Frankfurter Grüne Soße – Vegan auf Cashew-Joghurt-Basis mit Pellkartoffeln

22. August 2026

Der hessische Frühlingsklassiker rein pflanzlich: Sieben frische Kräuter in einer samtigen Cashew-Joghurt-Creme, serviert zu heißen Pellkartoffeln.

Auf einen Blick

Gerichtsart
Hauptgericht
Herkunft
Deutsch (Hessisch)
Schwierigkeit
Einfach
Gesamtzeit
1 Std. 20 Min.
Ernährungsform
Vegan
Saison
Frühling (traditionell ab Gründonnerstag)
Anlass
Alltag, Ostern, Frühlingsküche
Besonderheiten
VeganLaktosefreiGlutenfreiOhne SojaKräuterreich
Frankfurter Grüne Soße – Vegan auf Cashew-Joghurt-Basis mit Pellkartoffeln

Frankfurter Grüne Soße lebt von der Frische ihrer sieben traditionellen Kräuter: Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch. In der klassischen Küche bilden Schmand, saure Sahne und hartgekochte Eier das Fundament. Für diese vegane Interpretation sorgt eine Kombination aus eingeweichten Cashewkernen und cremigem Sojajoghurt ohne Zuckerzusatz für genau die richtige Balance aus Fülle, leichter Säure und Standfestigkeit.

Kommen die Kräuter nass in den Mixer, verwässert die Soße und trennt sich später auf dem Teller unschön ab. Deshalb ist gründliches Trockenschleudern unverzichtbar. Ein Hauch Kala Namak verleiht der kalten Soße die typische feine Schwefelnote gekochter Eier, während ein Löffel mittelscharfer Senf und frischer Zitronensaft die Kräuteraromen akzentuieren.

Frankfurter Grüne Soße – Vegan auf Cashew-Joghurt-Basis mit Pellkartoffeln

Rezept

Frankfurter Grüne Soße – Vegan auf Cashew-Joghurt-Basis mit Pellkartoffeln

Einfach
25 Min.
25 Min.
50 Min.
Portionen
4

Benötigte Utensilien

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Zutaten

Pellkartoffeln

Kräutersoße

Kräuter

  • 40 g Borretsch, frisch, gewaschen und trocken geschleudert
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  • 40 g Kerbel, frisch, gewaschen und trocken geschleudert
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  • 40 g Kresse, frisch, gewaschen und trocken getupft
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  • Frische Petersilie
    40 g Frische Petersilie, glatt, gewaschen und trocken geschleudert
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  • 40 g Pimpinelle, frisch, gewaschen und trocken geschleudert
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  • 40 g Sauerampfer, frisch, gewaschen und trocken geschleudert
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  • 40 g Schnittlauch, frisch, in feine Röllchen geschnitten
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Zubereitung

  1. Schritt 1

    Kartoffeln aufsetzen

    Die festkochenden Kartoffeln gründlich waschen und in einen großen Topf geben. Mit kaltem Wasser bedecken, 1 Esslöffel Salz sowie optional Kümmel zufügen. Bei mittlerer Hitze aufkochen und etwa 20 bis 25 Minuten garen, bis eine Messerspitze widerstandslos in die Knolle gleitet.

    25 Min.
    Tipp: Gleich große Kartoffeln wählen, damit alle gleichzeitig gar werden.
    Schritt 1: Kartoffeln aufsetzen
  2. Schritt 2

    Cashew-Basis pürieren

    Die eingeweichten Cashewkerne gründlich abspülen und mit 150 g des Sojajoghurts, Rapsöl, Zitronensaft, Apfelessig, Senf, Kala Namak und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer in den Hochleistungsmixer geben. Auf höchster Stufe etwa 60 bis 90 Sekunden mixen, bis eine vollkommen glatte, seidige Creme ohne fühlbare Körnchen entstanden ist.

    2 Min.
    Tipp: Zwischendurch mit dem Spatel den Rand herunterschaben.
    Schritt 2: Cashew-Basis pürieren
  3. Schritt 3

    Kräuter vorbereiten und untermengen

    Alle Kräuter von groben Stielen befreien. Schnittlauch separat mit einem scharfen Messer in feine Röllchen schneiden. Die restlichen sechs Kräuter grob vorhacken. Etwa ein Drittel der Kräuter zusammen mit dem restlichen Sojajoghurt zur Cashewcreme in den Mixer geben und nur wenige Sekunden pulsieren, sodass die Soße eine hellgrüne Farbe annimmt. Die restlichen zwei Drittel der gehackten Kräuter sowie die Schnittlauchröllchen mit einem Teigschaber per Hand unterheben.

    8 Min.
    Tipp: Zu langes Mixen erwärmt die Kräuter und macht die Soße bitter.
    Schritt 3: Kräuter vorbereiten und untermengen
  4. Schritt 4

    Durchziehen lassen und anrichten

    Die Soße probieren und nach Bedarf mit etwas Salz oder Zitronensaft nachschärfen. Für mindestens 30 Minuten abgedeckt im Kühlschrank ruhen lassen, damit sich die ätherischen Öle der Kräuter mit der Fettbasis verbinden. Die heißen Pellkartoffeln abgießen, kurz ausdampfen lassen und zusammen mit der kühlen Grünen Soße servieren.

    30 Min.
    Schritt 4: Durchziehen lassen und anrichten

Tipps vom Koch

Gründliches Trockenschleudern nach dem Waschen ist entscheidend für das Aroma. Werden alle Kräuter auf einmal glattpüriert, verliert die Soße ihre typische Textur und färbt sich dumpf dunkelgrün. Wer keinen Hochleistungsmixer besitzt, weicht die Cashews über Nacht in reichlich kaltem Wasser ein oder kocht sie 15 Minuten lang in sprudelndem Wasser weich.

Variationen

Wer eine nussfreie Variante benötigt, ersetzt die Cashewkerne durch geschälte Sonnenblumenkerne (gleiche Einweichzeit) oder verwendet festen Seidentofu als Emulsionsbasis. Für zusätzliche Textur können gewürfelter, mit Kala Namak marinierter Naturtofu oder gebratene Kräuterseitlinge als Eier- und Fleischanlehnung gereicht werden.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Direkt nach der Zubereitung mit Frischhaltefolie auf der Oberfläche abdecken, um Oxidation zu verhindern. Im Kühlschrank hält sich die Soße etwa 2 Tage frisch. Zum Einfrieren ist sie ungeeignet, da die Kräuter matschig werden und die Joghurt-Cashew-Emulsion wässrig ausflockt.

Gut zu wissen

Vegane Variante: Dieses Rezept ist von Grund auf rein pflanzlich konzipiert. Traditionelle Schmand- und Eierbestandteile werden durch Cashew-Sojajoghurt-Creme und Kala Namak vollwertig ersetzt.

Nährwerte

485
kcal
14g
Eiweiß
54g
KH
22g
Fett

Nährwertangaben sind Schätzwerte und können je nach Zutaten variieren.

Frischer Frühlingsklassiker: Frankfurter Grüne Soße mit Pellkartoffeln rein pflanzlich

Wenn im Frühjahr die ersten zarten Triebe aus dem Boden spitzen, gibt es in Hessen kulinarisch kein Halten mehr. Die traditionelle Frankfurter Grüne Soße mit Pellkartoffeln steht für Frische, feine Kräuterwürze und bodenständigen Genuss. In der klassischen Rezeptur sorgen saure Sahne, Schmand und hartgekochte Eier für Bindung und Fülle. Unsere vegane Interpretation beweist eindrucksvoll, dass dieses Traditionsgericht ohne jeden tierischen Bestandteil seine unverwechselbare Textur und Geschmackstiefe behält.

Das Fundament bildet eine samtige Creme aus schonend eingeweichten Cashewkernen und ungesüßtem Sojajoghurt. Diese Kombination balanciert die herben, säuerlichen und nussigen Noten der sieben traditionellen Kräuter perfekt aus. 120 Gramm Cashewkerne klingen nach wenig Masse für vier Portionen, ergeben püriert mit dem Joghurt aber genau die schwere Cremigkeit, die sonst Schmand liefert. Das Gericht eignet sich hervorragend für das entspannte Familienessen am Wochenende, lässt sich problemlos für Gäste vorbereiten und bereichert jeden pflanzlichen Speiseplan um eine Fülle sekundärer Pflanzenstoffe.

Geschichte und regionale Verwurzelung der Frankfurter Spezialität

Die Frankfurter Grüne Soße – im Dialekt liebevoll „Grie Soß“ genannt – besitzt in der Region Frankfurt am Main einen festen Platz im kulturellen Erbe. Seit 2016 ist die „Frankfurter Grüne Soße“ sogar als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) durch die EU-Kommission anerkannt. Diese Schutzverordnung legt fest, dass die sieben charakteristischen Kräuter aus dem definierten Anbaugebiet rund um Frankfurt stammen müssen und kein einzelnes Kraut mehr als 30 Prozent der Gesamtmenge ausmachen darf.

Die oft kolportierte Legende, Johann Wolfgang von Goethes Mutter Catharina Elisabeth habe die Soße erfunden, ist historisch widerlegt. Erste schriftliche Nachweise des Rezepts finden sich im 19. Jahrhundert, unter anderem in Wilhelmine Rührigs Frankfurter Kochbuch von 1860. Ursprünglich als einfaches, saisonales Frühlingsgericht geschätzt, markiert der Gründonnerstag traditionell den Auftakt der Grünen-Soße-Saison, die bis zum ersten Frost im Herbst reicht.

Die Zutaten und die sieben Kräuter im Detail

Die Seele dieses Gerichts liegt in der präzisen Zusammensetzung der sieben traditionellen Kräuter. Jedes einzelne Kraut steuert ein spezifisches Aroma und wertvolle Texturen bei:

  • Borretsch: Bringt mit seinem feinen Gurkenaroma eine kühlende Frische in die Soße.
  • Kerbel: Steuert eine dezent süßliche Anisnote bei.
  • Kresse: Liefert durch ihre Senfölglykoside eine angenehme, pfeffrige Schärfe.
  • Petersilie (kraus oder glatt): Bildet die robuste, würzig-herbe Basisnote.
  • Pimpinelle (Kleiner Wiesenknopf): Verleiht der Soße einen unverwechselbaren, leicht nussigen Geschmack.
  • Sauerampfer: Bringt die charakteristische, lebendige Säure mit, die schwere Komponenten ausbalanciert.
  • Schnittlauch: Ergänzt eine milde, lauchige Zwiebelwürze ohne aufdringlich zu wirken.

Im Frühjahr sind die Kräuter in vielen Supermärkten oder auf Wochenmärkten fertig gebündelt im typischen Papierwickel erhältlich. Außerhalb der Saison oder Hessens lohnt sich der Gang zum gut sortierten Gemüsehändler. Kräuter mit der Hand fein zu wiegen erhält das feine Blattgrün intakt, während das Zerkleinern im Mixer die Soße schnell bitter und moosgrün färbt.

Für die pflanzliche Emulsion setzen wir auf ungesüßten Sojajoghurt mit natürlicher Säurekultur, hochwertiges Rapsöl, frischen Zitronensaft, Apfelessig und mittelscharfen Dijon-Senf. Das indische Schwefelsalz Kala Namak ist hier das funktionale Schlüsselelement: In minimaler Dosierung repliziert es das typische Aroma hartgekochter Hühnereier verblüffend präzise.

Min.Einfach
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