Ich muss schmunzeln, wenn ich an Wirsing denke. Lange war er für mich nur der krause Kohl für schwere Hausmannskost. Doch was für ein Comeback! Seine zarten, gewellten Blätter und der feine Geschmack ...

Ah, der Wirsing! Mit seinen kunstvoll gekräuselten, dunkelgrünen Blättern ist er für mich der Schönling unter den Kopfkohlarten. Er gehört wie Weiß- oder Rotkohl zur großen Familie der Kreuzblütengewächse, tanzt geschmacklich aber völlig aus der Reihe. Anders als seine robusten Verwandten ist er viel zarter, feiner und im Geschmack deutlich milder, fast schon nussig. Man schmeckt ihm seine Herkunft aus dem Mittelmeerraum, wo er schon seit Jahrhunderten kultiviert wird, förmlich an.
Die charakteristische, blasige Struktur seiner Blätter ist nicht nur hübsch anzusehen, sie hat auch einen praktischen Vorteil: Saucen und Dressings haften daran ganz wunderbar. Während die äußeren Blätter kräftig und dunkelgrün sind, werden sie zum Herzen hin immer heller, zarter und gelblicher. Diese unterschiedlichen Texturen innerhalb eines einzigen Kopfes machen ihn in der Küche zu einem unglaublich spannenden Spielpartner. Vergiss den Gedanken an verkochten, grauen Kohlbrei – ich zeige dir, wie du das Beste aus diesem grünen Juwel herausholst.
Wirsing ist nicht nur lecker, sondern auch ein echtes Kraftpaket, das in einer ausgewogenen pflanzlichen Ernährung nicht fehlen sollte. Er ist kalorienarm, aber reich an wichtigen Nährstoffen. Besonders hervorzuheben ist sein hoher Gehalt an Vitamin C, das unser Immunsystem unterstützt, und Vitamin K, das für die Blutgerinnung und gesunde Knochen wichtig ist. Schauen wir uns das mal genauer an.
| Nährwert | pro 100g (roh) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 27 kcal |
| Protein | 2 g |
| Kohlenhydrate | 2,5 g |
| Ballaststoffe | 3 g |
| Vitamin C | 50 mg |
| Vitamin K | 250 µg |
| Folsäure | 70 µg |
Was bedeutet das konkret für deine Gesundheit? Hier sind einige der Vorteile, die Wirsing mit sich bringt:
Für uns Veganer ist Wirsing eine fantastische Quelle für pflanzliches Protein und wichtige Mikronährstoffe. Er lässt sich wunderbar in eine nährstoffdichte Ernährung integrieren und beweist, dass gesundes Essen alles andere als langweilig sein muss.
Jetzt wird es kreativ! Die vielleicht bekannteste Zubereitungsart sind Kohlrouladen. Aber hast du schon mal vegane Wirsingrouladen probiert? Statt Hackfleisch zaubern wir eine Füllung aus Linsen, Pilzen, Nüssen oder Grünkern. Die zarten Wirsingblätter eignen sich perfekt zum Einwickeln und garen in einer würzigen Tomaten- oder Bratensauce zu purer Perfektion. Das ist Soulfood vom Feinsten!
Ein weiterer Klassiker, den ich liebe, ist cremiges Rahmwirsing. Dafür schneide ich den Kohl in feine Streifen und dünste ihn mit Zwiebeln und etwas Knoblauch an. Abgelöscht mit pflanzlicher Sahne und gewürzt mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer wird daraus eine Beilage, die fast schon die Show stiehlt. Sie passt hervorragend zu Kartoffeln, veganen Schnitzeln oder einfach nur zu einem Stück gutem Brot.
Aber Wirsing kann noch so viel mehr. Wie wäre es zum Beispiel mit:
Auch wenn du hier auf der Seite aktuell noch keine konkreten Rezepte findest, sei versichert: Sie sind in Arbeit! Ich kann es kaum erwarten, meine besten Kreationen mit dir zu teilen. Bis dahin hoffe ich, dass dir diese Ideen als Sprungbrett für deine eigene Küchen-Kreativität dienen.
Ein gutes Gericht beginnt mit einer guten Zutat. Beim Wirsingkauf gibt es ein paar einfache Dinge, auf die du achten kannst. Ich nehme den Kopf immer gerne in die Hand. Er sollte sich fest und für seine Größe überraschend schwer anfühlen. Das ist ein Zeichen für Frische und einen saftigen Kern.
Die Blätter sollten eine satte, grüne Farbe haben und knackig aussehen. Lass Köpfe mit welken, gelben oder gar braunen Flecken lieber liegen. Die äußeren Blätter dürfen ruhig etwas robuster sein, aber sie sollten nicht beschädigt oder löchrig sein. Ein frischer Wirsing riecht dezent und angenehm nach Kohl – ein strenger oder muffiger Geruch ist ein Warnsignal.
Zuhause angekommen, gehört der Wirsing ins Gemüsefach deines Kühlschranks. Dort hält er sich locker eine Woche, manchmal sogar länger. Ich persönlich schlage ihn nicht in Plastik ein, damit er atmen kann. Wenn du ihn angeschnitten hast, solltest du die Schnittfläche mit Folie abdecken, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. So hast du lange Freude an deinem krausen Freund.
Über die Jahre in der Küche habe ich ein paar Tricks gelernt, um das Beste aus dem Wirsing herauszuholen und typische Fehler zu vermeiden. Der größte Fehler ist, ihn zu lange zu kochen. Dann wird er matschig und entwickelt diesen schwefeligen Geruch, den viele mit Kohl verbinden. Das muss nicht sein!