Vegane Focaccia – Langsam geführter Hefeteig mit Tomaten und Oliven

11. August 2026

Luftige vegane Focaccia mit großen Poren, versunkenen Cherrytomaten, Oliven und Rosmarinöl. Der unkomplizierte No-Knead-Teig reift langsam im Kühlschrank und wird auf dem Blech besonders aromatisch.

Auf einen Blick

Gerichtsart
Brot
Herkunft
Italienisch
Schwierigkeit
Mittel
Gesamtzeit
14 Std. 45 Min.
Ernährungsform
Vegan
Saison
Ganzjährig
Anlass
Alltag, Brunch, Beilage, Party
Besonderheiten
VeganLange Teigführung
Vegane Focaccia – Langsam geführter Hefeteig mit Tomaten und Oliven

Diese vegane Focaccia mit Cherrytomaten, Oliven und Rosmarin ist ein mediterranes Blechbrot mit knuspriger Unterseite und einer weichen, großporigen Krume. Der Teig wird nur verrührt und gefaltet, deshalb braucht es keine Knetmaschine und keine aufwendige Teigbearbeitung.

Der Teig darf nach dem Verrühren deutlich weicher als ein klassischer Brotteig sein und soll eher zäh fließen als sich zu einer festen Kugel formen lassen. Durch die lange, kühle Gare entwickelt er Geschmack und die für Focaccia typischen unregelmäßigen Luftblasen. Bei uns wurden die Poren deutlich kleiner, wenn der Teig nach der Kühlschrankgare kräftig durchgeknetet wurde; deshalb wird er nur vorsichtig aufs geölte Blech gezogen.

Die Tomaten werden tief eingedrückt, damit sie beim Backen saftig bleiben, während Oliven, Rosmarin und Meersalz die Oberfläche würzen. Das vegane Focaccia Grundrezept passt als Beilage zu Suppen und Salaten, für Antipasti oder als Grundlage für weitere pflanzliche Beläge.

Vegane Focaccia – Langsam geführter Hefeteig mit Tomaten und Oliven

Rezept

Vegane Focaccia – Langsam geführter Hefeteig mit Tomaten und Oliven

Einfach
20 Min.
25 Min.
45 Min.
Portionen
8

Benötigte Utensilien

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Zutaten

Für den Hefeteig

Für Teig und Belag

Für den Belag

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Zubereitung

  1. Schritt 1

    Teig ohne Kneten anrühren

    Wasser, Trockenhefe und Salz in einer großen Schüssel mit einem Löffel verrühren. Weizenmehl Type 550 und 15 g Olivenöl zugeben und alles 1 bis 2 Minuten mischen, bis keine trockenen Mehlstellen mehr sichtbar sind. Der Teig ist sehr weich, klebrig und nicht formbar; das ist bei dieser Wassermenge gewollt. Die Schüssel abdecken und den Teig 20 Minuten bei etwa 20 bis 22 °C stehen lassen.

    20 Min.
    Tipp: Ist das Wasser deutlich wärmer als 30 °C, beschleunigt sich die Gare zu stark und der Teig kann nach der langen Kühlschrankzeit an Spannung verlieren.
    Schritt 1: Teig ohne Kneten anrühren
  2. Schritt 2

    Teig dehnen und falten

    Eine Hand leicht anfeuchten, eine Teigseite hochziehen und zur gegenüberliegenden Seite über den Teig legen. Die Schüssel um eine Vierteldrehung drehen und insgesamt noch dreimal wiederholen. Der Teig wird danach glatter, bleibt aber weich und klebt an den Fingern. Nach der Kühlzeit soll er sichtbar aufgegangen sein und viele kleine Blasen unter der Oberfläche zeigen.

    3 Min.
    Tipp: Bei sehr warmer Raumtemperatur reicht eine Ruhezeit von 15 Minuten vor dem Falten, damit die Hefe nicht unnötig früh Fahrt aufnimmt.
    Schritt 2: Teig dehnen und falten
  3. Schritt 3

    Langsam im Kühlschrank reifen lassen

    Die Schüssel wieder abdecken und den Teig 12 Stunden im Kühlschrank bei etwa 4 bis 6 °C reifen lassen. Die lange Gare bringt ein mildes Hefearoma und erleichtert das Formen. Hat sich der Teig mindestens verdoppelt, kann er bereits nach 10 Stunden weiterverarbeitet werden; bei wenig Volumen darf er bis zu 16 Stunden kalt stehen.

    720 Min.
    Tipp: Ein dichter Deckel oder eine gut sitzende Abdeckung verhindert eine trockene Haut, die später beim Eindrücken einreißen würde.
    Schritt 3: Langsam im Kühlschrank reifen lassen
  4. Schritt 4

    Blech ölen und Teig entspannen lassen

    25 g Olivenöl auf einem Backblech mit Backpapier verteilen. Den kalten Teig vorsichtig auf das Blech geben und mit geölten Fingerspitzen behutsam zu einem etwa 30 x 35 cm großen Fladen ziehen. Reißt er oder zieht er sich stark zusammen, 15 Minuten ruhen lassen und erst dann weiter auseinanderziehen. Abgedeckt 90 Minuten bei Raumtemperatur gehen lassen, bis der Teig luftig wirkt und beim sanften Rütteln sichtbar wackelt.

    105 Min.
    Tipp: Der Teig muss das Blech nicht sofort vollständig ausfüllen; beim zweiten Ziehen nach der kurzen Entspannung lässt er sich ohne Druck gleichmäßiger verteilen.
    Schritt 4: Blech ölen und Teig entspannen lassen
  5. Schritt 5

    Mulden drücken und belegen

    Den Backofen rechtzeitig auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Mit geölten Fingerspitzen tiefe, unregelmäßige Mulden bis fast zum Blechboden in den Teig drücken. Cherrytomaten mit der Schnittfläche nach oben und Oliven in die Mulden setzen, dabei einige Tomaten deutlich versenken. Drückt man die Tomaten nur auf die Oberfläche, trocknen sie am Rand schneller aus und rutschen beim Anschneiden leichter herunter.

    8 Min.
    Tipp: Nicht auf die aufgegangenen Teigränder drücken, damit die eingeschlossene Luft dort erhalten bleibt.
    Schritt 5: Mulden drücken und belegen
  6. Schritt 6

    Mit Rosmarinöl würzen und backen

    Rosmarin mit den übrigen 25 g Olivenöl verrühren und gleichmäßig über Teig und Belag träufeln. Meersalz darüberstreuen. Das Blech auf der mittleren Schiene 22 bis 26 Minuten backen, bis die Ränder kräftig goldbraun sind und die Unterseite beim Anheben trocken und gebräunt aussieht. Bei sehr dunklem Blech kann die Unterseite schon nach 20 Minuten stark färben; dann das Blech eine Schiene höher setzen.

    25 Min.
    Tipp: Die Focaccia nicht zu früh herausnehmen: Eine nur blass gebackene Mitte wirkt beim Abkühlen schnell speckig statt locker.
  7. Schritt 7

    Kurz ausdampfen lassen und schneiden

    Die vegane Focaccia 10 Minuten auf dem Blech ruhen lassen und anschließend in 8 Stücke schneiden. Sie schmeckt warm besonders gut, lässt sich aber auch vollständig ausgekühlt als Sandwichbrot verwenden.

    10 Min.
    Tipp: Direkt nach dem Backen ist die Krume noch sehr weich; die kurze Ruhezeit setzt die Struktur und sorgt für sauberere Schnittkanten.

Tipps vom Koch

Für besonders große Poren den Teig nach der Kühlschrankgare nicht entgasen und beim Umsetzen nur an den Rändern anfassen. Ein zu kleines Blech macht die Focaccia hoch, aber kompakt; auf einem Blech von etwa 30 x 35 cm verteilt sich der Teig so, dass er innen luftig und unten knusprig wird. Werden sehr saftige Tomaten verwendet, die Schnittseiten vor dem Belegen kurz auf Küchenpapier abtropfen lassen, damit sich keine nassen Stellen auf dem Teig bilden. Das Meersalz erst unmittelbar vor dem Backen aufstreuen, weil es sonst Feuchtigkeit aus den Tomaten zieht.

Variationen

Als veganes Focaccia Grundrezept funktioniert der Teig auch mit gebratenen Zwiebeln, dünnen Kartoffelscheiben, gegrillter Paprika oder eingelegten Artischocken. Für eine schlichte Rosmarin-Focaccia Cherrytomaten und Oliven weglassen und die Mulden mit etwas mehr Rosmarinöl füllen. Getrocknete Kräuter sind möglich, schmecken aber konzentrierter: Dafür 2 g getrockneten Rosmarin verwenden und direkt im Öl ziehen lassen. Mit veganem Pesto erst nach dem Backen belegen, damit die Kräuter nicht bitter werden.

Aufbewahrung & Haltbarkeit

Vollständig ausgekühlt in ein sauberes Baumwolltuch einschlagen und anschließend in eine Brotbox oder einen leicht geöffneten Behälter legen; so bleibt die Focaccia bei Raumtemperatur 1 Tag angenehm weich. Am zweiten Tag wird die Oberfläche naturgemäß fester, lässt sich aber bei 200 °C 5 bis 7 Minuten wieder auffrischen. Für längere Lagerung die Stücke luftdicht verpacken und bis zu 2 Monate einfrieren. Gefrorene Focaccia direkt bei 180 °C 10 bis 12 Minuten aufbacken, damit die Unterseite nicht weich wird.

Gut zu wissen

Vegane Variante: Alle Zutaten dieser Focaccia sind vegan. Bei eingelegten Oliven lohnt ein Blick auf die Zutatenliste, damit die Lake keine tierischen Zusätze enthält.

Nährwerte

315
kcal
8g
Eiweiß
49g
KH
10g
Fett

Nährwertangaben sind Schätzwerte und können je nach Zutaten variieren.

Vegane Focaccia mit Kirschtomaten, Oliven und Rosmarin: Ein Hauch von Italien in deiner Küche

Stell dir vor, du schließt die Augen und atmest tief ein. Ein warmer, würziger Duft von frischem Rosmarin, sonnengereiften Tomaten und hochwertigem Olivenöl erfüllt den Raum. Du brichst ein Stück von einem goldbraun gebackenen Brot, die Kruste knistert leise, während das Innere unglaublich weich, luftig und saftig ist. Das ist kein ferner Urlaubstraum, sondern das Erlebnis, das dich mit diesem Rezept für eine vegane Focaccia erwartet. Dieses mediterrane Blechbrot ist mehr als nur eine Beilage; es ist ein Statement, ein Stück pure Lebensfreude, das du ganz einfach selbst backen kannst.

Was dieses Rezept so besonders macht, ist die Philosophie dahinter: maximale Aromenentwicklung durch minimale Arbeit. Wir setzen auf einen langsam geführten Hefeteig, der über Nacht im Kühlschrank ruht. Diese „No-Knead“-Methode, bei der der Teig nur verrührt und sanft gefaltet wird, erspart dir nicht nur den Einsatz einer Knetmaschine, sondern ist auch der Schlüssel zu einer unvergleichlich großporigen und zarten Krume. Die lange, kühle Gare lässt komplexe Geschmacksnuancen entstehen, die ein schnell hergestellter Teig niemals erreichen könnte. Diese Vegane Focaccia mit Kirschtomaten, Oliven und Rosmarin eignet sich perfekt für gesellige Abende mit Freunden, als Star auf jedem Buffet, als köstliche Beilage zu Suppen und Salaten oder einfach als herzhafter Snack für zwischendurch. Sie ist unkompliziert genug für Backanfänger, aber liefert ein Ergebnis, das selbst erfahrene Bäcker beeindrucken wird.

Die Wurzeln des Genusses: Eine kurze Geschichte der Focaccia

Die Focaccia ist tief in der italienischen Kultur verwurzelt und blickt auf eine lange, ehrwürdige Geschichte zurück. Ihre Ursprünge lassen sich bis zu den Etruskern in Nordmittelitalien oder sogar bis ins antike Griechenland zurückverfolgen, lange bevor das Römische Reich seine Blütezeit erlebte. Der Name selbst leitet sich vom lateinischen „panis focacius“ ab, was so viel wie „Herd-Brot“ oder „im Feuer gebackenes Brot“ bedeutet. Ursprünglich war es ein einfaches, flaches Brot aus Mehl, Wasser, Salz und Hefe, das direkt auf dem Herdstein oder in der heißen Asche gebacken wurde. Es galt als Nahrung der einfachen Leute, der Bauern und Fischer.

Ihre wahre Heimat hat die Focaccia, wie wir sie heute kennen und lieben, in Ligurien gefunden, der Küstenregion im Nordwesten Italiens. Dort wurde sie perfektioniert und ist als „Focaccia Genovese“ weltberühmt geworden. Traditionell wird sie dort schon zum Frühstück mit einem Cappuccino genossen oder als Snack zwischendurch gegessen. Jede Region Italiens hat ihre eigene Variante entwickelt – von der dicken, fast kuchenartigen Focaccia Barese aus Apulien mit Tomaten und Oliven bis hin zur süßen „Focaccia dolce“. Unser Rezept orientiert sich an der klassischen, herzhaften Variante und beweist, dass für diesen authentischen Genuss keinerlei tierische Produkte notwendig sind.

Die Bausteine des Geschmacks: Zutaten im Detail

Die Magie einer perfekten Focaccia liegt in der Qualität und dem Zusammenspiel weniger, aber entscheidender Zutaten. Hier erfährst du, warum jedes Element so wichtig ist und worauf du achten solltest.

Das richtige Mehl für die perfekte Struktur

Wir verwenden für dieses Rezept Weizenmehl Type 550. Dieses Mehl ist ein idealer Kompromiss: Es hat einen ausreichend hohen Proteingehalt (Gluten), um ein starkes Gerüst für die großen Luftblasen zu bilden, die wir uns wünschen. Gleichzeitig sorgt es für eine zarte und weiche Krume, anders als ein reines Brotmehl (wie Type 1050), das die Focaccia kompakter machen würde. Wenn du kein Type 550 zur Hand hast, funktioniert auch Type 405, der Teig wird dann eventuell etwas weicher und die Krume feiner. Eine interessante Alternative ist Dinkelmehl Type 630, das einen leicht nussigen Geschmack mitbringt.

Wasser, Hefe und Salz: Das Trio der Teigführung

Das Besondere an diesem Teig ist seine hohe Hydration von 80 % (400 g Wasser auf 500 g Mehl). Anfangs wirkt die Wassermenge von 400 g auf 500 g Mehl fast zu hoch und der Teig ist eher ein zäher Brei als eine formbare Kugel. Das ist absolut gewollt und die Basis für die spätere saftige, großporige Krume. Die geringe Menge von nur 3 g Trockenhefe ist der langen, kalten Gare geschuldet. Die Hefe arbeitet langsam und entwickelt dabei komplexe Aromen, anstatt den Teig nur schnell aufzublähen. Das Salz (10 g) ist nicht nur ein Geschmacksgeber, sondern auch ein wichtiger Regulator: Es bremst die Hefeaktivität und stärkt das Glutennetzwerk, was dem Teig mehr Stabilität verleiht.

Olivenöl: Das flüssige Gold

Bei einer Focaccia ist das Olivenöl nicht nur ein Nebendarsteller, sondern ein Hauptakteur. Wir verwenden es an drei Stellen: im Teig, auf dem Blech und auf der Focaccia selbst. Im Teig macht es die Krume zart und geschmeidig. Auf dem Blech sorgt es dafür, dass die Unterseite nicht anbackt, sondern quasi im Öl frittiert und dadurch wunderbar knusprig wird. Die Unterseite wird nur dann unwiderstehlich knusprig, wenn das Backblech wirklich großzügig geölt ist. Hier zu sparen, führt oft zu einem weichen, eher brotartigen Boden statt der frittierten Textur, die eine gute Focaccia ausmacht. Und als Finish auf dem Teig verleiht es zusammen mit dem Meersalz den finalen Geschmackskick. Investiere hier unbedingt in ein hochwertiges, kaltgepresstes Olivenöl extra vergine – du wirst den Unterschied schmecken.

Min.Mittel
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