Frankfurter Grüne Soße – Vegan auf Cashew-Joghurt-Basis mit Pellkartoffeln
Der hessische Frühlingsklassiker rein pflanzlich: Sieben frische Kräuter in einer samtigen Cashew-Joghurt-Creme, serviert zu heißen Pellkartoffeln.
Auf einen Blick

Frankfurter Grüne Soße lebt von der Frische ihrer sieben traditionellen Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. In der klassischen Küche bilden Schmand, saure Sahne und hartgekochte Eier das Fundament. Für diese vegane Interpretation sorgt eine Kombination aus eingeweichten Cashewkernen und cremigem Sojajoghurt ohne Zuckerzusatz für genau die richtige Balance aus Fülle, leichter Säure und Standfestigkeit.
Kommen die Kräuter nass in den Mixer, verwässert die Soße und trennt sich später auf dem Teller unschön ab. Deshalb ist gründliches Trockenschleudern unverzichtbar. Ein Hauch Kala Namak verleiht der kalten Soße die typische feine Schwefelnote gekochter Eier, während ein Löffel mittelscharfer Senf und frischer Zitronensaft die Kräuteraromen akzentuieren.
Frischer Frühlingsklassiker: Frankfurter Grüne Soße mit Pellkartoffeln rein pflanzlich
Wenn im Frühjahr die ersten zarten Triebe aus dem Boden spitzen, gibt es in Hessen kulinarisch kein Halten mehr. Die traditionelle Frankfurter Grüne Soße mit Pellkartoffeln steht für Frische, feine Kräuterwürze und bodenständigen Genuss. In der klassischen Rezeptur sorgen saure Sahne, Schmand und hartgekochte Eier für Bindung und Fülle. Unsere vegane Interpretation beweist eindrucksvoll, dass dieses Traditionsgericht ohne jeden tierischen Bestandteil seine unverwechselbare Textur und Geschmackstiefe behält.
Das Fundament bildet eine samtige Creme aus schonend eingeweichten Cashewkernen und ungesüßtem Sojajoghurt. Diese Kombination balanciert die herben, säuerlichen und nussigen Noten der sieben traditionellen Kräuter perfekt aus. 120 Gramm Cashewkerne klingen nach wenig Masse für vier Portionen, ergeben püriert mit dem Joghurt aber genau die schwere Cremigkeit, die sonst Schmand liefert. Das Gericht eignet sich hervorragend für das entspannte Familienessen am Wochenende, lässt sich problemlos für Gäste vorbereiten und bereichert jeden pflanzlichen Speiseplan um eine Fülle sekundärer Pflanzenstoffe.
Geschichte und regionale Verwurzelung der Frankfurter Spezialität
Die Frankfurter Grüne Soße – im Dialekt liebevoll „Grie Soß“ genannt – besitzt in der Region Frankfurt am Main einen festen Platz im kulturellen Erbe. Seit 2016 ist die „Frankfurter Grüne Soße“ sogar als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) durch die EU-Kommission anerkannt. Diese Schutzverordnung legt fest, dass die sieben charakteristischen Kräuter aus dem definierten Anbaugebiet rund um Frankfurt stammen müssen und kein einzelnes Kraut mehr als 30 Prozent der Gesamtmenge ausmachen darf.
Die oft kolportierte Legende, Johann Wolfgang von Goethes Mutter Catharina Elisabeth habe die Soße erfunden, ist historisch widerlegt. Erste schriftliche Nachweise des Rezepts finden sich im 19. Jahrhundert, unter anderem in Wilhelmine Rührigs Frankfurter Kochbuch von 1860. Ursprünglich als einfaches, saisonales Frühlingsgericht geschätzt, markiert der Gründonnerstag traditionell den Auftakt der Grünen-Soße-Saison, die bis zum ersten Frost im Herbst reicht.
Die Zutaten und die sieben Kräuter im Detail
Die Seele dieses Gerichts liegt in der präzisen Zusammensetzung der sieben traditionellen Kräuter. Jedes einzelne Kraut steuert ein spezifisches Aroma und wertvolle Texturen bei:
- Borretsch: Bringt mit seinem feinen Gurkenaroma eine kühlende Frische in die Soße.
- Kerbel: Steuert eine dezent süßliche Anisnote bei.
- Kresse: Liefert durch ihre Senfölglykoside eine angenehme, pfeffrige Schärfe.
- Petersilie (kraus oder glatt): Bildet die robuste, würzig-herbe Basisnote.
- Pimpinelle (Kleiner Wiesenknopf): Verleiht der Soße einen unverwechselbaren, leicht nussigen Geschmack.
- Sauerampfer: Bringt die charakteristische, lebendige Säure mit, die schwere Komponenten ausbalanciert.
- Schnittlauch: Ergänzt eine milde, lauchige Zwiebelwürze ohne aufdringlich zu wirken.
Im Frühjahr sind die Kräuter in vielen Supermärkten oder auf Wochenmärkten fertig gebündelt im typischen Papierwickel erhältlich. Außerhalb der Saison oder Hessens lohnt sich der Gang zum gut sortierten Gemüsehändler. Kräuter mit der Hand fein zu wiegen erhält das feine Blattgrün intakt, während das Zerkleinern im Mixer die Soße schnell bitter und moosgrün färbt.
Für die pflanzliche Emulsion setzen wir auf ungesüßten Sojajoghurt mit natürlicher Säurekultur, hochwertiges Rapsöl, frischen Zitronensaft, Apfelessig und mittelscharfen Dijon-Senf. Das indische Schwefelsalz Kala Namak ist hier das funktionale Schlüsselelement: In minimaler Dosierung repliziert es das typische Aroma hartgekochter Hühnereier verblüffend präzise.
Min.Einfach
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