Ich kann mir meinen Morgenkaffee ohne einen cremigen Schuss Haferdrink gar nicht mehr vorstellen. Pflanzliche Milchalternativen sind aus der veganen Küche nicht mehr wegzudenken und bieten eine unglau...

Wenn wir von „pflanzlicher Milch“ sprechen, meinen wir eigentlich Pflanzendrinks. Rein rechtlich darf in der EU nur tierische Milch als „Milch“ bezeichnet werden, aber im Alltag hat sich der Begriff einfach durchgesetzt. Es handelt sich dabei um wässrige Auszüge aus Getreide, Hülsenfrüchten, Nüssen oder Samen. Stell dir vor, du weichst Haferflocken in Wasser ein, mixt das Ganze kräftig durch und filterst die festen Bestandteile heraus – schon hast du die Basis für einen Haferdrink. So einfach ist das Prinzip.
Die Idee ist dabei alles andere als neu. Sojadrink zum Beispiel ist in der asiatischen Küche seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil. Was sich aber in den letzten Jahren getan hat, ist eine wahre Geschmacksexplosion. Die Regale im Supermarkt biegen sich unter der Vielfalt: Soja, Hafer, Mandel, Reis, Dinkel, Kokos, Cashew, Erbse … die Liste wird gefühlt jeden Monat länger. Jede Sorte bringt ihr ganz eigenes Geschmacksprofil mit:
Diese Vielfalt ist es, die Pflanzendrinks für mich als Koch so spannend macht. Es ist nicht einfach nur ein Ersatz, sondern eine eigenständige Zutat mit unzähligen kulinarischen Möglichkeiten.
Die Nährwerte von Pflanzendrinks können stark variieren, je nach Sorte, Hersteller und ob Zucker oder Vitamine zugesetzt wurden. Als Beispiel dient hier ein durchschnittlicher, ungesüßter Sojadrink, der oft als ernährungsphysiologisch wertvoll gilt.
| Nährwert | pro 100ml |
|---|---|
| Energie | 32 kcal |
| Fett | 1,8 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 0,3 g |
| Kohlenhydrate | 0,2 g |
| davon Zucker | 0 g |
| Eiweiß | 3,3 g |
| Salz | 0,1 g |
Wichtiger Hinweis: Diese Werte sind nur ein Richtwert. Ein Haferdrink hat tendenziell mehr Kohlenhydrate, ein Mandeldrink weniger Protein. Schau am besten immer auf die Verpackung deines Lieblingsprodukts.
Abseits der reinen Zahlen bieten Pflanzendrinks einige handfeste Vorteile, gerade in der veganen Ernährung:
Hier wird es richtig spannend! Pflanzendrinks sind in meiner Küche absolute Allrounder. Ich benutze sie täglich, und zwar längst nicht nur für den Kaffee. Die Frage ist nicht so sehr, wofür man sie verwenden kann, sondern eher: welche Sorte für welches Gericht?
Für cremige Saucen, wie eine Béchamel für Lasagne oder eine Rahmsoße zu Pilzen, greife ich am liebsten zu ungesüßtem Hafer- oder Cashewdrink. Sie haben eine tolle Textur und einen neutralen bis leicht süßlichen Geschmack, der die anderen Aromen nicht überdeckt. Ein Schuss Sojadrink kann auch funktionieren, aber achte darauf, dass der Eigengeschmack nicht zu dominant wird.
Beim Backen sind Soja- und Haferdrinks meine erste Wahl. Sojadrink liefert durch seinen hohen Proteingehalt eine gute Struktur für Kuchen und Muffins. Haferdrink bringt eine saftige Konsistenz und eine feine Süße mit. Mandel- oder Reisdrink sind wässriger und können die Textur des Gebäcks verändern – hier muss man eventuell mit der Mehlmenge etwas experimentieren.
In Smoothies und Müslis kannst du dich komplett austoben. Magst du es nussig? Nimm Mandeldrink. Soll es cremig sein? Haferdrink. Brauchst du einen extra Protein-Kick nach dem Sport? Dann ist Soja- oder Erbsendrink ideal. Kokosdrink verleiht allem eine exotische Note. Es gibt keine falschen Kombinationen, nur persönliche Vorlieben.
Und was ist mit herzhaften Gerichten? In einer Kartoffelsuppe oder einem cremigen Curry macht sich Kokosdrink hervorragend. Für Kartoffelpüree nehme ich gerne einen neutralen Soja- oder Haferdrink und eine gute Portion vegane Butter. Das Ergebnis wird wunderbar cremig.
Der Gang durchs Pflanzendrink-Regal kann überwältigend sein. Worauf solltest du also achten? Mein erster Blick geht immer auf die Zutatenliste. Die Faustregel lautet: je kürzer, desto besser. Wasser und die Basiszutat (z.B. Hafer, Soja) sollten an erster Stelle stehen. Viele Produkte enthalten noch etwas Öl für die Cremigkeit, Salz für den Geschmack und vielleicht einen Säureregulator für die Haltbarkeit. Das ist alles in Ordnung.
Achte gezielt auf den Zusatz „ohne Zuckerzusatz“. Viele Drinks, gerade die günstigeren, enthalten versteckten Zucker, der den Geschmack verfälscht und unnötige Kalorien liefert. Für den perfekten Milchschaum gibt es spezielle „Barista“-Editionen. Sie haben meist einen etwas höheren Fett- oder Proteingehalt, der für einen stabilen, feinporigen Schaum sorgt. Der Unterschied ist wirklich enorm, glaub mir!
Die Lagerung ist unkompliziert. Ungeöffnet sind die Tetra Paks bei Raumtemperatur monatelang haltbar. Einmal geöffnet, gehört der Drink aber unbedingt in den Kühlschrank. Dort hält er sich dann je nach Sorte und Hersteller etwa 4 bis 7 Tage. Mein Tipp aus der Praxis: Schreibe mit einem Stift das Datum der Öffnung auf die Packung. So verlierst du nie den Überblick und vermeidest böse Überraschungen.
Im Laufe der Jahre habe ich einige Tricks gelernt, um das Beste aus Pflanzendrinks herauszuholen und typische Pannen zu vermeiden. Hier sind meine wichtigsten Tipps: