Rezepte mit Reismehl
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Was ist Reismehl?
Reismehl ist, wie der Name schon verrät, nichts anderes als sehr fein gemahlener Reis. Klingt simpel, oder? Doch in dieser Einfachheit liegt eine unglaubliche Vielseitigkeit. Es ist eine der wichtigsten Zutaten in vielen asiatischen Küchen und blickt auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen zwei Sorten: weißem Reismehl, das aus poliertem Reis hergestellt wird, und braunem Reismehl (Vollkornreismehl), für das das ganze Reiskorn samt Schale und Keimling vermahlen wird.
Geschmacklich ist weißes Reismehl sehr neutral und hat nur eine ganz zarte, leicht süßliche Note. Das macht es zum perfekten Teamplayer, der sich nicht in den Vordergrund drängt. Braunes Reismehl schmeckt etwas nussiger und kräftiger. Die Textur ist unglaublich fein und pudrig, fast wie Puderzucker. Diese Eigenschaft ist entscheidend für viele Gerichte, von zarten Kuchen bis hin zu seidigen Saucen.
Nährwerte und gesundheitliche Vorteile
Werfen wir mal einen Blick auf die inneren Werte. Reismehl ist vor allem eine hervorragende Energiequelle. Hier eine kleine Übersicht, was in 100 Gramm weißem Reismehl so steckt (die Werte können je nach Hersteller leicht variieren):
| Nährwert | pro 100g |
|---|---|
| Energie | ca. 360 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 80 g |
| davon Zucker | ca. 0.1 g |
| Eiweiß | ca. 6 g |
| Fett | ca. 1.4 g |
| Ballaststoffe | ca. 2.4 g |
Doch was bedeutet das für dich und deine Gesundheit? Die Vorteile, besonders in der pflanzlichen Ernährung, sind nicht zu verachten:
- Natürlich glutenfrei: Das ist wohl der größte Pluspunkt. Für Menschen mit Zöliakie oder einer Glutensensitivität ist Reismehl ein Segen und eröffnet eine Welt des Backens und Kochens, die sonst verschlossen bliebe.
- Leicht verdaulich: Reis gilt allgemein als sehr bekömmlich. Das Mehl ist da keine Ausnahme und eignet sich super für eine schonende Ernährung.
- Guter Energielieferant: Die komplexen Kohlenhydrate versorgen deinen Körper langanhaltend mit Energie, ohne den Blutzuckerspiegel in die Höhe schnellen zu lassen.
- Vollkorn-Power: Wenn du zu braunem Reismehl greifst, profitierst du zusätzlich von mehr Ballaststoffen, Vitaminen (vor allem B-Vitamine) und Mineralstoffen, die in der Schale des Reiskorns stecken.
Reismehl in der veganen Küche
Jetzt wird es richtig spannend! Wie setzen wir dieses weiße Gold in der Küche ein? Die Möglichkeiten sind schier endlos. In der veganen Küche ist Reismehl ein echtes Multitalent, das oft als Ei-Ersatz, Bindemittel oder einfach als Basis für glutenfreie Leckereien dient.
Eine seiner Paraderollen ist die des Bindemittels. Es verleiht Saucen, Suppen und Puddings eine wunderbar cremige Konsistenz, ganz ohne Stärke oder tierische Produkte. Ich nutze es zum Beispiel gerne, um eine vegane Béchamelsauce anzudicken – das Ergebnis wird herrlich samtig. Auch in Bratlingen oder Gemüsefrikadellen hilft es, die Masse zusammenzuhalten.
Im Bereich des Backens ist Reismehl unverzichtbar für glutenfreie Kreationen. Ob für fluffige Muffins, saftige Kuchenböden oder knusprige Kekse – es bildet oft die Basis. Aber Achtung: Selten wird es allein verwendet. Seine Stärke liegt im Teamplay! In Kombination mit anderen glutenfreien Mehlen wie Buchweizen-, Mandel- oder Kichererbsenmehl und Bindemitteln wie Johannisbrotkernmehl oder Tapiokastärke entfaltet es sein volles Potenzial. Diese Mischungen sorgen für eine bessere Struktur und verhindern, dass das Gebäck zu trocken oder krümelig wird.
Und dann gibt es da noch die ganze Welt der asiatischen Spezialitäten. Hast du schon mal von Tempura gehört? Dieser hauchdünne, knusprige Teigmantel für frittiertes Gemüse besteht oft zu einem großen Teil aus Reismehl. Oder die bereits erwähnten Mochi, japanische Reiskuchen aus Klebreismehl (eine spezielle Sorte!), die eine einzigartige, weiche und zähe Textur haben. Auch viele asiatische Nudeln und Dumpling-Teige basieren auf diesem Alleskönner.
Einkauf und Lagerung
Gutes Reismehl zu finden, ist heutzutage zum Glück kein Problem mehr. Du bekommst es in gut sortierten Supermärkten, in Bioläden, Reformhäusern und natürlich in jedem Asiamarkt. Beim Kauf solltest du auf ein paar Dinge achten. Wirf einen Blick auf das Haltbarkeitsdatum und wähle eine Packung, die noch lange frisch ist. Die Verpackung sollte unbeschädigt und fest verschlossen sein, um das Mehl vor Feuchtigkeit und Schädlingen zu schützen.
Ich persönlich bevorzuge Mehl in Papierverpackungen, fülle es zu Hause aber sofort um. Der beste Ort für dein Reismehl ist ein luftdichter Behälter. Eine Glasdose mit Bügelverschluss oder eine gut schließende Vorratsdose aus Kunststoff sind ideal. So gelagert, hält es sich an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort wie der Speisekammer problemlos mehrere Monate. Weißes Reismehl ist dabei unkomplizierter und länger haltbar. Braunes Reismehl enthält durch das volle Korn mehr Fette und kann daher schneller ranzig werden. Hier lohnt es sich, es im Kühlschrank aufzubewahren, um die Haltbarkeit zu verlängern – ein kleiner Profi-Tipp!
Tipps für die Zubereitung
Aus meiner Küchenpraxis habe ich ein paar Kniffe gesammelt, die dir den Umgang mit Reismehl erleichtern werden:
- Immer sieben: Reismehl neigt dazu, kleine Klümpchen zu bilden. Siebe es daher vor der Verwendung immer, besonders beim Backen. Das sorgt für einen glatten Teig und ein gleichmäßiges Ergebnis.
- Flüssigkeit anpassen: Reismehl absorbiert mehr Flüssigkeit als Weizenmehl. Wenn du ein Rezept umwandelst, musst du wahrscheinlich die Flüssigkeitsmenge (Pflanzendrink, Wasser) erhöhen. Taste dich langsam heran, bis die Konsistenz stimmt.
- Die richtige Mischung macht's: Ersetze Weizenmehl niemals 1:1 nur durch Reismehl. Das Ergebnis wird oft trocken und bröselig. Eine gute Faustregel für glutenfreie Backmischungen ist eine Kombination aus einem Basis-Mehl (wie Reismehl), einem Stärkemehl (wie Tapioka- oder Maisstärke) und einem Bindemittel (wie Xanthan oder gemahlene Flohsamenschalen).
- Für Saucen eine Schwitze anrühren: Um Klumpen in Saucen zu vermeiden, rühre das Reismehl zuerst mit etwas kalter Flüssigkeit zu einer glatten Paste an (eine sogenannte Schwitze oder Slurry), bevor du es in die heiße Flüssigkeit gibst.
- Nicht überkneten: Da Reismehl kein Gluten enthält, musst du den Teig nicht lange kneten, um Glutenstränge zu entwickeln. Ein kurzes Vermischen der Zutaten genügt vollkommen.
Häufige Fragen zu Reismehl
Ist Reismehl das Gleiche wie Klebreismehl?
Nein, das ist ein wichtiger Unterschied! Normales Reismehl wird aus Lang- oder Mittelkornreis hergestellt. Klebreismehl (glutinous rice flour) hingegen wird aus einer speziellen Reissorte, dem Klebreis, gewonnen. Obwohl auch Klebreismehl glutenfrei ist, hat es einen viel höheren Stärkeanteil, der beim Kochen eine klebrige, zä