten zu Hause. Seine Milde macht ihn zum perfekten Partner für kräftige und zarte Aromen.
Die einfachste und vielleicht beste Art, Kohlrabi zu genießen, ist roh. In feine Stifte oder Scheiben geschnitten, ist er der perfekte, gesunde Snack für zwischendurch. Dazu ein leckerer Kräuterquark auf Haferbasis oder ein würziger Hummus – einfach himmlisch. Genauso gut macht er sich geraspelt oder in feine Streifen (Julienne) geschnitten in frischen Salaten. Die knackige Textur ist ein toller Kontrast zu weichen Blattsalaten.
Gekocht entfaltet der Kohlrabi eine ganz andere Seite. Der Klassiker ist natürlich ein cremiges Kohlrabigemüse. Statt mit Sahne aus Kuhmilch bereite ich es mit einer pflanzlichen Alternative zu, zum Beispiel auf Basis von Hafer oder Cashewkernen. Mit etwas Muskatnuss, Salz, Pfeffer und frischer Petersilie abgeschmeckt, ist das für mich pures Soulfood, am besten zu Salzkartoffeln. Aber da hört es noch lange nicht auf! Hast du schon mal Kohlrabi-Schnitzel probiert? Dafür schneidest du die Knolle in etwa 1 cm dicke Scheiben, garst sie kurz vor, panierst sie dann wie ein klassisches Schnitzel und brätst sie goldbraun aus. Eine unglaublich leckere Überraschung!
Weitere Ideen gefällig? Kohlrabi passt hervorragend in Suppen und Eintöpfe, zum Beispiel in einer klaren Gemüsebrühe mit Karotten und Erbsen oder püriert als feine Cremesuppe. Im Ofen geröstet, entwickelt er eine tolle Süße. Einfach in Spalten schneiden, mit Olivenöl und Kräutern mischen und backen, bis er weich und leicht gebräunt ist. Daraus lassen sich auch fantastische Kohlrabi-Pommes machen! Und für einen leichten Auflauf kannst du ihn mit Kartoffeln schichten und mit einer veganen Käsesoße überbacken. Du siehst, die Möglichkeiten sind endlos. Sobald wir die ersten Rezepte hier auf der Seite haben, wirst du sie genau hier finden!
Damit dein Kohlrabi-Gericht auch wirklich zum Genuss wird, beginnt alles schon beim Einkauf. Es gibt ein paar einfache Dinge, auf die ich immer achte. Greif am besten zu den kleineren bis mittelgroßen Knollen. Riesige Exemplare sehen zwar beeindruckend aus, neigen aber dazu, holzig und faserig zu sein. Die kleineren sind meist zarter und aromatischer.
Achte auf eine glatte, unversehrte Schale ohne Risse oder braune Flecken. Ein ganz wichtiges Frischemerkmal sind die Blätter! Wenn der Kohlrabi noch seine Blätter hat und diese frisch, grün und knackig aussehen, ist das ein super Zeichen. Sind die Blätter schon welk und gelb, liegt die Knolle wahrscheinlich schon eine Weile. Fühle auch mal die Knolle selbst: Sie sollte sich fest und schwer für ihre Größe anfühlen.
Zuhause angekommen, solltest du den Kohlrabi richtig lagern, um seine Frische zu bewahren. Der erste und wichtigste Schritt: Entferne die Blätter! Sie entziehen der Knolle Wasser und lassen sie schneller schrumpelig werden. Aber wirf sie nicht weg, dazu gleich mehr. Die Knolle selbst wickle ich am liebsten in ein leicht feuchtes Küchentuch und lege sie ins Gemüsefach des Kühlschranks. So hält sie sich locker eine Woche, oft sogar länger. Angeschnittener Kohlrabi sollte mit Frischhaltefolie abgedeckt und innerhalb von zwei bis drei Tagen verbraucht werden.
Über die Jahre in der Küche habe ich ein paar Tricks gelernt, wie man das Beste aus dem Kohlrabi herausholt. Hier sind meine persönlichen Tipps für dich: