Rezepte mit Kichererbsenmehl

Ich muss zugeben, anfangs war ich skeptisch. Mehl aus Kichererbsen? Doch dieses goldgelbe, nussig duftende Pulver hat meine Küche im Sturm erobert. Es ist nicht nur eine glutenfreie Wunderwaffe, sonde...

35 Rezepte verfügbar
Kichererbsenmehl
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Was ist Kichererbsenmehl?

Stell dir vor, du nimmst getrocknete Kichererbsen und mahlst sie zu einem feinen, sonnengelben Pulver – das ist im Grunde schon das ganze Geheimnis hinter Kichererbsenmehl. Es ist auch unter den Namen Besan oder Gram-Mehl bekannt, vor allem in der indischen und pakistanischen Küche, wo es seit Jahrhunderten ein Grundnahrungsmittel ist. Oft wird es dort aus einer speziellen, kleineren und dunkleren Kichererbsensorte (Kala Chana) hergestellt, was ihm eine noch intensivere, nussigere Note verleiht. Aber keine Sorge, die bei uns gängige Variante aus den hellen Kabuli-Kichererbsen ist genauso fantastisch.

Das Spannendste daran ist für mich immer wieder die Verwandlung. Roh riecht und schmeckt Kichererbsenmehl leicht erbsig und hat eine deutlich bittere Note. Lass dich davon bloß nicht abschrecken! Sobald es erhitzt wird, passiert die Magie: Die Bitterkeit verschwindet und macht Platz für ein tiefes, nussiges und herrlich herzhaftes Aroma, das an geröstete Nüsse und milde Hülsenfrüchte erinnert. Diese geschmackliche Tiefe ist es, die Kichererbsenmehl zu einem so einzigartigen und unverzichtbaren Bestandteil meiner veganen Vorratskammer macht.

Nährwerte und gesundheitliche Vorteile

Kichererbsenmehl ist nicht nur ein kulinarisches Multitalent, sondern auch ein kleines Kraftpaket. Es bringt von Natur aus viele gute Eigenschaften mit, die es besonders für die pflanzliche Ernährung wertvoll machen. Es ist eine fantastische Quelle für pflanzliches Protein und Ballaststoffe.

Nährwertpro 100g (ca.)
Energie387 kcal
Protein22 g
Kohlenhydrate58 g
davon Zucker11 g
Fett7 g
Ballaststoffe11 g
Eisen4.9 mg
Magnesium166 mg

Was bedeutet das konkret für dich und deine Ernährung? Hier sind einige der Vorteile, die ich besonders schätze:

  • Pflanzliche Proteinquelle: Mit über 20 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm ist es eine hervorragende Möglichkeit, deine Proteinversorgung aufzustocken – ideal für alle, die aktiv sind oder einfach auf eine eiweißreiche Ernährung achten.
  • Reich an Ballaststoffen: Die enthaltenen Ballaststoffe unterstützen eine gesunde Verdauung und sorgen für eine langanhaltende Sättigung. Das hilft, Heißhungerattacken zu vermeiden und den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
  • Natürlich glutenfrei: Für Menschen mit Zöliakie oder einer Glutensensitivität ist Kichererbsenmehl eine wunderbare Alternative zu Weizenmehl. Es ermöglicht herzhafte Backwaren und Gerichte ganz ohne Gluten.
  • Komplexe Kohlenhydrate: Anders als Weißmehl liefert Kichererbsenmehl komplexe Kohlenhydrate, die vom Körper langsamer verarbeitet werden. Das Ergebnis ist eine gleichmäßigere und länger anhaltende Energiefreisetzung.
  • Mineralstoff-Booster: Es ist eine gute Quelle für wichtige Mineralstoffe wie Eisen, das für den Sauerstofftransport im Blut unerlässlich ist, und Magnesium, das für Muskelfunktion und Nervensystem eine Rolle spielt.

Kichererbsenmehl in der veganen Küche

Jetzt kommen wir zum besten Teil: dem Kochen! Kichererbsenmehl ist für mich der Inbegriff von Vielseitigkeit. Es kann binden, backen, panieren und sogar Eier ersetzen. Klingt unglaublich? Ist es auch.

Die wohl magischste Eigenschaft ist seine Fähigkeit, als Ei-Ersatz zu fungieren. Verrühre einfach Kichererbsenmehl mit Wasser (eine gute Faustregel ist 1:1 nach Volumen) und einer Prise Kala Namak für den schwefeligen Ei-Geschmack, und du hast die Basis für ein fantastisches veganes Rührei oder Omelett. Die Textur wird beim Braten erstaunlich ei-ähnlich: außen leicht knusprig, innen weich und saftig. Das musst du einfach ausprobieren!

Aber das ist erst der Anfang. Hier sind weitere Ideen, wie du es einsetzen kannst:

  • Zum Binden: In veganen Bratlingen, Frikadellen oder Gemüse-Puffern wirkt Kichererbsenmehl Wunder. Es saugt Flüssigkeit auf und sorgt für eine feste, aber nicht trockene Konsistenz, die beim Braten alles zusammenhält.
  • Für herzhafte Pfannkuchen und Fladenbrote: Kennst du Socca aus Südfrankreich oder Farinata aus Italien? Das sind klassische, hauchdünne Fladen aus Kichererbsenmehl, Wasser und Olivenöl – simpel, aber genial. Perfekt als Beilage, als Pizzaboden-Alternative oder einfach so mit Rosmarin bestreut.
  • Als knusprige Panade: Gemüse in einem Teig aus Kichererbsenmehl, Wasser und Gewürzen wenden und dann frittieren oder im Ofen backen. Das Ergebnis ist eine unglaublich knusprige, goldene Hülle. In Indien nennt man das Pakora, und es ist pures Soulfood. Funktioniert super mit Zwiebelringen, Kartoffelscheiben, Blumenkohl oder Spinat.
  • Zum Andicken von Saucen und Suppen: Eine kleine Menge Kichererbsenmehl, in kaltem Wasser angerührt und dann in die kochende Flüssigkeit gegeben, sorgt für eine sämige Konsistenz und eine extra Portion nussigen Geschmack.
  • Für herzhaftes Gebäck: Wie wäre es mit einer veganen Quiche-Füllung auf Kichererbsenmehl-Basis? Oder herzhafte Muffins mit Gemüse? Die Möglichkeiten sind endlos und eine willkommene Abwechslung zu klassischen Backwaren.

Geschmacklich harmoniert Kichererbsenmehl wunderbar mit kräftigen Gewürzen wie Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma, geräuchertem Paprikapulver und natürlich Knoblauch. Frische Kräuter wie Koriandergrün oder Petersilie und ein Spritzer Zitronensaft am Ende runden den Geschmack perfekt ab. Auch wenn wir aktuell noch keine Rezepte in unserer Datenbank haben, hoffe ich, dass diese Ideen deine Kreativität anregen. Experimentiere ruhig drauf los – du wirst überrascht sein, was dieses Mehl alles kann!

Einkauf und Lagerung

Gutes Kichererbsenmehl zu finden und richtig zu lagern ist der erste Schritt zum Erfolg. Beim Einkauf findest du es meist im Bioladen, im Reformhaus, in gut sortierten Supermärkten oder in asiatischen Lebensmittelgeschäften. Achte auf die Bezeichnung „Kichererbsenmehl“, „Besan“ oder „Gram Flour“.

Worauf solltest du achten? Das Mehl sollte eine gleichmäßige, feine Textur und eine blassgelbe Farbe haben. Ein Blick auf das Haltbarkeitsdatum ist hier besonders wichtig. Anders als Weizenmehl enthält Kichererbsenmehl mehr Fett und kann daher schneller ranzig werden und einen bitteren Geschmack entwickeln. Kaufe also lieber kleinere Packungen, die du auch wirklich verbrauchst.

Die richtige Lagerung ist entscheidend, um die Frische zu bewahren. Ich fülle mein Kichererbsenmehl nach dem Öffnen immer sofort in ein luftdichtes Gefäß um