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Letztes Update: 26. April 2026

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Vegan ohne Mangel? Was deinem Körper wirklich fehlt – und wie du es verhinderst

16. Februar 2026•11 Min. Lesezeit
von Mario Wormuth
Vegan ohne Mangel? Was deinem Körper wirklich fehlt – und wie du es verhinderst

Das Wichtigste auf einen Blick

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Ist vegane Ernährung wirklich gesund – oder riskierst du Mangelerscheinungen?

Hand aufs Herz: Wie oft hast du schon den besorgten Blick von Oma oder skeptischen Freunden gesehen, wenn du erzählst, dass du dich rein pflanzlich ernährst? "Aber Kind, woher bekommst du denn dein Protein?" oder "Du siehst so blass aus, dir fehlt sicher Eisen!" Solche Sprüche nerven gewaltig. Aber ehrlich gesagt: Ist an den Vorurteilen vielleicht doch ein Funken Wahrheit dran? Ist der Verzicht auf Tierprodukte wirklich der direkte Weg in den Nährstoffmangel – oder reine Panikmache?

Wir machen heute Schluss mit Halbwissen und Mythen. Wir schauen uns ganz genau an, was dem Körper bei veganer Ernährung tatsächlich fehlen kann und welche Stoffe du unbedingt im Blick haben musst. Denn Fakt ist: Wer einfach nur Fleisch und Käse weglässt und sich von Pommes und veganem Toast ernährt, wird früher oder später Probleme bekommen. Aber wer weiß, wie es geht, kann seinen Körper optimal versorgen. Studien zeigen alarmierende Zahlen, aber auch beruhigende Fakten. Lass uns gemeinsam den "blassen Veganer" in die Geschichte verbannen.

Warum ist Vitamin B12 das absolute Sorgenkind Nummer 1?

Wenn wir über kritische Nährstoffe sprechen, kommen wir an Vitamin B12 nicht vorbei. Es ist der Elefant im Raum. Viele Einsteiger denken: "Ach, ich esse viel Gemüse, das passt schon." Hier müssen wir dir leider direkt den Wind aus den Segeln nehmen. Vitamin B12 kommt in pflanzlichen Lebensmitteln praktisch nicht vor. Es wird von Mikroorganismen gebildet und findet sich fast ausschließlich in tierischen Produkten.

Die Realität sieht so aus: Studien zeigen, dass bei 40% bis über 80% der Veganer ein Vitamin-B12-Mangel festgestellt wird, wenn nicht supplementiert wird. Das ist keine Kleinigkeit. Ein Mangel kann sich schleichend entwickeln und das Nervensystem betreffen. Wir empfehlen dir daher dringend: Verlass dich nicht auf Algen oder fermentierte Produkte, deren Gehalt oft schwankt oder nicht bioverfügbar ist. Die sicherste Bank sind angereicherte Lebensmittel (wie viele Pflanzendrinks) und vor allem ein hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel.

Das Gute daran: Sobald du B12 supplementierst, ist dieses "Problem" eigentlich keines mehr. Es ist der einzige Nährstoff, bei dem wir sagen: Hier kommst du um eine Pille oder Tropfen kaum herum. Aber hey, dafür sparst du dir das Cholesterin aus dem Steak.

Checkliste: So deckst du deinen B12-Bedarf

  • Nutze eine Zahnpasta mit Vitamin B12 (ja, das gibt es und es funktioniert!).
  • Greife zu mit B12 angereicherten Pflanzendrinks oder Joghurts.
  • Lasse einmal jährlich deinen Holo-TC-Wert beim Arzt checken (das ist der genaue Speicherwert).
  • Nimm ein Supplement, das zu deinem Lebensstil passt.
📊

Statistik

40-80%

Studien zeigen, dass bei 40% bis über 80% der Veganer ein Vitamin-B12-Mangel festgestellt wird.

Diese Statistik ist alarmierend und unterstreicht die absolute Notwendigkeit für Veganer, Vitamin B12 zu supplementieren. Ein Mangel ist keine Seltenheit, sondern die wahrscheinliche Folge, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Die hohe Spanne von 40% bis über 80% zeigt, dass das Risiko je nach Studie und untersuchter Gruppe variiert, aber durchweg signifikant ist. Für den Leser bedeutet das: Verlasse dich nicht auf vage Hoffnungen oder unzuverlässige Quellen wie ungewaschenes Gemüse. Die Konsequenzen eines Mangels, wie neurologische Schäden, sind zu gravierend. Diese Zahl sollte nicht abschrecken, sondern als klarer, unmissverständlicher Handlungsauftrag verstanden werden: Ein geprüftes B12-Präparat gehört zur veganen Ernährung wie das Amen in der Kirche.

📍 Quelle: ugb.de

Eisenmangel: Sind Veganer wirklich immer blass und müde?

Eisenmangel: Sind Veganer wirklich immer blass und müde?
Eisenmangel: Sind Veganer wirklich immer blass und müde?

Kommen wir zum Klassiker: Eisen. "Ohne Fleisch kein Eisen" – das haben wir alle schon gehört. Und tatsächlich ist da etwas dran, aber anders als du denkst. Pflanzliches Eisen (Nicht-Häm-Eisen) kann vom Körper schlechter aufgenommen werden als das Eisen aus Fleisch. Laut der Deutschen Vegan-Studie wiesen Veganerinnen etwa viermal häufiger einen leichten Eisenmangel auf als die weibliche Durchschnittsbevölkerung.

Aber jetzt kommt das große "Aber": Es ist absolut machbar, gut versorgt zu sein. Der Trick liegt in der Kombination. Die Aufnahme von Eisen aus pflanzlichen Quellen kann durch die gleichzeitige Einnahme von Vitamin C massiv verbessert werden. Das bedeutet für dich: Dein Haferflocken-Frühstück (Eisen) braucht Obst (Vitamin C). Dein Linsengericht (Eisen) braucht einen Spritzer Zitronensaft oder Paprika (Vitamin C).

Interessanterweise liegen die Eisenspeicher bei Veganern zwar oft niedriger, aber meist noch im unteren Normbereich. Manche Experten sehen das sogar als potenziell gesundheitlich vorteilhaft an, da zu hohe Eisenspeicher mit oxidativem Stress in Verbindung gebracht werden können. Also: Keine Panik, aber Köpfchen einschalten beim Essen!

💡

Tipp

Die Bioverfügbarkeit von pflanzlichem Eisen ist ein entscheidender Faktor. Die bewusste Kombination eisenreicher pflanzlicher Lebensmittel mit Vitamin-C-Quellen ist daher besonders für vegan lebende Frauen wichtig.

Dieser Insight ist der Schlüssel zu einer guten Eisenversorgung. Es geht nicht nur darum, was du isst, sondern wie du es kombinierst. Vitamin C wandelt das schwerer verfügbare pflanzliche Eisen (Nicht-Häm-Eisen) in eine Form um, die der Körper deutlich besser aufnehmen kann. Praktisch bedeutet das: Trinke ein kleines Glas Orangensaft zu deinem Linseneintopf, gib frische Paprikastreifen in deinen Bohnensalat oder garniere dein Hafermüsli mit Beeren. Gleichzeitig solltest du eisenhemmende Substanzen meiden. Dazu gehören Tannine in Kaffee und schwarzem Tee sowie Phytate in rohem Getreide. Trinke deinen Kaffee also lieber mit etwas Abstand zu einer eisenreichen Mahlzeit. Besonders für Frauen ist dieses Wissen entscheidend, um Müdigkeit und Blässe vorzubeugen.

Calcium und Knochen: Was tun ohne Milch und Käse?

Lange Zeit wurde uns eingetrichtert: "Milch macht müde Männer munter" und sorgt für starke Knochen. Da Veganer auf Milchprodukte verzichten, fällt diese Hauptquelle weg. Und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die tägliche Calciumzufuhr von Veganern liegt mit etwa 500-800 mg pro Tag oft unter der von Mischköstlern. Das kann langfristig ein Risiko sein.

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24. März 2026

Eine erhöhte Frakturrate (Knochenbrüche) bei Veganern wurde in Studien beobachtet, allerdings – und das ist wichtig – nur bei einer sehr niedrigen täglichen Calciumzufuhr von unter 525 mg. Solange du über dieser Schwelle liegst, scheinst du auf der sicheren Seite zu sein. Aber wie schaffst du das ohne Käse?

Die Lösung liegt im Grünzeug und im Wasser. Dunkelgrünes Gemüse wie Grünkohl und Brokkoli sind fantastische Lieferanten. Ein echter Geheimtipp ist calciumreiches Mineralwasser. Wenn dein Wasser mehr als 150 mg Calcium pro Liter hat, deckst du deinen Bedarf fast nebenbei beim Trinken. Auch Tofu, der mit Calciumsulfat hergestellt wurde, ist eine echte Calcium-Bombe.

Top Calcium-Quellen für Veganer

Lebensmittel Besonderheit
Dunkelgrünes Gemüse (Grünkohl, Brokkoli) Hohe Bioverfügbarkeit, wenig Oxalsäure
Calciumreiches Mineralwasser Kalorienfrei und einfach in den Alltag zu integrieren
Angereicherte Pflanzenmilch Oft mit Calcium aus der Alge Lithothamnium calcareum
Tofu & Sojabohnen Vielseitig einsetzbar in herzhaften Gerichten
Mandeln & Sesam Perfekt als Topping oder Mus (Tahin)
✅

Quick-Check

Eine ausreichende Calciumzufuhr ohne Milchprodukte ist einfach, wenn man weiß, worauf man achten muss. Mit dieser Checkliste stellst du sicher, dass deine Knochen gut versorgt sind:

  • ✓Wasser-Etikett prüfen: Wähle ein Mineralwasser mit über 150 mg Calcium pro Liter. So deckst du einen Teil deines Bedarfs fast nebenbei.
  • ✓Grünes Gemüse priorisieren: Integriere täglich eine Portion Grünkohl, Brokkoli, Rucola oder Pak Choi. Sie sind exzellente Calciumquellen.
  • ✓Angereicherte Alternativen nutzen: Achte bei Pflanzendrinks, -joghurts und -quarks auf den Zusatz "mit Calcium". Sie sind eine einfache und zuverlässige Quelle.
  • ✓Tofu clever auswählen: Bevorzuge Tofu, bei dessen Herstellung Calciumsulfat als Gerinnungsmittel verwendet wurde. Ein Blick auf die Zutatenliste gibt Aufschluss.
  • ✓Nüsse & Samen als Topping: Mandeln, Chiasamen und Sesammus (Tahin) sind nicht nur lecker, sondern liefern auch eine Extraportion Calcium für Müsli, Salate oder als Snack.
  • ✓Vitamin D im Blick behalten: Calcium benötigt Vitamin D für die Aufnahme. Sorge für ausreichend Sonnenlicht oder ein Supplement, besonders in den Wintermonaten.

Zink, Jod und Vitamin D: Die stillen Risiken, die kaum einer kennt

Zink, Jod und Vitamin D: Die stillen Risiken, die kaum einer kennt

Während alle über B12 und Eisen reden, werden Zink und Jod oft vergessen. Dabei sind sie essenziell für dein Immunsystem und deine Schilddrüse. In Studien zeigten etwa ca. 50% der untersuchten Veganer Zinkspiegel unterhalb des definierten Grenzwertes. Warum? Ähnlich wie beim Eisen hemmen bestimmte Stoffe in Pflanzen (Phytate) die Aufnahme von Zink.

Was kannst du tun? Einweichen, Keimen oder Fermentieren von Getreide und Hülsenfrüchten baut diese Hemmstoffe ab. Gute Zinkquellen sind Kürbiskerne, Haferflocken und Linsen. Bei Jod ist die Sache etwas kniffliger. Da Veganer keinen Seefisch essen und Milchprodukte (die oft durch jodiertes Tierfutter Jod enthalten) wegfallen, musst du aktiv werden. Wir empfehlen die Verwendung von Jodsalz im Haushalt und gelegentlich Meeresalgen (wie Nori) – aber Vorsicht, hier kann der Jodgehalt extrem schwanken!

Und Vitamin D? Das ist kein reines Veganer-Problem. In unseren Breitengraden haben fast alle Menschen im Winter einen Mangel. Da Vitamin D in nennenswerten Mengen fast nur in fettem Fisch vorkommt, sitzen Veganer und Mischköstler hier im selben Boot. Im Winter hilft oft nur ein Supplement, um das "Sonnenvitamin" aufzutanken.

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Wichtig

Jod ist für die Schilddrüsenfunktion unerlässlich, doch bei der Versorgung ist Vorsicht geboten. Ein Mangel ist bei Veganern ein Risiko, aber eine Überdosierung durch Algen ist ebenso problematisch. Der Jodgehalt in Algen, besonders in getrockneten Braunalgen wie Kombu oder Wakame, kann extrem hoch sein und stark schwanken. Eine chronische Überdosierung kann die Schilddrüse genauso schädigen wie ein Mangel. Verlasse dich daher nicht allein auf Algen als Jodquelle. Die sicherste Strategie ist die konsequente Verwendung von jodiertem Speisesalz. Wenn du Algen nutzen möchtest, wähle Sorten mit geringerem Jodgehalt wie Nori (Sushi-Blätter) und konsumiere sie nur gelegentlich in kleinen Mengen. Bei Unsicherheit oder einer Schilddrüsenerkrankung ist die Rücksprache mit einem Arzt und ein niedrig dosiertes Supplement die sicherere Wahl.

Protein und Riboflavin: Bekommst du wirklich genug Energie?

Kommen wir kurz zum Protein-Mythos. "Woher bekommst du dein Protein?" ist wohl die meistgestellte Frage. Ehrlich gesagt: Wenn du genug Kalorien isst und dich abwechslungsreich ernährst (Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse), ist ein Proteinmangel in der westlichen Welt extrem unwahrscheinlich. Viel spannender ist Vitamin B2 (Riboflavin). Für Veganer kann die Versorgung mit Vitamin B2 eine echte Herausforderung sein, da Milchprodukte hierfür die Hauptquelle in der Mischkost sind.

Aber keine Sorge, du musst nicht zur Kuhmilch zurückkehren. Pflanzliche Quellen wie Vollkornprodukte, Nüsse, Pilze (Champignons sind super!), Ölsaaten und Hülsenfrüchte können zur Deckung des Bedarfs beitragen. Wenn du also bunt und vollwertig isst, statt nur Weißbrot mit Marmelade, bist du meist gut aufgestellt.

Was uns positiv überrascht hat: Eine pflanzliche Kost weist typischerweise eine geringere Energiedichte und einen höheren Anteil an Ballaststoffen auf. Das bedeutet, du kannst dich oft satt essen, ohne zuzunehmen, und tust deinem Darm etwas Gutes. Kalium und Magnesium, wichtig für Muskeln und Blutdruck, sind in einer Ernährung mit viel Gemüse und Obst ohnehin reichlich vorhanden – hier haben Veganer oft sogar die Nase vorn!

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Wissenswertes

Während der Protein-Mythos weitgehend widerlegt ist, rückt Vitamin B2 (Riboflavin) als oft übersehener Nährstoff in den Fokus. Es spielt eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel. Da Milchprodukte als Hauptquelle wegfallen, ist eine bewusste Auswahl pflanzlicher Quellen wichtig. Hefeflocken sind hier ein echter Star: Sie sind reich an B-Vitaminen, einschließlich Riboflavin, und verleihen Gerichten einen würzig-käsigen Geschmack. Weitere Top-Quellen sind Mandeln, Pilze (besonders Champignons), Linsen und Vollkornprodukte. Der Schlüssel liegt in der Vielfalt. Ein Frühstück aus Haferflocken mit Mandeln, ein Mittagessen mit einem großen Pilz-Gericht und Hefeflocken über der abendlichen Pasta-Soße tragen effektiv zur Bedarfsdeckung bei. Eine bunte, vollwertige Ernährung ist die beste Strategie, um diesen wichtigen Nährstoff nicht zu vernachlässigen.

Unser Fazit: Mangelernährung oder Gesundheits-Booster?

Unser Fazit: Mangelernährung oder Gesundheits-Booster?

Was fehlt dem Körper bei veganer Ernährung also wirklich? Wenn du unachtsam bist: Vitamin B12, Jod, Calcium und vielleicht Eisen. Das ist die ungeschminkte Wahrheit. Aber – und das ist das große Finale – wenn du diese Stolpersteine kennst, kann eine vegane Ernährung einer der größten Gesundheits-Booster für deinen Körper sein.

Wir sehen es so: Die Auseinandersetzung mit Nährstoffen macht dich automatisch zu einem bewussteren Esser. Du stopfst nicht mehr wahllos Dinge in dich hinein, sondern achtest auf Qualität. Die "kritischen" Nährstoffe lassen sich heute so einfach managen wie nie zuvor. Ein gutes B12-Supplement, Jodsalz, calciumreiches Wasser und eine bunte Mischung aus Hülsenfrüchten, Vollkorn und Gemüse sind dein Schlüssel zum Erfolg.

Lass dich nicht verrückt machen. Millionen Menschen leben gesund und vital ohne Tierprodukte. Mit dem Wissen aus diesem Artikel gehörst du jetzt zu denen, die genau wissen, was sie tun. Probier es aus, hör auf deinen Körper und genieße die Vielfalt auf deinem Teller!

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Wichtige Hinweise

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Gesundheitsfragen immer einen qualifizierten Arzt. Ändern Sie niemals eigenständig Ihre Medikation oder Behandlung.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Weitere wichtige Informationen zum Thema

Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse sind hervorragende Quellen für die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA). Der Körper kann ALA zwar in die biologisch aktiveren langkettigen Fettsäuren EPA und DHA umwandeln, die für Gehirnfunktion und Herzgesundheit wichtig sind, jedoch ist dieser Umwandlungsprozess oft sehr ineffizient. Die Rate kann je nach individueller Genetik, Geschlecht und Ernährung stark schwanken und liegt oft nur im einstelligen Prozentbereich. Aus diesem Grund kann es schwierig sein, allein durch ALA-Quellen einen optimalen EPA/DHA-Status zu erreichen.

Algenöl ist hier eine direkte und verlässliche pflanzliche Quelle für EPA und DHA, da Fische diese Fettsäuren ebenfalls durch den Konsum von Algen anreichern. Eine Supplementierung mit Algenöl kann daher eine sinnvolle Strategie sein, um die Versorgung sicherzustellen, ohne sich auf die unsichere körpereigene Umwandlung verlassen zu müssen. Es umgeht quasi den ineffizienten Zwischenschritt und liefert dem Körper direkt, was er benötigt. Dies kann insbesondere für Schwangere, Stillende und Menschen mit erhöhtem Bedarf eine wichtige Überlegung sein.

Sonneneinstrahlung ist zwar die wichtigste Quelle für Vitamin D, jedoch ist die körpereigene Produktion in unseren Breitengraden, insbesondere von Oktober bis April, oft unzureichend. Der Sonnenstand ist in diesen Monaten zu niedrig, um eine nennenswerte Synthese in der Haut anzuregen. Während eine omnivore Ernährung durch den Verzehr von fettem Fisch oder mit Vitamin D angereicherten Milchprodukten einen kleinen Beitrag leisten kann, fallen diese Quellen bei einer veganen Ernährung weg. Vegane Quellen sind auf angereicherte Lebensmittel wie manche Pflanzendrinks oder Margarinen beschränkt.

Daher ist das Risiko eines Mangels im Winter für alle Menschen in Deutschland erhöht, für Veganer aufgrund der geringeren Nahrungszufuhr aber potenziell noch etwas mehr. Eine regelmäßige Überprüfung des Vitamin-D-Spiegels beim Arzt und eine mögliche Supplementierung während der dunklen Jahreszeit ist eine überlegenswerte Maßnahme, um das Immunsystem und die Knochengesundheit zu unterstützen. Dies ist also kein rein veganes Thema, aber eines, das bei dieser Ernährungsform besondere Aufmerksamkeit erfordert.

Jod ist ein essenzielles Spurenelement für die Schilddrüsenfunktion, und die Hauptquellen in der westlichen Ernährung sind jodiertes Speisesalz, Meeresfisch und Milchprodukte. Da die Böden in Europa eher jodarm sind, enthalten pflanzliche Lebensmittel von Natur aus nur geringe Mengen. Für Veganer ist es daher wichtig, aktiv auf eine ausreichende Jodzufuhr zu achten. Die einfachste und kontrollierbarste Methode ist die konsequente Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Dies deckt in der Regel einen Großteil des täglichen Bedarfs auf eine sichere Weise.

Eine weitere pflanzliche Quelle sind Meeresalgen, insbesondere Nori oder Wakame. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Der Jodgehalt kann extrem stark schwanken und bei manchen Algenarten (wie Kombu) so hoch sein, dass es zu einer Überdosierung kommen kann. Ein gelegentlicher Verzehr von Nori-Blättern, wie man sie für Sushi kennt, ist meist unbedenklich und kann die Versorgung ergänzen. Eine bewusste Kombination aus jodiertem Salz und gelegentlichem Algenkonsum ist eine gute Strategie.

Mit Kalzium angereicherte Pflanzendrinks, Joghurts oder Tofu sind eine sehr gute und praktische Basis, um den Kalziumbedarf zu decken. Die Bioverfügbarkeit des zugesetzten Kalziumkarbonats oder -phosphats ist vergleichbar mit der aus Kuhmilch. Sich allein darauf zu verlassen, ist jedoch nicht notwendig und auch nicht ideal, da eine vielfältige Ernährung immer vorzuziehen ist. Es gibt zahlreiche hervorragende natürliche, pflanzliche Kalziumquellen, die das Nährstoffspektrum erweitern.

Dazu gehören grünes Gemüse wie Grünkohl, Brokkoli, Rucola und Pak Choi. Auch Nüsse und Samen, insbesondere Mandeln und Sesammus (Tahin), sowie Hülsenfrüchte wie Kichererbsen und weiße Bohnen tragen signifikant zur Versorgung bei. Eine weitere exzellente Quelle ist kalziumreiches Mineralwasser (über 150 mg/l). Eine Kombination aus angereicherten Produkten und diesen natürlichen Lebensmitteln stellt sicher, dass der Körper nicht nur ausreichend Kalzium für Knochen und Zähne erhält, sondern auch von den vielen weiteren Nährstoffen dieser Lebensmittel profitiert.

Dieses Gefühl kennen viele, und es liegt oft an der Art des Eisens und wie es aufgenommen wird. Pflanzen wie Spinat oder Linsen enthalten sogenanntes Nicht-Häm-Eisen. Im Gegensatz zum Häm-Eisen aus tierischen Quellen wird dieses vom Körper deutlich schlechter absorbiert. Zusätzlich enthält Spinat Oxalsäure, die die Eisenaufnahme weiter hemmen kann. Wenn du also nur große Mengen Spinat isst, ohne auf die richtige Kombination zu achten, kommt möglicherweise nur wenig Eisen tatsächlich im Körper an, was zu Müdigkeit und Abgeschlagenheit beitragen kann.

Der entscheidende Trick ist die Kombination mit Vitamin C. Vitamin C kann die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen um das bis zu Sechsfache steigern. Kombiniere deine eisenreichen Mahlzeiten also immer mit einer Vitamin-C-Quelle: Ein Glas Orangensaft zum Linsengericht, Paprikastreifen zum Hummusbrot oder Brokkoli in der Vollkornpasta. Vermeide gleichzeitig, Kaffee oder schwarzen Tee direkt zu den Mahlzeiten zu trinken, da die darin enthaltenen Tannine die Aufnahme wiederum blockieren.

Der Mythos, dass Veganer bei jeder einzelnen Mahlzeit penibel Proteine kombinieren müssen, um ein „vollständiges“ Protein zu erhalten (z.B. Reis mit Bohnen), ist veraltet und überholt. Der menschliche Körper ist intelligenter als das. Er unterhält einen eigenen Pool an freien Aminosäuren, aus dem er sich bedienen kann, um die benötigten Proteine zu synthetisieren. Es ist also nicht notwendig, alle essenziellen Aminosäuren in einer einzigen Mahlzeit zuzuführen.

Viel wichtiger ist es, über den Tag verteilt eine Vielfalt an proteinreichen pflanzlichen Lebensmitteln zu essen. Wenn du zum Beispiel mittags ein Linsengericht isst und abends Vollkornbrot mit Hummus, stellt dein Körper sicher, dass er die Aminosäuren aus beiden Mahlzeiten bedarfsgerecht zusammensetzt. Eine abwechslungsreiche vegane Ernährung, die regelmäßig Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse, Samen und Sojaprodukte wie Tofu oder Tempeh enthält, deckt das gesamte Aminosäurenspektrum problemlos ab, ohne dass man sich bei jeder Mahlzeit den Kopf zerbrechen muss.

Quellen & Weiterführende Links

Dieser Artikel basiert auf 2 vertrauenswürdigen Quellen. Alle Fakten und Statistiken wurden neu formuliert und in eigenen Worten wiedergegeben.

1

Zwillingsstudie zeigt: Wer sich vegan ernährt, lebt länger - National Geographic

nationalgeographic.de

2

Vegane Ernährung: Ein Plus für die Gesundheit? - Veganer - Veganismus - vegan Ernähren - Nährstoffversorgung Vitamin B2 Riboflavin Calcium Zink Jod Vitamin D - UGB-Gesundheitsberatung

ugb.de

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Mario Wormuth
Mario Wormuth
RezeptentwicklungKlassische & Moderne KochtechnikenNachhaltige ErnährungKulinarische WarenkundeKochen

Gründer von eat-vegan.de & Experte für pflanzliche Kulinarik. Mario verbindet 4 Jahre Erfahrung in der veganen Küche mit der Leidenschaft für nachhaltigen Genuss. Als Rezeptentwickler und Food-Autor zeigt er, dass vegane Ernährung nicht Verzicht, sondern Vielfalt bedeutet. Sein Fokus liegt auf alltagstauglichen Rezepten, die auch ohne Ersatzprodukte überzeugen. Man muss aber auch sagen dass er auch gerne Rezepte über Fleisch und ähnliches erstellt. Siehe dafür seinen Blog www.pastaweb.de

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