Wer liebt es nicht, dieses Gefühl, wenn die Gabel in ein herrlich fluffiges Kartoffelpüree sinkt? Genau dafür sind mehligkochende Kartoffeln die unangefochtenen Stars. Ihre weiche, stärkereiche Textur...

Stell dir die Kartoffelwelt als ein Spektrum vor. An einem Ende hast du die festkochenden, am anderen die mehligkochenden Sorten. Wie der Name schon verrät, zerfallen diese Knollen beim Kochen leichter und bekommen eine trockene, fast mehlige Konsistenz. Der Grund dafür ist ihr hoher Stärkegehalt, der typischerweise über 16 % liegt. Wenn diese Stärkekörner beim Erhitzen aufquellen, sprengen sie die Zellwände der Kartoffel und sorgen für diese wunderbar lockere, fluffige Struktur. Das ist kein Fehler, sondern ihre Superkraft!
Geschmacklich sind sie eher mild und nehmen Aromen von Gewürzen, Kräutern und Saucen fantastisch auf. Ihre Textur ist ihr Markenzeichen: weich, zart und niemals wässrig. Während festkochende Sorten für Bratkartoffeln oder Salat glänzen, sind die mehligen die unbestrittenen Königinnen für alles, was gestampft, püriert oder zu Teig verarbeitet werden soll. Ich persönlich greife zu keiner anderen Sorte, wenn ein cremiges Püree oder selbstgemachte Gnocchi auf dem Plan stehen.
Die Kartoffel hat zu Unrecht manchmal einen schlechten Ruf. Dabei ist sie, besonders in ihrer mehligen Form, ein echtes Kraftpaket und eine wertvolle Grundlage für eine ausgewogene Ernährung. Sie liefert langanhaltende Energie und wichtige Nährstoffe.
| Nährwert | pro 100g (gekocht) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 85 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 18 g |
| davon Stärke | ca. 16.5 g |
| Ballaststoffe | ca. 2 g |
| Eiweiß | ca. 2 g |
| Fett | < 0.1 g |
Darüber hinaus stecken in ihr noch weitere Schätze:
In der veganen Küche sind mehligkochende Kartoffeln wahre Alleskönner, wenn es um Textur und Cremigkeit geht. Sie ersetzen oft die Bindung oder Sämigkeit, die in traditionellen Rezepten durch Sahne oder Eier entsteht. Ihre Fähigkeit, Flüssigkeit aufzusaugen, macht sie zur idealen Zutat für eine Vielzahl von Gerichten.
Wofür eignen sie sich am besten? Ganz klar für:
Kombinieren lassen sie sich wunderbar mit kräftigen Aromen. Denk an Rosmarin, Thymian, geräuchertes Paprikapulver oder Hefeflocken für einen käsigen Geschmack im Püree. Auch Linsen, Bohnen und kräftiges Wintergemüse wie Grünkohl oder Wirsing sind fantastische Partner.
Die beste Kartoffel nützt nichts, wenn sie falsch gelagert wird. Damit du immer das Beste aus deinen Knollen herausholst, hier ein paar Tipps aus meiner Küchenpraxis.
Beim Einkauf: Achte darauf, dass die Kartoffeln fest und prall sind. Die Schale sollte unversehrt sein, ohne dunkle Flecken, Druckstellen oder Keimansätze. Grüne Stellen sind ein absolutes No-Go! Sie enthalten Solanin, einen natürlichen Giftstoff, der zu Magenbeschwerden führen kann. Kleine grüne Stellen kannst du großzügig wegschneiden, bei starkem Befall solltest du die Kartoffel aber lieber entsorgen.
Die richtige Lagerung: Kartoffeln mögen es kühl, dunkel und luftig. Ein Keller, eine kühle Speisekammer oder eine Holzkiste an einem schattigen Ort sind ideal. Die optimale Temperatur liegt zwischen 4 und 8 Grad Celsius. Und ganz wichtig: Der Kühlschrank ist tabu! Dort ist es zu kalt, was dazu führt, dass die Stärke in Zucker umgewandelt wird. Die Kartoffel schmeckt dann unangenehm süßlich und wird beim Braten oder Frittieren schneller braun. Lagere sie auch nicht neben Zwiebeln, da diese Gase abgeben, die die Kartoffeln schneller keimen lassen.
Über die Jahre habe ich ein paar Tricks gelernt, um das Maximum aus mehligkochenden Kartoffeln herauszuholen. Vielleicht ist ja auch für dich etwas Neues dabei?
Kann ich mehligkochende Kartoffeln auch für Kartoffelsalat verwenden?
Davon würde ich dir dringend abraten. Durch ihren hohen Stärkegehalt und die lockere Struktur zerfallen sie beim Kochen und erst recht beim Mischen mit dem Dressing. Das Ergebnis wäre eher ein Kartoffelbrei als ein Salat mit bissfesten Scheiben. Für Kartoffelsalat, Gratins oder Bratkartoffeln solltest du immer zu festkochenden oder vorwiegend festkochenden Sorten greifen.
Was ist der genaue Unterschied zwischen den Kochtypen?
Es gibt drei Haupttypen: Festkochend (niedriger Stärkegehalt, feuchte Textur, bleiben beim Kochen fest), Vorwiegend festkochend (mittelere Stärke, eine gute Allrounder-Kartoffel) und Mehligkochend (hoher Stärkegehalt, trockene, lockere Textur, zerfallen leicht). Die Wahl hängt also immer vom Gericht ab, das du zubereiten möchtest.
Warum werden meine selbstgemachten Gnocchi manchmal zäh oder matschig?
Das ist ein häufiges Problem mit mehreren möglichen Ursachen. Oft liegt es daran, dass die Kartoffeln zu wässrig sind (Tipp: im Ofen backen statt kochen!) oder der Teig zu lange geknetet wurde. Gib nur so viel Mehl wie nötig hinzu und verarbeite den Teig zügig, bis er gerade so zusammenhält. Je mehr du knetest, desto mehr Gluten entwickelt sich und desto zäher werden die Gnocchi.