Kaum eine Zutat ist in meiner Küche so ein treuer Begleiter wie ein gutes Pflanzenöl. Insbesondere Rapsöl ist für mich ein echter Alleskönner, der vom knackigen Salat bis zum heißen Wok-Gericht fast a...

Wenn wir von Pflanzenöl sprechen, meinen wir Fette, die aus den Samen, Früchten oder Keimen von Pflanzen gewonnen werden. Die Vielfalt ist riesig und reicht von Sonnenblumen- über Oliven- bis hin zu Leinöl. Einer der beliebtesten und vielseitigsten Vertreter in unseren Breitengraden ist aber ganz klar das Rapsöl, das aus den kleinen, schwarzen Samen der leuchtend gelb blühenden Rapspflanze gepresst wird. Wer hat diese strahlenden Felder im Frühling nicht schon einmal bewundert?
Beim Rapsöl müssen wir aber eine wichtige Unterscheidung treffen, die für die Küche entscheidend ist: kaltgepresstes (natives) und raffiniertes Öl. Kaltgepresstes Öl wird, wie der Name schon sagt, ohne Hitzezufuhr rein mechanisch gepresst. Dadurch bleiben viele wertvolle Inhaltsstoffe und vor allem der sortentypische Geschmack erhalten. Natives Rapsöl schmeckt fein-nussig, manchmal fast ein wenig saatig. Raffiniertes Öl hingegen wird nach dem Pressen noch weiterverarbeitet – es wird entschleimt, entsäuert und desodoriert. Das klingt erstmal technisch, hat aber einen großen Vorteil: Das Öl wird hitzestabiler und geschmacksneutral. Es ist also der perfekte, unaufdringliche Partner für fast alle Zubereitungsarten.
Pflanzenöle sind reines Fett und damit natürlich kalorienreich. Doch Fett ist nicht gleich Fett! Gerade Rapsöl glänzt mit einer für unsere Gesundheit sehr vorteilhaften Zusammensetzung der Fettsäuren. Es ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine Zutat Genuss und ernährungsphysiologischen Nutzen verbinden kann.
| Nährwert | pro 100g (Rapsöl, Durchschnitt) |
|---|---|
| Energie | 884 kcal / 3700 kJ |
| Fett | 100 g |
| - davon gesättigte Fettsäuren | ca. 7 g |
| - davon einfach ungesättigte Fettsäuren | ca. 63 g |
| - davon mehrfach ungesättigte Fettsäuren | ca. 28 g |
| Vitamin E | ca. 19 mg |
Was bedeuten diese Zahlen für dich? Hier sind die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
In der veganen Küche ist ein gutes Pflanzenöl Gold wert. Es ist nicht nur ein Geschmacksträger, sondern auch entscheidend für die Textur vieler Gerichte. Die Frage ist nur: Welches Öl für was? Hier kommt meine persönliche Faustregel, die mir schon unzählige Male geholfen hat.
Kaltgepresstes, natives Rapsöl ist mein Star für die kalte Küche. Sein feiner, nussiger Geschmack ist eine echte Bereicherung und sollte nicht durch Hitze zerstört werden. Ich verwende es liebend gern für:
Raffiniertes Rapsöl ist dagegen mein Arbeitstier für alles, was heiß wird. Es ist geschmacksneutral und hat einen hohen Rauchpunkt (der Punkt, an dem Öl anfängt zu rauchen und ungesunde Stoffe bildet). Damit ist es ideal für:
Beim Kauf von Öl gibt es ein paar Dinge, auf die du achten kannst, um die beste Qualität zu bekommen. Ich schaue immer auf das Etikett: Steht dort „kaltgepresst“ oder „nativ“? Dann ist es für die kalte Küche. Steht dort nur „Pflanzenöl“ oder „Rapsöl“, handelt es sich meist um die raffinierte, hitzestabile Variante. Ein weiterer Tipp von mir: Greife, wenn möglich, zu Öl in dunklen Glasflaschen. Licht ist neben Sauerstoff und Wärme der größte Feind von gutem Öl und lässt es schneller ranzig werden.
Die richtige Lagerung ist dann das A und O, damit du lange Freude an deinem Öl hast. Der beste Platz ist kühl und dunkel, also zum Beispiel in der Speisekammer oder einem geschlossenen Küchenschrank. Direkt neben dem Herd hat die Flasche nichts zu suchen, auch wenn es praktisch erscheint! Nach dem Öffnen solltest du das Öl innerhalb weniger Monate verbrauchen. Verschließe die Flasche immer gut, damit so wenig Sauerstoff wie möglich darankommt.
Über die Jahre in der Küche habe ich ein paar Tricks gelernt, die den Umgang mit Öl einfacher und besser machen. Vielleicht ist ja auch für dich etwas Neues dabei: