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Letztes Update: 26. April 2026

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Hunde vegan ernähren: Tierquälerei oder der gesündeste Weg für deinen Vierbeiner?

20. März 2026•9 Min. Lesezeit
von Mario Wormuth
Hunde vegan ernähren: Tierquälerei oder der gesündeste Weg für deinen Vierbeiner?

Das Wichtigste auf einen Blick

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Video zum Beitrag

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Hand aufs Herz: Wenn du deinem Hund ein saftiges Steak und eine Karotte vor die Nase hältst, wissen wir beide, was zuerst verschwindet. Aber bedeutet das automatisch, dass Fleisch für unsere Fellnasen überlebenswichtig ist? Die Vorstellung, den geliebten Vierbeiner rein pflanzlich zu füttern, löst bei vielen Schnappatmung aus. Doch während die einen von Tierquälerei schreien, berichten andere von glänzendem Fell und neuer Energie. Wir schauen uns heute mal ganz ohne Ideologie an, was wirklich dran ist am Trend zum Veggie-Napf.

Können Hunde überhaupt pflanzliche Nahrung verwerten?

Ehrlich gesagt: Der Hund ist kein Wolf mehr. Auch wenn er im Wald gerne mal den Wildfang markiert, hat sich sein Verdauungssystem über Jahrtausende an unsere Reste angepasst. Während Wölfe fast reine Fleischfresser sind, haben Hunde im Laufe der Domestikation die Fähigkeit entwickelt, Stärke und pflanzliche Proteine effizient zu nutzen.

Vom Wolf zum Allesfresser

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Hunde deutlich mehr Gene für die Verdauung von Stärke besitzen als ihre wilden Vorfahren. Laut einer Studie, die unter anderem bei Ökotest thematisiert wurde, haben sich Hunde genetisch so weit angepasst, dass sie pflanzliche Bestandteile hervorragend verwerten können. Sie sind also biologisch gesehen eher opportunistische Allesfresser als strikte Carnivoren.

Die Rolle der Enzyme

Das Zauberwort heißt Amylase. Dieses Enzym spaltet Kohlenhydrate auf. Hunde produzieren Amylase in weitaus größeren Mengen als Wölfe. Das bedeutet: Dein Hund kann die Energie aus Kartoffeln, Reis oder Erbsen tatsächlich nutzen. Es ist also kein biologisches Wunder, wenn ein Hund ohne Fleisch gesund bleibt – es ist schlicht Evolution.

💡

Fakt

Hunde haben sich im Laufe der Zeit an die menschliche Ernährungsweise angepasst und können pflanzliche Bestandteile verwerten.

Diese evolutionäre Anpassung ist ein faszinierendes Beispiel für die Domestikation. Während der Wolf als spezialisierter Fleischfresser gilt, hat sich das Genom des Hundes über Jahrtausende an die stärkereiche Kost des Menschen angepasst. Die Fähigkeit, pflanzliche Kohlenhydrate effizient aufzuspalten, unterscheidet den Haushund heute genetisch massiv von seinen Vorfahren. Für Hundebesitzer bedeutet das: Eine rein fleischbasierte Fütterung ist biologisch nicht zwingend erforderlich. Hochwertige pflanzliche Proteinquellen und komplexe Kohlenhydrate können zu einem ausgeglichenen Stoffwechsel beitragen und werden vom modernen Hundedarm hervorragend verwertet, sofern die Zubereitung (z.B. durch Kochen) die Nährstoffe aufschließt.

📍 Quelle: oekotest.de

Ist eine vegane Ernährung für Hunde wirklich artgerecht?

Ist eine vegane Ernährung für Hunde wirklich artgerecht?
Ist eine vegane Ernährung für Hunde wirklich artgerecht?

Das Wort "artgerecht" wird oft als Totschlagargument genutzt. Aber was bedeutet es eigentlich? Artgerecht heißt, dass der Hund alle Nährstoffe bekommt, die er für ein langes, gesundes Leben braucht. Ob diese Nährstoffe aus einer Kuh oder aus einer Kombination von Hülsenfrüchten und Supplementen stammen, ist dem Körper des Hundes auf zellulärer Ebene erst einmal egal.

Nährstoffe statt Zutaten

Ein Hund braucht kein Fleisch, er braucht Proteine, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Wenn wir es schaffen, diese Bausteine rein pflanzlich in den Napf zu bringen, ist die Bedingung für eine gesunde Ernährung erfüllt. Wichtig ist hierbei vor allem die biologische Wertigkeit der Proteine. Durch die Kombination verschiedener Pflanzenquellen (wie zum Beispiel Reis und Erbsen) lässt sich ein Aminosäurenprofil erstellen, das dem von Fleisch in nichts nachsteht.

Wann Vorsicht geboten ist

Trotz aller Anpassungsfähigkeit gibt es Lebensphasen, in denen wir besonders aufpassen müssen. Experten sind sich einig: Für tragende Hündinnen und Welpen ist eine rein vegane Ernährung oft nicht geeignet. In diesen Phasen ist der Bedarf an spezifischen Nährstoffen so extrem hoch, dass kleinste Fehler bei der Zusammenstellung zu schweren Entwicklungsstörungen führen können. Hier raten wir dir definitiv zu einer konventionellen oder zumindest vegetarischen Fütterung unter strenger Aufsicht.

Nährstoff Wichtig für... Vegane Quelle (Beispiel)
Protein Muskelaufbau & Gewebe Linsen, Erbsen, Soja, Lupinen
Omega-3 Haut, Fell & Gehirn Algenöl, Leinöl
Vitamin B12 Nervensystem Supplementierung (Pflicht!)
Eisen Sauerstofftransport Kürbiskerne, Amaranth

Welche Vorteile bietet die fleischlose Fütterung?

Viele Hundebesitzer wechseln nicht aus ethischen Gründen, sondern weil ihr Hund gesundheitliche Probleme hat. Allergien gegen Rind, Huhn oder Lamm sind heute leider keine Seltenheit mehr. Hier kann eine vegane Ernährung ein echter Gamechanger sein.

Hilfe bei Futtermittelallergien

Wenn dein Hund sich ständig kratzt oder mit Verdauungsproblemen kämpft, steckt oft eine Unverträglichkeit gegen tierische Proteine dahinter. Eine rein pflanzliche Kost eliminiert diese klassischen Auslöser sofort. Wir haben schon oft erlebt, dass Hunde, die jahrelang Hautprobleme hatten, durch die Umstellung plötzlich wieder aufblühen.

Gewichtsmanagement und Vitalität

Veganes Hundefutter ist oft ballaststoffreicher und weniger fettreich als herkömmliches Dosenfutter. Das hilft nicht nur bei der Verdauung, sondern kann auch dabei unterstützen, das Idealgewicht zu halten. Studien deuten darauf hin, dass eine gut geplante vegane Ernährung sogar zur Aufrechterhaltung normaler Entzündungswerte im Körper beitragen kann.

ℹ️

Wissenswertes

Eine fleischlose Fütterung wird oft als therapeutischer Ansatz bei Futtermittelallergien gewählt. Da viele Hunde Sensibilitäten gegen gängige tierische Proteinquellen wie Rind oder Huhn entwickeln, bietet eine rein pflanzliche Basis eine natürliche Ausschlussdiät. Dies kann zu einem deutlich verbesserten Wohlbefinden und einem ruhigeren Hautbild beitragen. Zudem ist veganes Futter oft reich an Ballaststoffen aus Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide, was die Verdauungstätigkeit unterstützt und zu einer normalen Darmflora beitragen kann. In einer bewussten Ernährung hilft der geringere Fettgehalt zudem dabei, das Idealgewicht des Tieres zu halten, was wiederum die Gelenke entlastet und die allgemeine Vitalität fördert. Viele Halter berichten zudem von einem angenehmeren Eigengeruch des Hundes nach der Umstellung.

Veganer Kraft-Napf mit Linsen und Süßkartoffeln

Rezept

Einfach

Veganer Kraft-Napf mit Linsen und Süßkartoffeln

Vorb.15 Min.
Kochen25 Min.
Gesamt40 Min.

Ein ausgewogenes, selbstgekochtes Hundefutter, das hochwertige pflanzliche Proteine mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten kombiniert.

Portionen
2
2

Zutaten

100 g Rote Linsen(gut gewaschen)
200 g Süßkartoffel(geschält und gewürfelt)
100 g Möhren(gerieben oder fein gewürfelt)
100 g Zucchini(fein gewürfelt)
1 EL Leinöl(für Omega-3-Fettsäuren)
400 ml Wasser
1 Portion Hunde-Mineralfutter(laut Packungsbeilage für Vitamin B12/Calcium)

Zubereitung

1

Die roten Linsen in einem Sieb gründlich abspülen, bis das Wasser klar bleibt.

2

Süßkartoffelwürfel und Linsen mit dem Wasser in einen Topf geben und zum Kochen bringen.

3

Nach ca. 10 Minuten die Möhren und Zucchini hinzufügen und alles bei mittlerer Hitze weitere 10-15 Minuten köcheln lassen, bis alles sehr weich ist.

4

Die Mischung leicht abkühlen lassen und bei Bedarf mit einer Gabel zerdrücken, um die Verdaulichkeit zu erhöhen.

5

Erst vor dem Servieren das Leinöl und die spezifische Mineralstoffmischung unterrühren, um die Vitamine zu erhalten.

Nährwerte

ca. 310
kcal
ca. 14g
Protein
ca. 48g
Carbs
ca. 7g
Fett

Nährwertangaben sind Schätzwerte und können je nach Zutaten variieren.

veganhundefutterhypoallergen

Gesamtzeit: 40 Minuten

Worauf muss ich bei der Umstellung unbedingt achten?

Worauf muss ich bei der Umstellung unbedingt achten?
Worauf muss ich bei der Umstellung unbedingt achten?

Einfach nur Nudeln und Gemüse in den Napf zu werfen, ist gefährlich. Wer seinen Hund vegan ernähren will, muss zum kleinen Ernährungsexperten werden. Es gibt kritische Nährstoffe, die in Pflanzen kaum oder gar nicht vorkommen.

Die Sache mit dem Vitamin B12 und Taurin

Während Hunde Taurin theoretisch selbst herstellen können, kann es bei rein pflanzlicher Kost dennoch zu Engpässen kommen. Vitamin B12 hingegen ist in Pflanzen praktisch nicht vorhanden. Hier führt kein Weg an einer Supplementierung vorbei. Ein gutes veganes Alleinfuttermittel hat diese Stoffe bereits zugesetzt. Wenn du selbst kochst, musst du unbedingt ein passendes Mineralfutter hinzufügen.

Regelmäßige Check-ups beim Tierarzt

Wir empfehlen dir, mindestens einmal im Jahr ein großes Blutbild machen zu lassen. Dabei sollte speziell auf Werte wie Eisen, Vitamin B12 und die Versorgung mit Aminosäuren geachtet werden. So gehst du auf Nummer sicher, dass dein Liebling optimal versorgt ist und keine Mangelerscheinungen entwickelt.

✅

Quick-Check

Wer die Ernährung seines Hundes dauerhaft umstellen möchte, sollte strukturiert vorgehen:

  • ✓Schrittweise Umstellung: Mischen Sie das neue Futter über 7-14 Tage unter das gewohnte Futter, um die Darmflora nicht zu überfordern.
  • ✓Nährstoff-Check: Achten Sie bei Alleinfuttermitteln auf den Zusatz von Vitamin B12, Taurin, L-Carnitin und Vitamin D3.
  • ✓Regelmäßige Blutbilder: Ein jährlicher Check beim Tierarzt (speziell Aminosäurenprofil und B12-Spiegel) gibt Sicherheit.
  • ✓Kot-Kontrolle: Die Konsistenz und Häufigkeit des Absatzes gibt Aufschluss über die Verwertbarkeit der pflanzlichen Komponenten.
  • ✓Protein-Mix: Kombinieren Sie verschiedene Quellen wie Erbsen, Reis, Linsen oder Soja, um eine hohe biologische Wertigkeit zu erreichen.
  • ✓Professionelle Beratung: Lassen Sie selbstgekochte Rationen von einem Fachtierarzt für Ernährung überprüfen, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Was ist der Unterschied zur veganen Ernährung bei Katzen?

Was ist der Unterschied zur veganen Ernährung bei Katzen?
Was ist der Unterschied zur veganen Ernährung bei Katzen?

Das ist ein ganz wichtiges Thema, denn was beim Hund klappt, ist bei der Katze brandgefährlich. Während der Hund ein Allesfresser ist, bleibt die Katze ein obligater Fleischfresser. Ihr Stoffwechsel ist radikal auf die Verwertung von tierischem Gewebe spezialisiert.

Taurin und Vitamin A als Knackpunkte

Katzen können Vitamin A nicht aus Betacarotin (Karotten) herstellen und sind auf fertiges Vitamin A aus Fleisch angewiesen. Auch Taurin ist für sie essenziell für das Sehvermögen und die Herzfunktion. Eine rein vegane Ernährung wird bei Katzen von Experten extrem kritisch gesehen. Laut Ökotest ist eine vegetarische Ernährung mit Milch und Eiern für ausgewachsene Katzen zwar machbar, aber rein vegane Experimente können hier schnell zu schweren Organschäden führen.

Futterverweigerung ist gefährlich

Katzen sind zudem extrem eigenwillig. Wenn eine Katze das neue vegane Futter verweigert und länger als 24-48 Stunden nichts frisst, kann das bei (insbesondere übergewichtigen) Tieren zu einer tödlichen Leberverfettung führen. Hier ist also absolute Vorsicht geboten!

⚠️

Wichtig

Vorsicht bei Katzen: Im Gegensatz zum Hund ist die Katze ein strikter Fleischfresser (Carnivore). Ihr gesamter Stoffwechsel ist auf die Aufnahme von tierischen Geweben programmiert. Ein kritischer Punkt ist die Aminosäure Taurin, die Katzen nicht in ausreichender Menge selbst synthetisieren können. Ein Mangel führt unweigerlich zu schweren Herzmuskelerkrankungen und Erblindung. Zudem können Katzen pflanzliches Betacarotin nicht in das lebensnotwendige Vitamin A umwandeln. Eine rein vegane Ernährung ohne hochkomplexe synthetische Zusätze ist lebensgefährlich. Besonders riskant ist die Futterverweigerung: Wenn eine Katze aufgrund der Umstellung länger als 24 Stunden hungert, droht eine hepatische Lipidose (Leberverfettung), die oft tödlich endet. Experimente mit rein pflanzlicher Kost sollten bei Katzen daher unterlassen werden.

Hausgemachte Erbsen-Reis-Kekse

Rezept

Einfach

Hausgemachte Erbsen-Reis-Kekse

Vorb.10 Min.
Kochen20 Min.
Gesamt30 Min.

Gesunde, vegane Belohnungshappen für zwischendurch, die reich an pflanzlichem Protein sind.

Portionen
30
30

Zutaten

150 g Reismehl(oder fein gemahlener Reis)
100 g Erbsen(gekocht und püriert)
1 Stück Bananen(reif, zerdrückt)
2 EL Rapsöl

Zubereitung

1

Den Ofen auf 180°C Ober-/Unterhitze vorheizen.

2

Die pürierten Erbsen mit der zerdrückten Banane und dem Öl vermengen.

3

Nach und nach das Reismehl unterkneten, bis ein formbarer Teig entsteht.

4

Kleine Kugeln formen oder den Teig ausrollen und in Quadrate schneiden.

5

Auf einem Backblech ca. 20 Minuten backen, bis sie fest sind. Vor dem Verfüttern komplett auskühlen lassen.

Nährwerte

ca. 25
kcal
ca. 1g
Protein
ca. 4g
Carbs
ca. 1g
Fett

Nährwertangaben sind Schätzwerte und können je nach Zutaten variieren.

vegansnacksweizenfrei

Gesamtzeit: 30 Minuten

Unser Fazit

Ist es also möglich, einen Hund vegan zu ernähren? Ja, absolut. Wenn du ein hochwertiges Alleinfuttermittel wählst oder die Ration professionell berechnen lässt, kann dein Hund gesund und munter alt werden. Es ist eine tolle Option für Allergiker und für alle, die ihren ökologischen Pfotenabdruck verringern wollen.

Unsere persönliche Empfehlung: Wenn du unsicher bist, starte mit einem "Veggie-Tag" pro Woche oder ersetze die Leckerlis durch pflanzliche Alternativen. Achte immer auf die Signale deines Hundes. Ein glänzendes Fell, klare Augen und gute Laune sind die besten Indikatoren dafür, dass du alles richtig machst. Aber bitte: Lass die Finger von veganen Experimenten bei Welpen oder Katzen – hier steht die Gesundheit der Tiere über der Ideologie.

ℹ️

Wichtige Hinweise

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Gesundheitsfragen immer einen qualifizierten Arzt. Ändern Sie niemals eigenständig Ihre Medikation oder Behandlung.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Weitere wichtige Informationen zum Thema

Die Bioverfügbarkeit beschreibt, wie effizient ein Nährstoff vom Körper aufgenommen und verwertet werden kann. Während tierische Proteine oft ein vollständiges Aminosäurenprofil aufweisen, müssen pflanzliche Quellen klug kombiniert werden, um eine ähnliche Wertigkeit zu erreichen. Ein Hund benötigt spezifische Aminosäuren wie Lysin und Methionin, die in einzelnen Pflanzen oft nur in geringen Mengen vorkommen.

Durch die Kombination von Getreide und Hülsenfrüchten, wie beispielsweise Reis und Erbsen, entsteht jedoch ein komplementäres Profil, das die biologische Wertigkeit massiv steigert. Wichtig ist hierbei der Aufschluss der Nahrung: Durch Erhitzen oder Pürieren werden die pflanzlichen Zellwände aufgebrochen, was die Verdaulichkeit für den Hundedarm signifikant verbessert. So kann eine rein pflanzliche Ration bei korrekter Zusammensetzung eine ebenso hohe Proteinqualität liefern wie eine fleischbasierte Mahlzeit.

Vitamin B12 kommt in bedarfsdeckenden Mengen fast ausschließlich in tierischen Produkten vor, da es von Mikroorganismen im Verdauungstrakt von Nutztieren produziert wird. Da Hunde dieses Vitamin für die Blutbildung und ein funktionierendes Nervensystem benötigen, ist eine externe Zufuhr bei veganer Kost unumgänglich. Ein Mangel könnte langfristig zu Anämie oder neurologischen Ausfällen führen, weshalb hochwertige vegane Alleinfuttermittel dieses Vitamin stets zusetzen.

Ähnlich verhält es sich mit Taurin und L-Carnitin. Obwohl Hunde diese Stoffe theoretisch selbst synthetisieren können, zeigen Studien, dass bestimmte Rassen oder Individuen bei rein pflanzlicher Kost zu einem Mangel neigen können. Dies kann die Herzgesundheit beeinflussen. Um das Risiko einer dilatativen Kardiomyopathie zu minimieren, empfehlen Experten, auf angereicherte Futtermittel zu setzen oder gezielte Futterergänzungsmittel zu nutzen, die speziell auf die Bedürfnisse pflanzlich ernährter Hunde zugeschnitten sind.

Eine rein pflanzliche Ernährung neigt dazu, den Urin des Hundes alkalischer zu machen, was bedeutet, dass der pH-Wert ansteigt. Während Fleisch den Urin eher ansäuert, können die basischen Bestandteile von Gemüse und Getreide das Milieu in der Blase verändern. Dies ist ein wichtiger Faktor, den Besitzer im Auge behalten sollten, da ein zu hoher pH-Wert die Bildung von Struvitkristallen begünstigen kann.

Um diesem Effekt entgegenzuwirken, enthalten viele vegane Fertigfutter natürliche Säuerungsmittel wie Methionin oder Cranberry-Extrakte. Es ist ratsam, den Urinwert regelmäßig mit Teststreifen zu Hause zu kontrollieren, besonders in der Umstellungsphase. Sollte der Wert dauerhaft über 7,0 liegen, kann die Zugabe von leicht säuernden Zusätzen helfen, das Gleichgewicht zu halten und die Harnwegsgesundheit langfristig zu unterstützen, ohne auf Fleisch zurückgreifen zu müssen.

Tatsächlich ist die Eliminationsdiät ein häufiger Grund, warum Tierärzte zu einer pflanzlichen Ernährung raten. Viele Hunde entwickeln im Laufe ihres Lebens Allergien gegen gängige tierische Proteinquellen wie Rind, Huhn oder Milchprodukte. Die Symptome reichen von chronischem Juckreiz und Pfotenlecken bis hin zu schweren Verdauungsproblemen. Da pflanzliche Proteine wie Soja oder Erbse oft 'neue' Proteine für das Immunsystem darstellen, reagiert der Körper seltener mit einer Abwehrreaktion.

In der Praxis berichten viele Halter, dass sich Hautbilder nach der Umstellung auf eine vegane Kost deutlich beruhigen und Entzündungen zurückgehen. Es ist jedoch wichtig, auch hier auf potenzielle pflanzliche Allergene zu achten. Eine hypoallergene vegane Diät sollte idealerweise unter Aufsicht durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass nicht nur die Allergie gelindert wird, sondern auch alle Mikronährstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind, damit der Hund regenerieren kann.

Die Lebensphase des Hundes spielt eine entscheidende Rolle bei der Planung einer veganen Ernährung. Welpen befinden sich in der Wachstumsphase und haben einen extrem hohen Bedarf an Calcium, Phosphor und spezifischen Aminosäuren für den Knochenaufbau. Hier ist absolute Präzision gefragt, da Fehler in der Nährstoffversorgung zu bleibenden Skelettschäden führen können. Eine vegane Aufzucht sollte daher nur mit professionell formulierten Alleinfuttermitteln erfolgen, die explizit für Junioren zugelassen sind.

Bei Senioren hingegen steht die Entlastung der Organe im Vordergrund. Da pflanzliche Proteine oft weniger Purine enthalten und die Nieren weniger belasten als minderwertiges Schlachtfleisch, kann eine vegane Kost für ältere Hunde sehr vorteilhaft sein. Dennoch muss auf eine hohe Verdaulichkeit geachtet werden, da der Darm im Alter träger wird. Ein erhöhter Anteil an Ballaststoffen und leicht verfügbaren Kohlenhydraten hilft dabei, das Idealgewicht zu halten und die Vitalität des alternden Hundes zu unterstützen.

Quellen & Weiterführende Links

Dieser Artikel basiert auf 1 vertrauenswürdigen Quellen. Alle Fakten und Statistiken wurden neu formuliert und in eigenen Worten wiedergegeben.

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Katze und Hund vegan ernähren: Ist Füttern ohne Fleisch artgerecht? - ÖKO-TEST

oekotest.de

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Mario Wormuth
Mario Wormuth
RezeptentwicklungKlassische & Moderne KochtechnikenNachhaltige ErnährungKulinarische WarenkundeKochen

Gründer von eat-vegan.de & Experte für pflanzliche Kulinarik. Mario verbindet 4 Jahre Erfahrung in der veganen Küche mit der Leidenschaft für nachhaltigen Genuss. Als Rezeptentwickler und Food-Autor zeigt er, dass vegane Ernährung nicht Verzicht, sondern Vielfalt bedeutet. Sein Fokus liegt auf alltagstauglichen Rezepten, die auch ohne Ersatzprodukte überzeugen. Man muss aber auch sagen dass er auch gerne Rezepte über Fleisch und ähnliches erstellt. Siehe dafür seinen Blog www.pastaweb.de

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