Kaum eine Zutat hat meine vegane Küche so revolutioniert wie der Pflanzendrink. Ob cremiger Haferdrink im Kaffee oder reichhaltiger Sojadrink in einer Sauce – diese Alleskönner sind aus meinem Alltag ...

Wenn ich meine Speisekammer öffne, lacht mich immer eine bunte Vielfalt an Pflanzendrinks an. Aber was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Ganz einfach: Pflanzendrinks sind milchähnliche Getränke, die aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden. Die Basis können Getreide wie Hafer oder Dinkel sein, Hülsenfrüchte wie Soja oder Erbsen, Nüsse wie Mandeln und Cashews oder sogar Samen wie Hanf. Die Herstellung ist im Grunde immer ähnlich: Die Hauptzutat wird mit Wasser eingeweicht, fein püriert und anschließend gefiltert, um die festen Bestandteile von der Flüssigkeit zu trennen.
Die Idee ist dabei gar nicht so neu, wie man vielleicht denkt. Sojamilch zum Beispiel hat in der asiatischen Küche eine jahrhundertelange Tradition und wurde schon vor Ewigkeiten für Gerichte wie Tofu oder einfach als Getränk genutzt. Was sich aber in den letzten Jahren getan hat, ist eine wahre Geschmacksexplosion. Die Vielfalt ist schier unglaublich geworden und für jeden Geschmack und jeden Zweck findet sich der passende Drink. Ich liebe es, mit den verschiedenen Sorten zu experimentieren und immer wieder neue Favoriten zu entdecken.
Das Geschmacksprofil variiert dabei stark. Haferdrinks sind oft von Natur aus leicht süßlich und haben eine wunderbar cremige, vollmundige Textur. Sojadrinks sind eher neutral mit einer leicht nussig-bohnigen Note und einem hohen Proteingehalt. Mandeldrinks schmecken, wenig überraschend, dezent nach Marzipan und sind meist etwas wässriger. Reisdrinks sind ebenfalls sehr mild und eher süß, aber auch dünnflüssiger. Es lohnt sich wirklich, sich durch das Sortiment zu probieren und herauszufinden, welcher Drink dein persönlicher Favorit für den Kaffee, das Müsli oder zum Kochen ist.
Pflanzendrinks sind nicht nur lecker, sondern bringen auch einige ernährungsphysiologische Vorteile mit sich. Die genauen Werte schwanken natürlich je nach Sorte, Hersteller und ob Zucker oder Vitamine zugesetzt wurden. Als Beispiel habe ich hier mal die durchschnittlichen Nährwerte für einen ungesüßten Haferdrink aufgeführt, da er einer der beliebtesten Allrounder ist.
| Nährwert | pro 100 ml |
|---|---|
| Energie | 45 kcal |
| Fett | 1,5 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 0,2 g |
| Kohlenhydrate | 6,5 g |
| davon Zucker | 3,5 g |
| Ballaststoffe | 0,8 g |
| Eiweiß | 0,5 g |
| Salz | 0,1 g |
Abgesehen von den reinen Zahlen gibt es viele Gründe, warum Pflanzendrinks eine tolle Ergänzung für jeden Speiseplan sind, nicht nur für Veganer:
Für mich als Koch sind Pflanzendrinks das Schweizer Taschenmesser in der veganen Küche. Ihre Vielseitigkeit ist einfach unschlagbar. Weg vom reinen Milchersatz im Kaffee, haben sie sich zu einer eigenständigen, kreativen Zutat entwickelt. Wohin passt also welcher Drink am besten? Lass uns das mal genauer ansehen.
Für den perfekten Milchkaffee oder Cappuccino schwöre ich auf sogenannte Barista-Editionen. Meist sind das Hafer- oder Sojadrinks, denen ein klein wenig Öl und ein Säureregulator zugesetzt wurden. Das Ergebnis? Stabiler, feinporiger Schaum, der nicht sofort zusammenfällt, und kein Ausflocken im heißen Kaffee. Ein echter Game-Changer für den Morgen!
Beim Backen eröffnen sich ebenfalls Welten. Ein saftiger Schokokuchen? Gelingt wunderbar mit einem neutralen Sojadrink. Fluffige Pancakes? Werden mit einem leicht süßlichen Haferdrink besonders lecker. Generell gilt: Reichhaltigere Drinks wie Soja- oder spezielle Kochcremes auf Pflanzenbasis eignen sich super für schwere Teige, während leichtere Drinks wie Reis- oder Mandeldrink gut zu luftigem Gebäck passen.
Und dann wären da noch die herzhaften Gerichte. Eine cremige Béchamelsauce für Lasagne, ein sahniges Kartoffelgratin oder eine feine Suppe? Absolut kein Problem! Hier greife ich am liebsten zu ungesüßten Soja-, Hafer- oder Cashewdrinks. Sie bringen die nötige Cremigkeit und einen neutralen Geschmack mit, der die anderen Aromen nicht überdeckt. Ein Schuss Pflanzendrink kann auch ein scharfes Curry abrunden oder einem einfachen Kartoffelpüree eine ungeahnte Geschmeidigkeit verleihen.
Die Regale im Supermarkt sind voll – wie findet man da den richtigen Pflanzendrink? Mein erster Tipp ist immer: Schau auf die Zutatenliste. Du wirst überrascht sein, wie groß die Unterschiede sind. Manche Drinks bestehen nur aus der Hauptzutat (z.B. Hafer), Wasser und einer Prise Salz. Andere enthalten zugesetzten Zucker, Sonnenblumenöl, Verdickungsmittel oder Aromen. Für den puren Geschmack und zum Kochen bevorzuge ich die puristischen Varianten ohne Zucker. Die angereicherten Versionen mit Calcium und Vitaminen sind wiederum eine clevere Wahl für den täglichen Gebrauch.
Du findest Pflanzendrinks meist in zwei Varianten: ungekühlt im Tetra-Pak (UHT-erhitzt) und gekühlt im Kühlregal. Die ungekühlten sind wahre Vorratshelden. Geschlossen halten sie sich bei Raumtemperatur viele Monate. Einmal geöffnet, gehören sie aber unbedingt in den Kühlschrank und sollten, wie auf der Packung angegeben, innerhalb von 3-5 Tagen verbraucht werden. Ich schreibe mir oft mit einem Stift das Öffnungsdatum auf den Karton, um den Überblick zu behalten.
Die frischen Varianten aus dem Kühlregal haben von vornherein eine kürzere Haltbarkeit und müssen durchgehend gekühlt werden. Geschmacklich finde ich sie manchmal noch eine Spur frischer, aber das ist wirklich Geschmackssache. Wichtig bei allen Sorten: Vor dem Gebrauch einmal kräftig schütteln! Die natürlichen Bestandteile können sich am Boden absetzen, was aber völlig normal ist.
Über die Jahre habe ich ein paar Tricks gesammelt, um das Beste aus Pflanzendrinks herauszuholen und typische Pannen zu vermeiden. Diese Erfahrungen teile ich gerne mit dir:
Welcher Pflanzendrink schmeckt am meisten wie Kuhmilch?
Ganz ehrlich? Keiner schmeckt exakt wie Kuhmilch – und das ist auch gut so! Jeder Pflanzendrink hat seinen eigenen Charakter. Wenn du aber einen möglichst neutralen, cremigen Geschmack suchst, der in vielen Anwendungen funktioniert, würde ich dir einen guten Haferdrink oder einen milden Sojadrink empfehlen. Es gibt auch spezielle Mischungen, die versuchen, den Geschmack und die Textur von Kuhmilch zu imitieren.
Kann ich jeden Pflanzendrink 1:1 als Milchersatz beim Backen verwenden?
In den meisten Rezepten funktioniert das problemlos, ja