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Letztes Update: 25. April 2026

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Vegan ohne Mangelerscheinungen? Diese 7 Nährstoffe entscheiden über deine Gesundheit

18. Februar 2026•13 Min. Lesezeit
von Mario Wormuth
Vegan ohne Mangelerscheinungen? Diese 7 Nährstoffe entscheiden über deine Gesundheit

Das Wichtigste auf einen Blick

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Hand aufs Herz: Wie oft hast du schon den Satz gehört: "Aber woher bekommst du dein Protein?" Oder noch schlimmer: "Veganer sehen immer so blass aus." Es nervt, oder? Aber ist an dem Mythos vom mangelernährten Pflanzenesser vielleicht doch ein Fünkchen Wahrheit dran? Die Antwort ist ein klares Jein. Während knapp 1 Million Menschen in Deutschland bereits vegan leben, hält sich die Sorge vor Nährstoffmängeln hartnäckig. Wir reden heute Tacheles darüber, was dein Körper wirklich braucht, wo die Stolpersteine liegen und warum du mit dem richtigen Wissen gesünder leben kannst als so mancher Mischköstler.

Ist vegane Ernährung wirklich ein Risiko für Mangelerscheinungen?

Lass uns direkt mit der Tür ins Haus fallen: Ja, wenn du dich nur von Pommes und veganem Toast ernährst, wirst du Probleme bekommen. Aber das gilt für jede Ernährungsform. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat jedoch einen klaren Blick auf die rein pflanzliche Kost geworfen und stuft die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen als "potenziell kritisch" ein. Das klingt erst einmal bedrohlich, ist aber eigentlich nur ein Warnhinweis, genauer hinzuschauen.

Was die Experten wirklich sagen

Es geht nicht darum, dass vegane Ernährung ungesund ist – im Gegenteil. Aber sie erfordert ein bisschen mehr Köpfchen. Die DGE betont, dass bei einer rein veganen Ernährung die Versorgung mit Vitamin B12 das größte Thema ist. Aber auch andere Kandidaten stehen auf der Beobachtungsliste. Da es für Deutschland an ganz aktuellen Daten fehlt, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) extra Studien angestoßen, um hier Licht ins Dunkel zu bringen.

Der Unterschied zwischen "fehlen" und "aufpassen"

Wichtig für dich zu verstehen: "Kritisch" heißt nicht, dass du automatisch einen Mangel hast. Es bedeutet lediglich, dass du diese Nährstoffe nicht zufällig über ein Schnitzel aufnimmst, sondern bewusst pflanzliche Quellen oder Supplemente wählen musst. Wer sich bunt und vielseitig ernährt, umschifft die meisten Klippen ganz automatisch.

💡

Fakt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stuft bei einer rein veganen Ernährung die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen als potenziell kritisch ein.

Die Einstufung als „potenziell kritisch“ durch die DGE ist keine generelle Abwertung der veganen Ernährung, sondern ein wissenschaftlich fundierter Hinweis zur Achtsamkeit. Es bedeutet, dass bei einer unausgewogenen pflanzlichen Kost das Risiko für eine Unterversorgung bei bestimmten Nährstoffen statistisch höher ist als bei einer durchschnittlichen Mischkost. Dies liegt daran, dass einige Nährstoffe in pflanzlichen Lebensmitteln seltener, in geringerer Konzentration oder in einer für den Körper schlechter verfügbaren Form vorliegen. Für dich als Verbraucher ist das eine wichtige Leitplanke: Anstatt die vegane Ernährung pauschal als gefährlich abzutun, solltest du sie als Ansporn sehen, dich bewusst mit deiner Lebensmittelauswahl auseinanderzusetzen und gezielt nährstoffdichte pflanzliche Quellen in deinen Speiseplan zu integrieren.

📍 Quelle: aerzteblatt.de

Warum ist Vitamin B12 das Sorgenkind Nummer 1?

Warum ist Vitamin B12 das Sorgenkind Nummer 1?
Warum ist Vitamin B12 das Sorgenkind Nummer 1?

Wenn wir über Vitamine sprechen, die bei veganer Ernährung fehlen, kommen wir an B12 nicht vorbei. Es ist der Elefant im Raum. Ehrlich gesagt: Hier gibt es keine Diskussion und keinen Spielraum für Experimente.

Warum Pflanzen kein B12 liefern

Vitamin B12 wird von Mikroorganismen hergestellt, die sich vor allem im Verdauungstrakt von Tieren finden. Pflanzen brauchen kein B12 und stellen es daher auch nicht her. Zwar liest man ab und zu von Algen oder fermentierten Produkten, die angeblich B12 enthalten, aber Vorsicht: Das sind oft sogenannte Analoga, die dein Körper gar nicht verwerten kann. Sie blockieren im schlimmsten Fall sogar die Aufnahme des echten Vitamins.

Supplementieren: Kür oder Pflicht?

Hier sind wir streng: Es ist Pflicht. Da Vitamin B12 essenziell für die Blutbildung und das Nervensystem ist, solltest du hier kein Risiko eingehen. Die DGE stuft B12 als den kritischsten Nährstoff ein. Unsere Empfehlung: Suche dir ein hochwertiges Supplement (z.B. Tropfen oder Zahnpasta), das zu deinem Alltag passt. Ein regelmäßiger Bluttest beim Arzt gibt dir Sicherheit.

⚠️

Wichtig

⚠️ Vitamin B12 ist nicht verhandelbar. Ein Mangel kann zu schweren und teils irreversiblen neurologischen Schäden sowie zu Blutarmut führen. Da pflanzliche Lebensmittel keine verlässliche Quelle für bioverfügbares Vitamin B12 darstellen, ist eine Supplementierung für Veganer unerlässlich. Verlasse dich nicht auf angebliche B12-Quellen wie Algen (Spirulina, Chlorella) oder fermentierte Produkte wie Sauerkraut. Diese enthalten oft nur B12-Analoga, die vom menschlichen Körper nicht verwertet werden können und im schlimmsten Fall sogar die Rezeptoren für echtes B12 blockieren. Achte bei der Wahl deines Supplements auf die richtigen Formen: Methylcobalamin und Adenosylcobalamin sind die bioaktiven Coenzym-Formen, die der Körper direkt nutzen kann. Eine regelmäßige Kontrolle des Holo-TC-Wertes im Blut gibt dir Sicherheit über deinen Versorgungsstatus. Sprich mit deinem Arzt über die für dich passende Dosierung.

Welche anderen Vitamine kommen oft zu kurz?

Neben dem "Big Boss" B12 gibt es noch zwei weitere Vitamine, die du auf dem Schirm haben solltest: Vitamin B2 (Riboflavin) und Vitamin D. Sie werden oft vergessen, sind aber für dein Wohlbefinden entscheidend.

Riboflavin (B2) – der unterschätzte Energielieferant

Früher dachte man, B2 sei kein Problem. Heute wissen wir: Wer auf Milchprodukte verzichtet, muss hier aufpassen. Riboflavin steckt nämlich klassischerweise in Kuhmilch und Fleisch. Aber keine Panik, die Pflanzenwelt hat Antworten:

  • Mandeln und Pilze sind hervorragende Quellen.
  • Vollkornprodukte und Hefeflocken (der Liebling aller Veganer!) liefern ebenfalls B2.
  • Ölsaaten und Nüsse sollten täglich auf deinem Speiseplan stehen.

Vitamin D – nicht nur ein Veganer-Problem

Hand aufs Herz: Vitamin D ist in unseren Breitengraden für fast jeden ein Problem, egal ob Veganer oder Fleischesser. Da wir es hauptsächlich über die Sonne bilden und Lebensmittel nur geringe Mengen liefern (und die meist tierisch sind, wie fetter Fisch), ist hier besondere Aufmerksamkeit gefragt. In den dunklen Monaten von Oktober bis März reicht die Sonnenkraft in Deutschland oft nicht aus. Ein Check beim Arzt lohnt sich hier für jeden.

ℹ️

Wissenswertes

ℹ️ Gut zu wissen: Vitamin B2 (Riboflavin) und Vitamin D sind zwei oft unterschätzte Mikronährstoffe. Riboflavin ist ein zentraler Baustein für den Energiestoffwechsel in den Zellen. Während es in Milchprodukten reichlich vorkommt, müssen Veganer auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen. Gute Quellen sind Hefeflocken (oft als 'Nährhefe' verkauft und ideal für käsige Saucen), Mandeln, Pilze, Quinoa und angereicherte Pflanzendrinks. Vitamin D, das 'Sonnenvitamin', kann der Körper bei ausreichender UVB-Strahlung selbst bilden. In Deutschland ist dies jedoch nur von etwa April bis September möglich. In den Wintermonaten ist eine Supplementierung für fast jeden empfehlenswert, da die Nahrung nur wenig dazu beitragen kann. Ein Mangel kann die normale Funktion des Immunsystems und die Knochengesundheit beeinträchtigen. Ein Bluttest beim Arzt (25-OH-Vitamin D) schafft Klarheit über den individuellen Bedarf.

Fehlen mir ohne Fleisch und Milch wichtige Mineralstoffe?

Fehlen mir ohne Fleisch und Milch wichtige Mineralstoffe?

Vitamine sind das eine, aber was ist mit den "harten" Baustoffen? Laut DGE gelten Eisen, Jod, Zink, Selen und Kalzium als potenziell kritisch. Lass uns das mal aufdröseln, damit du weißt, was wirklich wichtig ist.

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Eisen: Warum der "blasse Veganer" ein Klischee sein kann

Eisen aus Pflanzen (Nicht-Hämeisen) wird vom Körper etwas schlechter aufgenommen als das aus Fleisch. Das ist Fakt. Aber wir haben einen genialen Trick für dich: Vitamin C! Wenn du zu deinem eisenhaltigen Essen (wie Linsen, Haferflocken oder Kürbiskernen) etwas Vitamin-C-haltiges isst (Orangensaft, Paprika, Brokkoli), kannst du die Aufnahme massiv steigern. Kaffee und Tee hingegen hemmen die Aufnahme – also den Espresso lieber erst eine Stunde nach dem Essen trinken.

Jod und Selen: Die Schilddrüsen-Freunde

Jod ist in Deutschland Mangelware im Boden. Mischköstler bekommen es oft über jodiertes Tierfutter in Milch und Eiern. Wir Veganer müssen hier cleverer sein. Verwende im Haushalt konsequent Jodsalz und baue ab und zu Meeresalgen (mit definiertem Jodgehalt!) in deinen Speiseplan ein. Selen ist ähnlich knifflig, da europäische Böden selenarm sind. Ein Geheimtipp: Paranüsse. Aber Achtung, hier schwanken die Werte stark, also nicht übertreiben.

Kalzium und Zink: Starke Knochen ohne Kuhmilch?

Dass man Milch für starke Knochen braucht, ist ein Marketing-Gag der Milchindustrie, der sich wacker hält. Richtig ist aber: Du brauchst Kalzium. Und das findest du in:

Lebensmittel Besonderheit
Sesam / Tahini Extreme Kalziumbombe
Grünkohl & Brokkoli Sehr gut bioverfügbar
Mineralwasser Achte auf "kalziumreich" (>150mg/l)
Angereicherte Pflanzendrinks Oft mit Kalziumalge versetzt

Zink findest du in Vollkorn und Hülsenfrüchten. Ein Tipp: Durch Einweichen oder Keimen von Hülsenfrüchten und Getreide kannst du die Phytinsäure reduzieren, die sonst die Zinkaufnahme bremst.

✅

Quick-Check

✅ Mineralstoff-Check für den Alltag:

  • ✓Eisen: Kombiniere eisenreiche Lebensmittel wie Linsen, Kichererbsen, Tofu, Haferflocken und Kürbiskerne immer mit einer Vitamin-C-Quelle (z.B. Paprika, Brokkoli, ein Glas Orangensaft), um die Aufnahme zu verbessern. Meide Kaffee oder schwarzen Tee direkt zu den Mahlzeiten.
  • ✓Jod: Verwende konsequent jodiertes Speisesalz im Haushalt. Für eine zusätzliche Zufuhr kannst du gelegentlich Meeresalgen (z.B. Nori-Blätter) mit deklariertem Jodgehalt verwenden. Achtung bei Algenprodukten ohne Angabe, da der Gehalt stark schwanken kann.
  • ✓Kalzium: Integriere kalziumreiche pflanzliche Quellen wie grünes Gemüse (Grünkohl, Brokkoli, Rucola), Sesammus (Tahin), Mandeln und mit Kalzium angereicherte Pflanzendrinks und Tofu. Auch kalziumreiches Mineralwasser (>150 mg/l) kann einen wichtigen Beitrag leisten.
  • ✓Zink & Selen: Decke deinen Zinkbedarf mit Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten und Nüssen. Eine Paranuss pro Tag kann bereits den Selenbedarf eines Erwachsenen decken (nicht überdosieren!).

Wie sieht es mit Proteinen und Fetten aus?

Neben den Mikronährstoffen schauen wir uns auch die Makros an. Die DGE weist darauf hin, dass die Versorgung mit Proteinen (speziell essenziellen Aminosäuren) und langkettigen n-3-Fettsäuren (Omega-3) unzureichend sein kann.

Die Protein-Qualität entscheidet

Es geht nicht nur um die Menge, sondern um die Zusammensetzung der Aminosäuren. Pflanzen haben oft nicht das "vollständige" Profil wie ein Ei. Die Lösung ist simpel: Kombiniere! Getreide mit Hülsenfrüchten (z.B. Reis mit Bohnen oder Hummus mit Brot) ergänzen sich perfekt zu einem hochwertigen Proteinprofil. Du musst das nicht mal in einer Mahlzeit essen, es reicht über den Tag verteilt.

Omega-3: Warum Leinöl allein oft nicht reicht

Leinöl und Walnüsse liefern ALA (Alpha-Linolensäure). Der Körper muss diese aber erst mühsam in die aktiven Formen EPA und DHA umwandeln – und das klappt oft nur zu einem geringen Prozentsatz. Für eine optimale Versorgung, besonders für Herz und Gehirn, empfehlen wir dir, über ein hochwertiges Algenöl nachzudenken. Das ist quasi die Quelle, aus der auch die Fische ihr Omega-3 beziehen.

🎯

Zusammengefasst

🎯 Makronährstoffe im Fokus: Bei Proteinen und Fetten kommt es auf die Qualität an. Das Ziel bei Proteinen ist, über den Tag verteilt ein vollständiges Aminosäurenprofil zu erhalten. Die Kombination von verschiedenen pflanzlichen Quellen ist hier der Schlüssel. Klassiker wie Getreide (z.B. Reis, Brot) mit Hülsenfrüchten (z.B. Bohnen, Linsen, Hummus) ergänzen sich ideal. Bei den Fetten sind die langkettigen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA entscheidend, die zur normalen Herz- und Gehirnfunktion beitragen. Pflanzliche Öle wie Lein-, Hanf- oder Walnussöl liefern nur die Vorstufe ALA. Die Umwandlung in EPA und DHA im Körper ist jedoch sehr ineffizient. Eine direkte und zuverlässige pflanzliche Quelle für diese wichtigen Fettsäuren ist mikroalgenbasiertes Öl. Es ist quasi die ursprüngliche Quelle, aus der auch Fische ihr Omega-3 beziehen, und stellt eine sinnvolle Ergänzung für eine optimale Versorgung dar.

Was läuft bei veganer Ernährung sogar besser?

Jetzt mal genug der Warnungen! Es gibt nämlich auch richtig gute Nachrichten. Wenn du dich vegan ernährst, hast du bei vielen Nährstoffen die Nase vorn. Studien zeigen, dass Veganer oft besser versorgt sind als der Durchschnitt.

Vitamin C, Folat und Magnesium satt

Wer viel Obst, Gemüse und Vollkorn isst, badet förmlich in Vitamin C und Folat. Auch Magnesium ist durch Nüsse und Kerne meist reichlich vorhanden. Das ist ein riesiger Pluspunkt für dein Immunsystem und deine Nerven. Während Mischköstler hier oft Mängel aufweisen, bist du mit deinem Pflanzen-Power-Teller bestens aufgestellt.

Weniger Cholesterin, mehr Ballaststoffe

Ein weiterer riesiger Vorteil: Eine pflanzliche Ernährung enthält quasi kein Cholesterin und deutlich weniger gesättigte Fettsäuren. Das freut dein Herz-Kreislauf-System. Gleichzeitig nimmst du durch Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte massenhaft Ballaststoffe auf. Das hält deinen Darm fit und macht lange satt. Tatsächlich erreichen die meisten Mischköstler die empfohlenen Ballaststoffmengen bei weitem nicht.

ℹ️

Wissenswertes

ℹ️ Die Stärken der Pflanzenkost: Eine ausgewogene vegane Ernährung punktet nicht nur durch das, was sie weglässt (Cholesterin, gesättigte Fette), sondern vor allem durch das, was sie im Überfluss liefert. Die hohe Zufuhr an Ballaststoffen aus Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Obst und Gemüse fördert eine gesunde Darmflora und kann zu einem normalen Stuhlgang beitragen. Zudem sind pflanzliche Lebensmittel reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Polyphenolen und Carotinoiden. Diese Stoffe, die Pflanzen Farbe, Duft und Geschmack verleihen, werden für ihre antioxidativen Eigenschaften geschätzt und tragen zum allgemeinen Wohlbefinden bei. Auch die Versorgung mit Nährstoffen wie Vitamin C, Folat und Magnesium ist bei einer bunten pflanzlichen Kost oft deutlich besser als im Bevölkerungsdurchschnitt, was die normale Funktion des Immunsystems und des Nervensystems unterstützen kann.

Wie decke ich meinen Bedarf im Alltag stressfrei?

Wie decke ich meinen Bedarf im Alltag stressfrei?

Du siehst: Es ist kein Hexenwerk, aber man muss es wissen. Damit du nicht den ganzen Tag Nährwerttabellen studieren musst, haben wir hier eine einfache Faustformel für dich.

Der bunte Teller: So kombinierst du richtig

Versuche, jeden Tag folgende Gruppen einzubauen:

  1. Hülsenfrüchte: Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Tofu (Protein, Eisen, Zink).
  2. Vollkorngetreide: Hafer, Reis, Dinkel, Quinoa (B-Vitamine, Zink, Magnesium).
  3. Nüsse & Samen: Walnüsse, Leinsamen, Kürbiskerne (Omega-3, Selen, Kalzium).
  4. Dunkelgrünes Gemüse: Brokkoli, Spinat, Grünkohl (Kalzium, Eisen, Vitamin C).
  5. Obst: Beeren, Zitrusfrüchte (Vitamine, Antioxidantien).

Regelmäßige Check-ups beim Arzt

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Da jeder Körper Nährstoffe anders aufnimmt, empfehlen wir dir, einmal im Jahr ein großes Blutbild machen zu lassen. Bitte den Arzt explizit darum, B12 (Holo-TC), Vitamin D, Eisen (Ferritin) und ggf. Zink und Selen zu checken. Das kostet manchmal etwas extra, ist aber die beste Investition in deine langfristige Gesundheit.

✅

Quick-Check

✅ Dein jährlicher Gesundheits-Check:

  • ✓Termin vereinbaren: Plane einmal im Jahr einen Termin bei deinem Hausarzt für eine Blutuntersuchung.
  • ✓Werte gezielt anfordern: Bitte explizit um die Untersuchung der für Veganer relevanten Nährstoffe. Nicht alle sind Teil des Standard-Blutbilds.
  • ✓Wichtige Marker im Blick: Die wichtigsten Werte sind Holo-Transcobalamin (Holo-TC, der Frühmarker für Vitamin-B12-Mangel), 25-OH-Vitamin D, Ferritin (Speichereisen), Zink und Selen.
  • ✓Kostenübernahme klären: Frage vorab, welche dieser Untersuchungen von deiner Krankenkasse übernommen werden und welche als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) selbst bezahlt werden müssen. Die Investition in deine Gesundheit lohnt sich.
  • ✓Ergebnisse besprechen: Analysiere die Ergebnisse gemeinsam mit deinem Arzt und passe bei Bedarf deine Ernährung oder Supplementierung an. So gehst du auf Nummer sicher.

Unser Fazit

Ist vegane Ernährung kompliziert? Nein. Erfordert sie etwas mehr Wissen als der Standard-Mix aus Wurstbrot und Nudeln? Auf jeden Fall. Die Tatsache, dass ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland bereits vegetarisch und viele davon vegan leben, zeigt, dass es funktioniert.

Die kritischen Nährstoffe wie Vitamin B12, Jod und Eisen sind kein Grund zur Panik, sondern ein Auftrag an dich, Verantwortung für deinen Körper zu übernehmen. Mit einem bunten Speiseplan, gezielter Supplementierung von B12 (und eventuell Vitamin D) und einem wachen Auge auf deine Blutwerte kannst du dich nicht nur sicher, sondern oft sogar gesünder ernähren als der Durchschnitt. Dein Körper wird es dir danken – und die Tiere sowieso.

ℹ️

Wichtige Hinweise

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Gesundheitsfragen immer einen qualifizierten Arzt. Ändern Sie niemals eigenständig Ihre Medikation oder Behandlung.

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Weitere wichtige Informationen zum Thema

Ja, in sensiblen Lebensphasen wie Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit besteht ein erhöhter Nährstoffbedarf, weshalb eine rein pflanzliche Ernährung besondere Aufmerksamkeit erfordert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät in diesen Phasen von einer veganen Ernährung ab, da das Risiko für Nährstoffdefizite, die gravierende Folgen für die Entwicklung haben können, als hoch eingeschätzt wird. Eine unzureichende Versorgung mit Vitamin B12, Eisen, Kalzium, Jod und den Omega-3-Fettsäuren DHA/EPA ist hier besonders kritisch.

Wer sich dennoch für eine vegane Ernährung entscheidet, sollte dies unbedingt unter engmaschiger ärztlicher und ernährungswissenschaftlicher Begleitung tun. Regelmäßige Blutuntersuchungen zur Überprüfung der Nährstoffversorgung sind unerlässlich, um Mängeln frühzeitig entgegenzuwirken. Eine sorgfältige Planung der Mahlzeiten und der gezielte Einsatz von angereicherten Lebensmitteln sowie die konsequente Supplementierung, insbesondere von Vitamin B12 und oft auch Jod und DHA/EPA aus Algenöl, sind in diesen Phasen nicht verhandelbar, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu unterstützen.

Eine Überprüfung des Nährstoffstatus ist eine sinnvolle Maßnahme, um die eigene Versorgung objektiv zu bewerten. Suchen Sie dafür am besten einen Arzt oder eine Ärztin auf, die Erfahrung mit veganer Ernährung hat. Ein Standard-Blutbild allein ist oft nicht ausreichend, da es nur begrenzte Rückschlüsse auf die Versorgung mit Mikronährstoffen zulässt. Sprechen Sie gezielt an, dass Sie die für eine vegane Ernährung als kritisch eingestuften Nährstoffe überprüfen lassen möchten.

Wichtige Laborparameter sind beispielsweise der Holo-Transcobalamin-Wert (Holo-TC), der als Frühmarker für einen Vitamin-B12-Mangel gilt und aussagekräftiger ist als der reine B12-Serumspiegel. Für den Eisenstatus ist der Ferritin-Wert (Speichereisen) relevant. Weiterhin sind der 25-OH-Vitamin-D-Wert zur Beurteilung der Vitamin-D-Versorgung und die Jodausscheidung im Urin oder Schilddrüsenwerte (TSH) zur Einschätzung des Jodstatus von Bedeutung. Solch eine Untersuchung kann helfen, die eigene Ernährung und Supplementierung gezielt anzupassen.

Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut der Körper einen Nährstoff aus der Nahrung aufnehmen und verwerten kann. Bei pflanzlichen Lebensmitteln kann diese für bestimmte Mineralstoffe wie Eisen oder Zink geringer sein als bei tierischen Produkten. Das liegt unter anderem an sogenannten Antinährstoffen wie Phytinsäure (in Getreide, Hülsenfrüchten) oder Oxalsäure (in Spinat, Rhabarber), die Mineralstoffe an sich binden und deren Aufnahme im Darm hemmen können. Dies ist ein Grund, warum die Zufuhrempfehlungen für Eisen bei vegetarischer/veganer Ernährung höher angesetzt sind.

Glücklicherweise lässt sich die Bioverfügbarkeit durch einfache Zubereitungsmethoden deutlich steigern. Das Einweichen, Keimen oder Fermentieren von Getreide und Hülsenfrüchten reduziert den Phytatgehalt erheblich. Ein weiterer sehr effektiver Trick ist die Kombination von Lebensmitteln: Die gleichzeitige Aufnahme von Vitamin C (z.B. aus Paprika, Brokkoli oder einem Glas Orangensaft) zu einer eisenreichen Mahlzeit (z.B. Linsen oder Haferflocken) kann die Aufnahme von pflanzlichem Eisen um ein Vielfaches erhöhen. Das Erhitzen von Gemüse kann ebenfalls die Verfügbarkeit mancher Nährstoffe verbessern.

Leinöl, Chiasamen und Walnüsse sind hervorragende Quellen für die pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA). Diese ist für den Körper essenziell. Allerdings sind für viele wichtige Funktionen, insbesondere für die Gehirn- und Augenentwicklung sowie die Herzgesundheit, die langkettigen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) von besonderer Bedeutung. Der menschliche Körper kann ALA zwar in EPA und DHA umwandeln, jedoch ist dieser Umwandlungsprozess individuell sehr unterschiedlich und oft wenig effizient. Man geht davon aus, dass nur ein kleiner Prozentsatz der aufgenommenen ALA tatsächlich umgewandelt wird.

Aus diesem Grund kann es für Veganer sinnvoll sein, die Versorgung mit EPA und DHA direkt sicherzustellen. Eine direkte pflanzliche Quelle dafür ist Mikroalgenöl. Dieses wird aus speziellen Algenkulturen gewonnen und liefert die beiden Fettsäuren in bereits umgewandelter Form, ähnlich wie es bei fettem Seefisch der Fall ist. Die Einnahme von Algenöl-Kapseln oder -Öl kann daher eine sichere Strategie sein, um einen adäquaten EPA/DHA-Status zu erreichen und zu erhalten.

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das für die Produktion von Schilddrüsenhormonen und damit für die Regulierung des Stoffwechsels unerlässlich ist. In Deutschland gelten die Böden als jodarm, weshalb Jod vielen Lebensmitteln, insbesondere Speisesalz, zugesetzt wird. Eine Hauptquelle in der Mischkost sind neben jodiertem Salz auch Milchprodukte und Seefisch. Bei einer veganen Ernährung fallen diese beiden Quellen weg, was das Risiko für eine Unterversorgung erhöht, wenn nicht bewusst darauf geachtet wird.

Die einfachste und sicherste Methode zur Deckung des Jodbedarfs ist die konsequente Verwendung von jodiertem Speisesalz im Haushalt. Viele Veganer bevorzugen alternative Salze wie Meersalz oder Himalaya-Salz, die jedoch oft nur Spuren von Jod enthalten. Eine weitere Option sind Meeresalgen wie Nori, die regelmäßig in kleinen Mengen verzehrt werden können. Vorsicht ist jedoch bei anderen Algensorten wie Kombu oder Wakame geboten, da diese teilweise extrem hohe und stark schwankende Jodgehalte aufweisen, was zu einer gesundheitsschädlichen Überdosierung führen kann.

Die Sorge um die Proteinversorgung ist bei einer veganen Ernährung meist unbegründet, solange ausreichend Kalorien und eine Vielfalt an Lebensmitteln konsumiert werden. Proteine bestehen aus Aminosäuren, von denen neun für den Menschen essenziell sind. Während tierische Produkte meist alle essenziellen Aminosäuren in einem für den Menschen günstigen Verhältnis enthalten, weisen einzelne pflanzliche Lebensmittel oft ein sogenanntes 'limitierendes' Aminosäureprofil auf. Das bedeutet, eine bestimmte Aminosäure ist im Verhältnis zu den anderen in geringerer Menge vorhanden, zum Beispiel Lysin in Getreide.

Früher empfahl man, verschiedene pflanzliche Proteine innerhalb einer Mahlzeit zu kombinieren (z.B. Reis mit Bohnen), um ein 'vollständiges' Protein zu erhalten. Heute weiß man, dass der Körper über einen Aminosäure-Pool verfügt und die Kombination über den Tag verteilt ausreicht. Indem man abwechslungsreich isst und verschiedene Proteinquellen wie Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Kichererbsen), Vollkorngetreide, Nüsse, Samen und Sojaprodukte (Tofu, Tempeh) in den Speiseplan integriert, stellt man eine hervorragende Versorgung mit allen essenziellen Aminosäuren sicher.

Quellen & Weiterführende Links

Dieser Artikel basiert auf 2 vertrauenswürdigen Quellen. Alle Fakten und Statistiken wurden neu formuliert und in eigenen Worten wiedergegeben.

1

Kritische Nährstoffe bei veganer Ernährung | BKK ProVita

bkk-provita.de

2

Versorgungsstatus mit Vitaminen und Mineralstoffen bei veganer Ernährungsweise – Deutsches Ärzteblatt

aerzteblatt.de

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Mario Wormuth
Mario Wormuth
RezeptentwicklungKlassische & Moderne KochtechnikenNachhaltige ErnährungKulinarische WarenkundeKochen

Gründer von eat-vegan.de & Experte für pflanzliche Kulinarik. Mario verbindet 4 Jahre Erfahrung in der veganen Küche mit der Leidenschaft für nachhaltigen Genuss. Als Rezeptentwickler und Food-Autor zeigt er, dass vegane Ernährung nicht Verzicht, sondern Vielfalt bedeutet. Sein Fokus liegt auf alltagstauglichen Rezepten, die auch ohne Ersatzprodukte überzeugen. Man muss aber auch sagen dass er auch gerne Rezepte über Fleisch und ähnliches erstellt. Siehe dafür seinen Blog www.pastaweb.de

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