Ah, die Tomate! Für mich ist sie der Inbegriff des Sommers und eine absolute Alleskönnerin in der Küche. Ob sonnengereift im Salat oder langsam geschmort in einer tiefroten Sauce – ihr Aroma ist einfa...

Wer kennt sie nicht, die leuchtend rote Kugel, die in so vielen unserer Lieblingsgerichte die Hauptrolle spielt? Botanisch gesehen ist die Tomate tatsächlich eine Beere und somit Obst. In der Küche hat sie sich aber weltweit als Gemüse etabliert. Ein lustiger kleiner Widerspruch, der ihre Vielseitigkeit nur unterstreicht, findest du nicht auch? Ursprünglich stammt die „Paradeiser“, wie sie in Österreich liebevoll genannt wird, aus Süd- und Mittelamerika. Dort wurde sie schon von den Azteken kultiviert, bevor sie im 16. Jahrhundert durch spanische Entdecker ihren Weg nach Europa fand. Anfangs war man hier skeptisch und pflanzte sie nur als Zierpflanze, da man sie für giftig hielt. Kaum zu glauben, wenn man bedenkt, dass sie heute aus der europäischen Küche nicht mehr wegzudenken ist.
Das Geschmacksprofil einer Tomate ist eine faszinierende Komposition. Eine wirklich gute, reife Tomate balanciert perfekt zwischen Süße und Säure. Doch da ist noch mehr: die fünfte Geschmacksrichtung, Umami. Dieser herzhafte, vollmundige Geschmack ist es, der Tomatensaucen, Suppen und Schmorgerichte so unglaublich befriedigend macht. Besonders beim Kochen und Reduzieren konzentriert sich das Umami und verleiht Gerichten eine Tiefe, die nur wenige andere pflanzliche Zutaten erreichen können. Je nach Sorte variiert das Aroma natürlich – von den knackig-süßen Kirschtomaten bis hin zu den fleischigen, milden Ochsenherztomaten.
Tomaten sind nicht nur lecker, sondern auch ein echtes Kraftpaket, wenn es um Nährstoffe geht. Sie sind kalorienarm und bestehen zu etwa 95 % aus Wasser, was sie zu einer leichten und erfrischenden Zutat macht. Doch in den restlichen 5 % steckt eine Menge Gutes.
| Nährwert | pro 100g (Durchschnitt) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 18 kcal |
| Wasser | ca. 95 g |
| Kohlenhydrate | ca. 3.9 g |
| davon Zucker | ca. 2.6 g |
| Ballaststoffe | ca. 1.2 g |
| Eiweiß | ca. 0.9 g |
| Vitamin C | ca. 14 mg |
| Kalium | ca. 237 mg |
Besonders hervorzuheben ist der sekundäre Pflanzenstoff Lycopin. Dieser Farbstoff, der der Tomate ihre rote Farbe verleiht, ist ein starkes Antioxidans. Hier sind einige der wichtigsten gesundheitlichen Vorteile im Überblick:
Ein kleiner Tipp aus meiner Erfahrung: Die Bioverfügbarkeit von Lycopin erhöht sich, wenn Tomaten erhitzt und mit etwas Fett (wie einem guten Olivenöl) kombiniert werden. Eine gekochte Tomatensauce ist also eine noch bessere Lycopin-Quelle als rohe Tomaten.
Ohne die Tomate wäre meine vegane Küche nur halb so bunt und schmackhaft. Sie ist die unangefochtene Königin der Saucen und die Basis für unzählige Klassiker. Denk nur an eine simple, aber perfekte Pasta al Pomodoro, eine würzige Arrabiata oder eine reichhaltige vegane Bolognese, in der die Tomate für Fruchtigkeit und Tiefe sorgt. Auch in Currys, Eintöpfen und Chilis ist sie eine unverzichtbare Grundlage.
Aber ihre Talente gehen weit über Saucen hinaus. Rohe Tomaten sind der Star in Salaten wie dem italienischen Panzanella (Brotsalat) oder einem einfachen Tomatensalat mit Zwiebeln und einem guten Balsamico-Dressing. Eine vegane Caprese mit cremigem pflanzlichem Mozzarella, frischem Basilikum und sonnengereiften Tomaten ist für mich der pure Sommer auf dem Teller. Auf Sandwiches, Burgern oder Bruschetta sorgt eine Scheibe Tomate für Saftigkeit und Frische.
Beim Kombinieren sind dir kaum Grenzen gesetzt. Die klassischen Partner sind natürlich mediterrane Kräuter wie Basilikum, Oregano und Thymian, sowie Knoblauch und Zwiebeln. Aber probier doch mal was Neues! Tomate harmoniert auch wunderbar mit der Schärfe von Chili, der salzigen Würze von Kapern und Oliven oder der Frische von Minze. Geröstete Tomaten aus dem Ofen, nur mit Olivenöl, Salz und vielleicht ein paar Knoblauchzehen, entwickeln eine unglaubliche Süße und passen als Beilage zu fast allem.
Die beste Tomate ist eine, die Saison hat. Von Juli bis September findest du auf regionalen Märkten die aromatischsten Exemplare. Außerhalb der Saison greife ich persönlich lieber zu hochwertigen Dosentomaten für Saucen als zu wässrigen, geschmacksarmen Gewächshaustomaten. Worauf solltest du beim Kauf frischer Tomaten achten? Vertrau auf deine Sinne! Eine gute Tomate fühlt sich fest, aber nicht steinhart an und ist für ihre Größe relativ schwer. Der wichtigste Indikator ist aber der Geruch. Rieche am Stielansatz – du solltest ein intensives, süßliches und krautiges Tomatenaroma wahrnehmen. Wenn sie nach nichts riecht, wird sie wahrscheinlich auch nach nichts schmecken.
Und jetzt kommt der wichtigste Tipp, den ich dir geben kann: Lagere Tomaten NIEMALS im Kühlschrank! Die Kälte zerstört die empfindlichen Aromastrukturen und macht sie mehlig und fade. Der Kühlschrank ist der erklärte Feind jeder guten Tomate. Der ideale Ort ist eine Schale bei Zimmertemperatur, vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. So können sie nachreifen und ihr volles Aroma entfalten. Reife Tomaten halten sich so einige Tage. Wenn du merkst, dass sie sehr reif werden, ist das der perfekte Zeitpunkt, um sie zu einer schnellen Sauce oder Suppe zu verarbeiten.
Über die Jahre in der Küche habe ich ein paar Tricks gelernt, um das Beste aus jeder Tomate herauszuholen. Hier sind meine Favoriten:
Ein häufiger Fehler ist, eine Tomatensauce nicht lange genug köcheln zu lassen. Gib ihr Zeit! Mindestens 30-45 Minuten bei niedriger Hitze lassen die Aromen verschmelzen und die Sauce wird sämiger und geschmacklich runder.
Sind Tomaten Obst oder Gemüse?
Das ist die klassische Frage! Botanisch gesehen ist die Tomate eine Frucht, genauer gesagt eine Beere, da sie aus der Blüte der Pflanze entsteht und die Samen enthält. Im kulinarischen und alltäglichen Sprachgebrauch wird sie aber aufgrund ihrer herzhaften Verwendung in Hauptgerichten fast ausschließlich als Gemüse behandelt.
Warum sollte man Tomaten nicht im Kühlschrank lagern?
Kühlschranktemperaturen unter 12 °C stoppen den Reifeprozess der Tomate. Schlimmer noch: Die Kälte zerstört die Zellmembranen, was zu einer mehligen Textur führt, und hemmt die Enzyme, die für die Produktion der flüchtigen Aromastoffe verantwortlich sind. Kurz gesagt: Der Kühlschrank raubt der Tomate ihren Geschmack. Lagere sie immer bei Zimmertemperatur.
Kann man grüne, unreife Tomaten essen?
Rohe, grüne Tomaten enthalten Solanin, einen Stoff, der in größeren Mengen zu Magenbeschwerden führen kann. Daher sollte man sie nicht roh in Massen verzehren. In der Küche werden sie aber traditionell verarbeitet, zum Beispiel als frittierte grüne Tomaten (ein Südstaaten-Klassiker) oder eingelegt