Ah, Koriander! Kaum ein Kraut spaltet die Gemüter so sehr wie dieses. Ich persönlich gehöre ja zur Fraktion der absoluten Liebhaber und könnte ihn fast überall dazugeben. Sein einzigartig frisches, le...













Wenn wir in der Küche von „Koriander“ sprechen, meinen wir meistens die frischen, grünen Blätter und Stängel der Pflanze Coriandrum sativum. Doch wusstest du, dass diese Pflanze uns gleich zwei Gewürze schenkt? Neben dem Kraut liefert sie uns auch die Koriandersamen, die getrocknet und gemahlen ein völlig anderes, warm-würziges Aroma haben. Heute soll es aber um das frische Grün gehen, das in vielen Küchen der Welt, von Mexiko bis Vietnam, unverzichtbar ist.
Die Geschichte des Korianders ist beeindruckend lang. Spuren davon wurden sogar im Grab des Tutanchamun gefunden, was zeigt, dass er schon vor über 3000 Jahren im alten Ägypten bekannt war. Von dort aus trat er seine kulinarische Weltreise an und wurde zu einem festen Bestandteil der mediterranen, asiatischen und lateinamerikanischen Küche. Für mich ist das faszinierend: Ein Kraut, das über Jahrtausende und Kontinente hinweg Menschen begeistert.
Das Geschmacksprofil von frischem Koriander ist komplex und schwer in Worte zu fassen. Es ist eine Mischung aus frisch, zitronig, pfeffrig und hat eine leicht blumige Note. Es verleiht Gerichten eine unvergleichliche Frische und Leichtigkeit. Und dann gibt es da natürlich die berühmte „Seifen-Debatte“. Ein Teil der Bevölkerung empfindet den Geschmack von Koriander als seifig oder unangenehm. Lange dachte ich, das sei nur eine Frage der Gewöhnung, aber die Wissenschaft hat eine Erklärung: Es liegt an einer genetischen Veranlagung, genauer gesagt am Geruchsrezeptor-Gen OR6A2, das bestimmte Aldehyde im Koriander besonders stark wahrnimmt. Wenn du also zur „Anti-Koriander-Fraktion“ gehörst, bist du nicht wählerisch – deine Gene sind es!
Frischer Koriander ist nicht nur ein Geschmacksverstärker, sondern auch ein kleines Kraftpaket, wenn es um Nährstoffe geht. Wie bei allen frischen Kräutern gilt: Die Menge macht's. Ein paar Blättchen als Deko werden deine Nährstoffbilanz nicht revolutionieren, aber wenn du ihn großzügig verwendest, wie es in vielen Länderküchen üblich ist, leistest du einen wertvollen Beitrag zu deiner Ernährung.
| Nährwert | pro 100g (frisches Kraut) |
|---|---|
| Kalorien | ca. 23 kcal |
| Kohlenhydrate | ca. 3.7 g |
| Protein | ca. 2.1 g |
| Fett | ca. 0.5 g |
| Vitamin K | sehr hoch |
| Vitamin A (als Beta-Carotin) | hoch |
| Vitamin C | mittel |
| Eisen | gering |
Gerade in der rein pflanzlichen Ernährung ist es toll, solche nährstoffdichten Zutaten zu kennen. Hier sind einige der Vorteile, die frischer Koriander mit sich bringt:
Jetzt kommen wir zum spannendsten Teil! Wie setzen wir dieses wunderbare Kraut in der veganen Küche am besten ein? Die Möglichkeiten sind schier endlos. Koriander ist ein echter Teamplayer, der sich in vielen Gerichten wohlfühlt, ohne sich immer in den Vordergrund zu drängen.
Denk an die lateinamerikanische Küche: Was wäre eine Guacamole ohne eine großzügige Handvoll gehackten Koriander? Oder eine frische Salsa aus Tomaten, Zwiebeln und Chilis? Hier sorgt der Koriander für den authentischen, frischen Kick. Er passt auch hervorragend in Bohnen- oder Linseneintöpfe, Tacos mit Jackfruit-Füllung oder auf eine vegane Ceviche aus Palmherzen.
In der südostasiatischen Küche ist Koriander ebenfalls allgegenwärtig. Ich liebe es, eine ganze Handvoll davon in meine vietnamesische Pho zu geben oder ihn über ein thailändisches grünes Curry zu streuen. Die Kombination aus Koriander, Limette, Chili und Kokosmilch ist einfach unschlagbar. Auch in Sommerrollen mit Tofu und Reisnudeln oder in einem erfrischenden Papayasalat darf er für mich nicht fehlen.
Aber auch im Nahen und Mittleren Osten spielt er eine Rolle. Denk an einen knackigen Taboulé-Salat (oft mit Petersilie, aber Koriander ist eine tolle Variante), Hummus-Toppings oder würzige Falafel-Mischungen. Eine meiner liebsten schnellen Beilagen ist ein einfacher Kichererbsensalat mit gehacktem Koriander, Zitronensaft und Olivenöl – simpel, aber genial.
Meine persönlichen Lieblingskombinationen für Koriander sind:
Die beste Zutat nützt nichts, wenn sie nicht frisch ist. Bei Koriander ist das besonders wichtig, denn er verliert schnell an Aroma und wird welk. Beim Einkauf solltest du auf ein paar Dinge achten: Die Blätter sollten saftig und tiefgrün sein, ohne gelbe oder matschige Stellen. Die Stängel sollten fest und knackig wirken. Oft findest du Koriander als Bund im Supermarkt oder als Topfpflanze. Die Topfpflanze hält sich natürlich länger, aber die aus dem Bund haben oft ein intensiveres Aroma, da sie im Freiland gewachsen sind.
Und was tun, wenn der Bund mal wieder größer war als der Appetit? Das kennt doch jeder, oder? Wegwerfen ist keine Option! Mit ein paar Tricks aus der Profiküche kannst du die Haltbarkeit deutlich verlängern.
Methode 1: Das Blumenstrauß-Prinzip (für 1-2 Wochen) Das ist meine absolute Lieblingsmethode. Schneide die unteren Enden der Stängel frisch an, genau wie bei einem Blumenstrauß. Stelle den Bund dann in ein Glas mit ein paar Zentimetern Wasser. Stülpe eine Plastiktüte locker über die Blätter – das erzeugt ein kleines Gewächshausklima und schützt vor dem Austrocknen. So im Kühlschrank gelagert, hält sich der Koriander oft über eine Woche frisch und knackig.
Methode 2: Das Papiertuch-Wickel (für ca. 1 Woche) Wasche den Koriander kurz und schleudere ihn vorsichtig trocken. Wickle ihn dann in ein leicht feuchtes Küchenpapier und lege das Päckchen in einen wiederverwendbaren Beutel oder eine Frischhaltedose. So bleibt er im Gemüsefach des Kühlschranks ebenfalls erstaunlich lange frisch.
Methode 3: Einfrieren (für mehrere Monate) Wenn du weißt, dass du den Koriander in den nächsten Wochen nicht verbrauchst, ist Einfrieren die beste Lösung. Er verliert dabei zwar seine knackige Textur, aber das Aroma bleibt super erhalten – perfekt für Currys, Suppen und Saucen. Hacke den Koriander (Blätter und Stängel!) fein und fülle ihn in Eiswürfelbeh