Wer liebt sie nicht, diese herrlich cremigen Saucen und Suppen? Lange Zeit waren sie in der veganen Küche eine echte Herausforderung. Doch dank pflanzlicher Sahne-Alternativen aus Hafer, Soja und Co. ...

Erinnerst du dich noch an die Zeiten, in denen eine cremige, vegane Sauce fast unmöglich schien? Ich schon! Heute ist das zum Glück Geschichte. Vegane Sahne-Alternativen, oft auch als „Cuisine“ bezeichnet, sind die pflanzlichen Helden, die unsere Küchen erobert haben. Sie sind im Grunde flüssige Zubereitungen, die in Aussehen, Konsistenz und Funktion an tierische Sahne erinnern, aber komplett ohne Milchprodukte auskommen.
Die Basis dafür ist unglaublich vielfältig. Am bekanntesten sind wohl Produkte aus Hafer und Soja. Hafer-Cuisine bringt oft eine leichte, natürliche Süße mit und ist ein fantastischer Allrounder. Soja-Cuisine ist geschmacklich meist sehr neutral und eignet sich daher perfekt, wenn die anderen Aromen im Gericht im Vordergrund stehen sollen. Doch die Welt der pflanzlichen Sahne ist noch viel größer: Es gibt sie auch auf Basis von Mandeln, Cashews, Kokos, Dinkel oder sogar Reis. Jede Sorte hat ihr eigenes, feines Geschmacksprofil und eine leicht andere Konsistenz, was das Kochen zu einer spannenden Entdeckungsreise macht.
Die Idee, pflanzliche Milch zu einer cremigeren Konsistenz weiterzuverarbeiten, ist nicht neu, aber die Produkte, die wir heute im Supermarkt finden, sind das Ergebnis jahrelanger Entwicklung. Früher waren sie oft nur in Bioläden zu finden, heute gehören sie zum Standardsortiment. Ihr Geschmacksprofil reicht von nussig über getreidig bis hin zu dezent süßlich. Der entscheidende Faktor ist oft der Fettgehalt, der – genau wie bei tierischer Sahne – für die Cremigkeit und das Mundgefühl verantwortlich ist.
Ein Blick auf die Nährwerte zeigt, warum pflanzliche Alternativen eine tolle Ergänzung auf dem Speiseplan sind. Die genauen Werte variieren natürlich je nach Hersteller und Basis-Zutat, aber hier ist eine beispielhafte Übersicht für eine typische Hafer-Cuisine:
| Nährwert | pro 100g (ca.) |
|---|---|
| Energie | 145 kcal / 607 kJ |
| Fett | 13 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 1.5 g |
| Kohlenhydrate | 6 g |
| davon Zucker | 3.5 g |
| Eiweiß | 1 g |
| Salz | 0.1 g |
Doch was bedeuten diese Zahlen für dich? Hier sind einige der Vorteile:
Die Einsatzmöglichkeiten sind schier endlos! Ich habe immer mindestens eine Packung Hafer-Cuisine im Vorratsschrank – sie ist mein Joker für spontane Kochideen. Grundsätzlich kannst du sie fast überall dort einsetzen, wo du auch herkömmliche Sahne verwenden würdest.
In herzhaften Gerichten sind sie unschlagbar. Denk an:
Aber auch in der süßen Küche spielen sie ihre Stärken aus. Ob für ein cremiges Tiramisu, eine Mousse au Chocolat, in Puddings oder zum Verfeinern von Eiscreme-Basen – sie sorgen für die nötige Fülle. Wichtig ist hierbei, auf den Eigengeschmack zu achten. Eine neutrale Soja- oder eine spezielle aufschlagbare Variante ist für Desserts oft die beste Wahl.
Beim Kauf stehst du vor einer großen Auswahl. Worauf solltest du also achten? Mein erster Blick geht immer auf die Zutatenliste. Ich bevorzuge Produkte mit möglichst wenigen und verständlichen Zutaten. Achte auch auf den Fettgehalt! Eine „leichte“ Variante mit 7% Fett verhält sich beim Kochen anders als eine reichhaltige mit 15% oder mehr. Für eine wirklich cremige Sauce ist ein höherer Fettanteil oft die bessere Wahl.
Ungeöffnet sind die meisten veganen Sahne-Alternativen sehr lange bei Raumtemperatur haltbar. Das macht sie zu einem perfekten Vorratsprodukt. Ich lagere sie einfach im kühlen, dunklen Küchenschrank. Sobald eine Packung geöffnet ist, gehört sie aber unbedingt in den Kühlschrank. Dort hält sie sich dann meist 3-5 Tage. Mein Tipp: Rieche und schmecke einfach kurz, bevor du sie verwendest. Wenn sie säuerlich riecht oder die Konsistenz seltsam ist, solltest du sie entsorgen. Verschließe die geöffnete Packung am besten mit einem Clip, damit sie keine fremden Gerüche aus dem Kühlschrank annimmt.
Über die Jahre habe ich einige Tricks gelernt, um das Beste aus pflanzlicher Sahne herauszuholen. Hier sind meine wichtigsten Tipps, damit bei dir nichts schiefgeht:
Kann ich jede vegane Sahne-Alternative für jedes Rezept verwenden?
Leider nein. Die Basis-Zutat und der Fettgehalt spielen eine große Rolle. Eine Kokos-Cuisine schmeckt in einer Tomatensauce zum Beispiel ganz anders als eine neutrale Soja-Cuisine. Für Desserts oder zum Aufschlagen brauchst du spezielle, fettreichere Produkte. Als Allrounder für herzhafte Gerichte fährst du mit einer Hafer- oder Soja-Cuisine mit mittlerem Fettgehalt meistens am besten.
Warum flockt meine vegane Sahne manchmal in der Suppe oder Sauce aus?
Das liegt meist an einer Kombination aus Hitze und Säure. Pflanzliches Protein reagiert empfindlicher auf diesen „Schock“ als tierisches. Gib die Sahne-Alternative daher am besten erst ganz am Ende des Kochvorgangs hinzu, wenn die Speise nicht mehr kocht. Oder nutze meinen Temperier-Trick, den ich oben beschrieben habe. Das gleicht die Temperaturen an und verhindert das Gerinnen.
Kann ich vegane Sahne-Alternativen selbst herstellen?
Ja, absolut! Eine einfache und köstliche Basis-Sahne kannst du aus Cashewkernen herstellen. Weiche dafür eine Tasse rohe Cashews für mindestens 4 Stunden (oder übergieße sie mit kochendem Wasser für 15 Minuten) in Wasser ein. Gieße das Wasser ab und mixe die Nüsse mit etwa einer Tasse frischem Wasser in einem Hochleistungsmixer, bis eine absolut glatte, cremige Flüssigkeit entsteht. Mit Salz und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken – fertig!