Wer kennt ihn nicht, diesen warmen, süßlichen Duft, der sofort an gemütliche Wintertage und Omas Apfelkuchen erinnert? Gemahlener Zimt ist für mich mehr als nur ein Gewürz – es ist pure Geborgenheit i...

Stell dir vor, du könntest die Wärme der Sonne und die Würze eines alten Waldes in einem einzigen Löffel einfangen. Genau das ist für mich gemahlener Zimt. Dieses bräunliche, hocharomatische Pulver wird aus der getrockneten inneren Rinde des Zimtbaumes gewonnen. Ursprünglich in Sri Lanka und Südostasien beheimatet, hat Zimt eine jahrtausendealte Geschichte und war einst wertvoller als Gold. Kein Wunder, oder? Sein Duft allein ist schon ein Schatz.
Geschmacklich ist Zimt eine kleine Sensation: Er ist süßlich, warm, holzig und hat eine ganz leicht scharfe Note, die auf der Zunge prickelt. Aber Achtung, Zimt ist nicht gleich Zimt! Die zwei bekanntesten Sorten sind Ceylon-Zimt, der als der „echte“ Zimt gilt, und Cassia-Zimt. Ceylon ist feiner, heller und hat ein komplexeres, blumigeres Aroma. Cassia, den du meistens im Supermarkt findest, ist kräftiger, dunkler und etwas schärfer. Ich persönlich liebe Ceylon-Zimt für feine Desserts, greife aber für einen kräftigen Zimtgeschmack im Porridge auch mal zu Cassia.
Zimt ist nicht nur lecker, sondern bringt auch einige spannende Inhaltsstoffe mit. Er ist ein kleines Kraftpaket, das deiner pflanzlichen Ernährung das gewisse Etwas verleihen kann. Natürlich isst man davon keine 100 Gramm auf einmal, aber die Werte zeigen, was in diesem Gewürz steckt.
| Nährwert | pro 100g (ca. Werte) |
|---|---|
| Energie | 247 kcal |
| Kohlenhydrate | 81 g |
| davon Ballaststoffe | 53 g |
| Eiweiß | 4 g |
| Fett | 1,2 g |
| Kalzium | 1002 mg |
| Eisen | 8,3 mg |
| Magnesium | 60 mg |
Über die reinen Nährwerte hinaus wird Zimt in der Naturheilkunde seit jeher geschätzt. Hier sind einige der Vorteile, die ihm nachgesagt werden:
Oh, die Möglichkeiten sind endlos! Gemahlener Zimt ist ein wahrer Verwandlungskünstler in der Küche. Natürlich denkst du sofort an Süßes, und da liegst du goldrichtig. Ich streue ihn jeden Morgen über mein Haferflocken-Porridge, verfeinere damit Apfelmus, Bananenbrot und natürlich Zimtschnecken. Ohne Zimt wären vegane Bratäpfel oder ein Kürbiskuchen nur halb so gut. Er ist der beste Freund von Obst, Nüssen und Schokolade.
Aber jetzt kommt der Profi-Tipp: Trau dich, Zimt auch in herzhaften Gerichten einzusetzen! Hast du schon mal eine Prise Zimt in deine Linsensuppe oder dein Chili sin Carne gegeben? Du wirst überrascht sein! Die warme Süße des Zimts rundet die Schärfe und die erdigen Aromen perfekt ab. In der orientalischen und indischen Küche ist das längst ein offenes Geheimnis. Denk an marokkanische Tajines mit Kichererbsen und Süßkartoffeln oder an eine würzige Tomatensauce für Pasta. Zimt harmoniert wunderbar mit Kreuzkümmel, Koriander, Ingwer und Chili und verleiht deinen Gerichten eine ungeahnte Tiefe.
Beim Kauf von gemahlenem Zimt gibt es ein paar Dinge, auf die ich immer achte. Qualität ist hier entscheidend, denn altes, schlecht gelagertes Pulver schmeckt nur noch nach Staub. Wenn du die Wahl hast, greife zu Ceylon-Zimt. Er enthält deutlich weniger Cumarin, einen Stoff, der in hohen Dosen für die Leber bedenklich sein kann. Cassia-Zimt ist in Maßen genossen unproblematisch, aber bei täglichem Gebrauch ist Ceylon die sicherere Wahl.
Kaufe am besten kleine Mengen. Gemahlene Gewürze verlieren ihr Aroma viel schneller als ganze. Ein riesiges Vorratsglas mag günstig erscheinen, aber wenn der Zimt nach einem halben Jahr kaum noch duftet, hast du nichts gewonnen. Sobald du ihn zu Hause hast, fülle ihn am besten in ein kleines, luftdichtes und lichtundurchlässiges Gefäß um. Ein dunkler, kühler und trockener Ort – wie dein Gewürzschrank – ist der perfekte Platz. So bleibt das wunderbare Aroma für viele Monate erhalten. Ein kleiner Test: Wenn du das Glas öffnest und dir nicht sofort dieser himmlische Duft entgegenströmt, ist es Zeit für Nachschub.
Über die Jahre in der Küche habe ich ein paar Tricks gelernt, um das Beste aus gemahlenem Zimt herauszuholen. Vielleicht ist ja auch für dich etwas Neues dabei:
Ein häufiger Fehler ist, zu viel Zimt zu verwenden, in der Hoffnung auf mehr Geschmack. Das Gegenteil ist der Fall: Ein Gericht kann dadurch bitter und unangenehm seifig schmecken. Vertraue deiner Nase und deinem Geschmackssinn!
Was ist der Unterschied zwischen Ceylon- und Cassia-Zimt?
Das ist die wohl wichtigste Frage! Ceylon-Zimt („echter Zimt“) stammt aus Sri Lanka, ist heller, hat ein feineres, vielschichtigeres Aroma und enthält kaum Cumarin. Cassia-Zimt kommt meist aus China oder Indonesien, ist dunkler, schmeckt kräftiger, schärfer und enthält deutlich mehr Cumarin. Für den gelegentlichen Gebrauch ist Cassia okay, aber wenn du Zimt liebst und oft verwendest, empfehle ich dir, in guten Ceylon-Zimt zu investieren.
Kann man Zimt wirklich in herzhaften Gerichten verwenden?
Unbedingt! Es mag anfangs ungewohnt klingen, aber eine Prise Zimt kann die Aromen in vielen veganen Gerichten wunderbar abrunden. Er passt hervorragend zu Kürbis, Süßkartoffeln, Linsen, Auberginen und Tomaten. Versuch ihn mal in einem Linsen-Dal, einer Kürbissuppe oder in der Marinade für Tofu. Du wirst eine neue Geschmackswelt entdecken!
Ist zu viel Zimt schädlich?
Diese Frage bezieht sich auf das bereits erwähnte Cumarin, das vor allem in Cassia-Zimt in höheren Mengen vorkommt. In großen Mengen über einen langen Zeitraum kann Cumarin die Leber belasten. Die offiziellen Empfehlungen raten zur Mäßigung. Ein Teelöffel Cassia-Zimt pro Tag sollte für einen Erwachsenen aber unbedenklich sein. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst oder täglich viel Zimt isst, ist der Griff zu cumarinarmem Ceylon-Zimt die beste Lösung.